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Ehrenkreuz nach Unfall auf der „Sachsen“ verliehen

Ehrenkreuz nach Unfall auf der „Sachsen“ verliehen

  • Orden und Auszeichnungen
  • Marine
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
2 MIN

Drei Marinesoldaten haben am 20. Juni das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold erhalten – für mutiges Handeln beim Flugkörperunfall auf der Fregatte „Sachsen“ 2018.

Zwei Marinesoldaten in weißen Hemden und mit weißen Schirmmützen.

Hauptbootsmann Daniel Lackner (l.) und Flottillenadmiral Ralf Kuchler nach der Ehrung vor versammelter Mannschaft

Bundeswehr/Kim Brakensiek

Im Juni 2018 war die Luftverteidigungsfregatte zum jährlichen Flugkörperschießen der Marine, der Missile Firing Exercise 2018, eingeteilt. Beim scharfen Schuss mehrere Dutzend Kilometer vor Nordnorwegens Küste kam es dabei zu einem Unfall mit dem Vertical Launch System (VLS) der „Sachsen“.

Anstatt nach seiner Zündung aus seinem Modul zu starten, blieb ein Flugabwehr-Lenkflugkörper im VLS stecken. Die Treibladung der hängengebliebenen Rakete brannte vollständig ab und verursachte einen Brand mit großer Hitzeentwicklung. Ein Vorfall, den Marineexperten „Hangfire“ nennen.

Die Besatzung reagierte professionell, brachte das Feuer ohne weitere größere Schäden am Schiff schnell unter Kontrolle. Nur der durch den Unfall beschädigte, 80 Kilogramm schwere Gefechtskopf des Flugkörpers lag noch auf dem Oberdeck der Fregatte.

Schnelle Reaktion auf das Hangfire

Diese Extremsituation meisterten Hauptbootsmann Daniel Lackner und zwei seiner Kameraden. Es gelang ihnen, das gefährliche Objekt mit einem Netz aufzunehmen, ihn vorsichtig an die Reling zu transportieren und dort mit Seilen ins Wasser zu lassen. Sie versenkten die Sprengkopf in der tiefen See des Übungsgebiets.

Ein graues Kriegsschiff in See.

Die „Sachsen“, begleitet von der Fregatte „Lübeck“, bricht nach dem Unfall im norwegischen Schießgebiet Andoya wieder in den Heimatstützpunkt Wilhelmshaven auf.

Bundeswehr/Jule Peltzer

Für dieses beherzte Handeln haben die Streitkräfte die drei Marinesoldaten nun mit einem ihrer höchsten Ehrenzeichen ausgezeichnet: mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold. „Das ist eine Auszeichnung, die es nicht alle Tage gibt“, erklärte der Kommandeur der Einsatzflottille 2, Flottillenadmiral Ralf Kuchler, der Lackner den Orden verlieh. „Er hat mit seinen Kameraden in kürzester Zeit einen Plan entwickelt, um diesen Gefechtskopf von Bord zu bekommen und damit die Gefahr für Schiff und Besatzung abzuwenden. Und das verdient unser aller Respekt: Bravo Zulu!“

Hauptbootsmann Lackner war 2018 einer der Flugkörpermeister des Schiffes. Als solchem gehörte die Wartung der komplexen Waffensysteme zu seinem Aufgabenbereich. Außer ihm wurden die übrigen Beteiligten ebenfalls bereits mit dem Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet: Oberleutnant zur See Matthias Labude und Hauptbootsmann Tim Weiß.

Das Ehrenkreuz der Bundeswehr in seiner Sonderform für besonders herausragende Leistungen, insbesondere hervorragende Einzeltaten unter Gefahr für Leib und Leben, wurde 2008 von Bundespräsident Horst Köhler gestiftet. Es wurde seither rund 150-mal verliehen.

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