Marine
Wintermanöver in Norwegen

Manöver: Die „Sachsen-Anhalt“ bei FLOTEX SILVER 2021

Manöver: Die „Sachsen-Anhalt“ bei FLOTEX SILVER 2021

  • Ausbildung
  • Marine
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in See
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Die erste Fregatte der Klasse 125 hat vom 15. November bis 3. Dezember in Norwegen bei einer Marineübung von NATO-Partnern teilgenommen.

Panoramablick bei Nacht auf eine Küste mit beleuchteten Häusern, im Hintergrund verschneite Berge.

In der Polarnacht: die Fregatte „Sachsen-Anhalt“ vor dem nordnorwegischen Hafen Narvik

Bundeswehr

Zu diesem regelmäßigen Wintermanöver hatte die Königlich-Norwegische Marine eine Einladung an ihre Verbündeten ausgesprochen. So trainierten die Schiffe des Gastgebers gemeinsam mit Einheiten aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Kanada, Portugal und Deutschland. Sie hatten Fregatten, Korvetten, Minenjagdboote, U-Boote und Versorgungsschiffe, Seefernaufklärer, Kampfflugzeuge und Hubschrauber für das diesjährige FLOTEX SILVER abgestellt. Daneben war auch das Küstenjägerkommando, eine Infanterieeinheit der norwegischen Marine, beteiligt.

Besonderheit war die herausfordernde Geographie des Übungsgebiets vor der Küste und in den Fjorden Nordnorwegens zwischen Bodø und Tromsø. Die raue Atlantikküste mit ihren verwinkelten Bergketten war nicht nur eine optisch beeindruckende Kulisse; sie lieferte den Manöverteilnehmern auch schwierige taktische Aufgaben – sowohl in der Luftverteidigung, im Überwasserseekriegs, als bei in der U-Boot-Jagd.

Für die Crew der „Sachsen-Anhalt“ sei die Teilnahme am Manöver ein Erfolg gewesen, erklärt ihr Kommandant, Fregattenkapitän Kay Beger. „Es war nicht nur das erste Mal, dass überhaupt ein Schiff der Deutschen Marine vom Typ F125 an einem Manöver auf NATO-Ebene teilgenommen hat“, so Beger, „sondern FLOTEX SILVER 21 markiert auch für meine Besatzung Alpha einen wichtigen weiteren Schritt hin zur vollen Einsatzbereitschaft.“

Hinterhalte im Nordmeer

Fast drei Wochen übten die Verbündeten die maritime Landes- und Bündnisverteidigung im Nordmeer. Es kommt nicht häufig vor, dass Marineeinheiten von so verschiedenen NATO-Partnern zusammen in einem so engen und einzigartigen Seegebiet üben können. Gerade in den tiefen Fjorden lassen sich gut Hinterhalte für Schiffe legen, die sich der Küste nähern.

Ein graues Kriegsschiff vor einer bergigen, verschneiten Küste.

Die „Sachsen-Anhalt“ im Ofotfjord. Der Meeresarm schneidet tief in die norwegische Küste: Er ist 78 Kilometer lang, teils über 500 Meter tief, und von Bergen mit bis zu 1.500 Metern Höhe umgeben

Bundeswehr

In der ersten Woche sammelte sich noch der Übungsverband, der aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen vorhergehenden Aufgaben kam. Die deutsche Fregatte „Sachsen-Anhalt“ schloss sich aus einem Ausbildungsprogramm als Einzelfahrer an. Die Standing NATO Maritime Group 1 –bestehend aus den Fregatten „Fredericton“ aus Kanada, der portugiesischen „Corte Real“, der niederländischen „Van Amstel“ und der französischen „Bretagne“ – war als geschlossen fahrender Verband dabei. In der zweiten Woche wurde das Übungsprogramm intensiver, die einzelnen Abschnitt reihten sich eng getaktet aneinander.     

In der letzten Woche testeten die Beteiligten schließlich noch einmal das Geübte nicht mehr in einzelnen Abschnitten, sondern dauernden sogenannten Freeplay-Phase in der Praxis. Die Besatzungen wussten über mehrere Tage nicht, was sie erwartet. Aber es galt, ein Versorgungsschiff sicher in einen Zielhafen zu eskortieren – trotz der Bedrohung vor allem durch schwer zu entdeckende U-Boote.

„Am Ende hieß es für uns und alle Teilnehmer aber zum Glück ‚Mission accomplished – Auftrag erfolgreich abgeschlossen!‘“, erzählt Beger. Nach dem Manöver konnten er und seine Besatzung ein Wochenende in Reykjavik auf Island verbringen. Anschließend trat die „Sachsen-Anhalt“ den Heimweg nach Wilhelmshaven an.

von Daniel Epkenhans  E-Mail schreiben

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