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Jahrestagung der Marine-Reserve 2021

Jahrestagung der Marine-Reserve 2021

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Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
3 MIN

Der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, Konteradmiral Jan Christian Kaack, hatte am 19. und 20. November zur Reservistentagung der Marine geladen. Hauptthemen: Grundbeorderung, Heimatschutz und Digitalisierung

Ein Marineoffizier in dunkelblauer Uniform in einem Sitzungssaal von hinten, er hebt die linke Hand.
Bundeswehr/Marcus Mohr

Rund 80 Reservistinnen und Reservisten verschiedenster Dienststellen nahmen an der Veranstaltung am Fleesensee bei Waren (Müritz) teil. Ziel der jährlichen Tagung ist, die Reservesoldaten der Flotte als Multiplikatoren mit einem aktuellen Lagebild aus erster Hand zu versorgen: Neben weiteren Experten taten das auch Gastgeber Jan Christian Kaack und Generalleutnant Markus Laubenthal, der Stellvertreter des Generalinspekteurs. Beide sind in ihrer Funktion verantwortlich für alle Belange der Reserve.

Für Kaack sind die Reservisten nach dem Aussetzen der Wehrpflicht nicht mehr nur die wichtigsten Vertreter der Bundeswehr und der Marine in der Gesellschaft: „Sie sind aber auch ein Pfeiler der Einsatzfähigkeit unserer Marine. Ob im Einsatz oder Grundbetrieb muss man feststellen – ohne Reservedienstleistende geht mittlerweile kaum noch etwas.“

Auch die Marine muss outside the box denken

Ein Marineoffizier in dunkelblauer Uniform spricht vor mehreren anderen Marineoffizieren.

Essentieller Bestandteil der Tagung: der Austausch mit dem obersten Verantwortlichen für Reservistenangelegenheit in der Marine, Konteradmiral Jan Christian Kaack

Bundeswehr/Marcus Mohr

Der Admiral freute sich auf „spannende Diskussionen sowie über neue und innovative Ansätze“ bei dieser Tagung. Er forderte von allen Anwesenden ein, immer auch „outside the box“ zu denken. Denn es seien neue Wege, die die Flotte bräuchte, um sie voranzubringen: „Viel zu oft stehen wir vor Problemen, die seit Jahren bestehen und womit sich unsere Marine scheinbar bereits abgefunden hat.“

Zu Laubenthals Kernbotschaften gehörte unter anderem der Anspruch, „Reserve muss so reaktionsfähig sein wie die aktive Truppe.“ Das ist für ihn eine der Lehren aus der Flutkatastrophe im Sommer dieses Jahres, bei der die Bundeswehr viele Reservisten zur Hilfeleistung herangezogen hatte. Ebenso sollten seiner Auffassung nach Reservesoldaten zügig und durchhaltefähig für den Objektschutz im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung oder andere Krisenlagen bereitstehen.

Roter Faden Digitalisierung

Die Fachvorträge behandelten stark unterschiedliche Themen. So trugen unter anderem Vertreter des Reservisten-Kompetenzzentrums und des Bundeswehr-Personalamts über die 2019 eingeführte Strategie der Reserve und die sogenannte Grundbeorderung vor. Digitalisierung zieht sich wie ein roter Faden durch diese Bereiche: etwa im Übertragen der Personalverwaltung für die Reservisten ins SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien-System der Bundeswehr, oder durch die Einführung von USG-Online, einer Online-Anwendung für die Bezüge-Abrechnung von Reservisten.

Screenshot eines nicht ausgefüllten Online-Formulars.

Das Bundeswehr-Personalamt hat im Mai USG-Online vorgestellt. Die App ist für das Smartphone, Tablet und als webbasierte Anwendung für den PC erhältlich

Bundeswehr

Der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr stellte sich als flexible Ideenschmiede vor. Mit seiner Hilfe sind in kurzer Zeit so unterschiedliche Projekte wie eine mobile Lichtversorgung für Spezialkräfte oder das Bürokratieabbau-Projekt „Adminimum“ entstanden. Und das Streitkräfteamt warb für die neue Online-Ausbildungs- und Kommunikationsplattform „Link and Learn“.

Diesen Expertenvorträgen hatte Konteradmiral Kaack eingangs vorangestellt, dass gerade die Zielgruppe Reservisten gewohnt sei, „dass Bewerbungsverfahren online und agil sind. Bei der Bundeswehr kommen Sie dann von der gewohnten Datenautobahn auf den ausgetretenen Post-Trampelpfad.“ Mit etwas mehr Kreativität und mit dem Abbau formaler Hürden aber könnten sich für die Streitkräfte große Chancen ergeben.

Am Ende der Tagung gab Kaack den Reservisten seine Vision für die Flotte mit. „Ich möchte, dass wir werden, wer wir sind: schlagkräftige Kampfgemeinschaft – intakte Familie – verantwortungsvolle Staatsbürger“, appellierte er. So hatte er bereits in seinem ersten Tagesbefehl (PDF, 122,2 KB) als Befehlshaber der Flotte und Unterstützungkräfte und Stellvertreter des Inspekteurs der Marine Ende September festgehalten, die Soldatinnen und Soldaten der Marine hätten einen hohen Anspruch an sich selbst. „Diese Werte dürfen wir nie als selbstverständlich und gegeben ansehen“, so der Befehlshaber. „Wir werden uns vielmehr immer wieder selbst fragen, ob und inwieweit wir ihnen gerecht werden.“

von Marcus Mohr  E-Mail schreiben

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