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Indo-Pacific Deployment: „Bayern“ aus Japan ausgelaufen

Indo-Pacific Deployment: „Bayern“ aus Japan ausgelaufen

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Datum:
Ort:
Rostock
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Am 13. November ist die deutsche Fregatte wieder in See gestochen. Sie nimmt jetzt an der UNUnited Nations-Embargoüberwachung gegen Nordkorea teil.

Das Vorschiff eines grauen Kriegsschiff in einem Hafen, im Hintergrund das Panorama einer Großstadt mit Hochhäusern.

Die „Bayern“ im Hafen von Tokio

Deutsche Botschaft Tokio/Sudo

Eine Woche lang dauerte der Hafenaufenthalt der „Bayern“ in Japan. Erstmals seit 19 Jahren hatte damit wieder ein deutsches Kriegsschiff hier festgemacht. Schon bei dessen Ankunft in Tokio am 5. November bedankte sich der deutsche Botschafter Clemens von Goetze ausdrücklich bei den Gastgebern, der japanischen Regierung und den Selbstverteidigungskräften.

„Japan ist für Deutschland ein zentraler Wertepartner im Indo-Pazifik. Wir arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen – politisch, wirtschaftlich und zunehmend auch im Bereich der Sicherheitspolitik“, so Goetze. Dies unterstreiche einerseits der Besuch der „Bayern“ wie auch andererseits die Anwesenheit des Verteidigungsministers Nobuo Kishi beim Einlaufen des Schiffs. Beim Auslaufen der Fregatte am 2. August hatte Kishis deutsche Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer das Schiff persönlich verabschiedet – ein deutliches Zeichen für die große politische Bedeutung des Indo-Pacific Deployment.

Der Besuch der „Bayern“ fiel ins Jubiläumsjahr 160 Jahre deutsch-japanische diplomatische Beziehungen. Man freue sich über die langjährige, enge Zusammenarbeit mit Japan, Deutschland wolle diese in Zukunft noch weiter ausbauen, erklärte von Goetze. In diesem Jahr hatten beide Staaten ein Geheimschutzabkommen abgeschlossen und erste 2+2-Konsultationen ihrer Außen- und Verteidigungsminister geführt.

Botschafter in Blau bieten die Plattform für deutsch-japanische Gespräche

Die Besatzung der „Bayern“ verstand sich für diese Zwecke zuvörderst als Botschafter in Blau. „Das haben wir in diesem Hafen ganz besonders gemerkt“, berichtet der Kommandant der Fregatte, Fregattenkapitän Tilo Kalski. „Die japanische Bevölkerung hat uns mit offenen Armen empfangen.“

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Der jüngste Gastgeber: Ein Grundschüler hatte für die Botschaft ein Bild der deutschen Fregatte gemalt. Zum Dank durfte er das Schiff besuchen

Deutsche Botschaft Tokio/Sudo

Das sei etwa besonders deutlich zu spüren gewesen, als ein zehnjähriger Grundschüler dem Schiff sein selbstgemaltes Bild der deutschen Fregatte persönlich überreichen durfte. Er hatte es für die Ausstellung „Mein Deutschland“ gemalt, die die Botschaft jährlich organisiert. Sein Engagement beeindruckte Kommandanten und Besatzung sehr.

Zentrales Event des Auftrags der „Bayern“ in Tokio, diplomatisches Netzwerken zu ermöglichen, war der Empfang von Botschafter Clemens von Goetze an Bord. Zu den Gästen gehörten unter anderem der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach. Sie nutzten ihren Besuch für bilaterale Gespräche mit ihren jeweiligen Konterparts der japanischen Streitkräfte beziehungsweise der Marine, aber auch mit Kommandeuren der in Japan stationierten 7. USUnited States-Flotte.

„Wir konnten ein rundes Bild von der sicherheitspolitischen Lage und natürlich auch von der Bedrohungslage in dieser Region gewinnen“, berichtet Zorn. Marineinspekteur Schönbach bescheinigt der „Bayern“: „Schiff und Besatzung haben einen tollen Job gemacht.“ Er hoffe, dass schon 2023 ein deutsches Kriegsschiff wieder nach Japan fahren könne.

Für einen Monat im Dienst der Vereinten Nationen

Nach ihrem Auslaufen wird die „Bayern“ nun für rund vier Wochen die Überwachung der UNUnited Nations-Sanktionen gegen Nordkorea unterstützen. Damit beteiligt sich Deutschland erstmals an den Maßnahmen des Weltsicherheitsrats, die das Regime Kim Jong-Uns daran hindern sollen Massenvernichtungswaffen und ballistische Raketen zu entwickeln.

Die deutsche Fregatte wird vor allem Informationen über die illegale Verladung von Erdöl auf hoher See im Ostchinesischen Meer sammeln. Erkenntnisse über verdächtige Aktivitäten soll sie an die multinationale sogenannte Enforcement Coordination Cell (ECC) leiten, die die konkreten Überwachungsmaßnahmen verschiedener Nationen koordiniert. Aktuell arbeiten in der ECC auch zwei deutsche Verbindungsoffiziere.

von  Presse- und Informationszentrum Marine (mmo)  E-Mail schreiben

Impressionen

Vom 5. bis 13. November lag die Fregatte „Bayern“ in Japan. Hier Eindrücke von ihrem Aufenthalt

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