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Steadfast Defender

Joint Warrior/Nordic Response: NATO-Schiffe im kalten Nordmeer

Joint Warrior/Nordic Response: NATO-Schiffe im kalten Nordmeer

Datum:
Ort:
Rostock
Lesedauer:
4 MIN

Die beiden nördlichen Ständigen Marineverbände der NATO haben, gemeinsam mit multinationalen Streitkräften, an Joint Warrior 24-1 und anschließend Nordic Response teilgenommen. Die von Großbritannien beziehungsweise Norwegen geführten Manöver haben vom 24. Februar bis 15. März in der Nordsee, im Europäischen Nordmeer, vor der Küste Norwegens und an Land in Nordnorwegen stattgefunden. Raues Wetter hat vor allem die Übung Joint Warrior noch einmal anspruchsvoller gemacht.

Ein graues Schiff betankt ein anderes graues Schiff in See

Interoperabilität in der Praxis: Der deutsche Einsatzgruppenversorger „Bonn“ betankt die norwegische Fregatte „Otto Sverdrup“

Norwegische Streitkräfte

Zu den an Joint Warrior Beteiligten gehörten vier größere Marineverbände: die Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG1) und die Standing NATO Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG1), die Flugzeugträger-Kampfgruppe der HMS (Her/HisHis Majesty's Ship) „Prince of Wales“ der britischen Marine sowie eine Amphibische Kampfgruppe mit Schiffen aus Italien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Zusammen mit der norwegischen Marine absolvierten die Verbündeten eine ganze Reihe unterschiedlicher Einzelübungen. Das ermöglichte den Besatzungen, Taktiken, Techniken und Verfahren über mehrere Nationen und Plattformen hinweg zu üben.

„Als NATO-Kampfverband sind wir es bereits gewohnt, in einem multinationalen Umfeld zu arbeiten“, sagt der spanische Konteradmiral Joaquin Ruiz Escagedo, Kommandeur der SNMG1. „Joint Warrior hat jedoch, mit einem breiteren Spektrum an Ressourcen und Fähigkeiten, ein höheres Maß an Interoperabilität gefordert, um Missionen als einheitliches Team zu erfüllen. Die Übung war dank der außergewöhnlichen Arbeit des Planungsstabs und des Engagements der beteiligten Besatzungen ein großer Erfolg.“ Teilnehmende Schiffe der SNMG1 waren die Fregatte „Almirante Juan de Borbon“ und das Versorgungsschiff „Cantabria“ der spanischen Marine, die Fregatte „Normandie“ der französischen und der Einsatzgruppenversorger „Bonn“ der deutschen Marine.

Eine wesentliche, aber unauffällige Aufgabe für die deutschen Versorgungsschiffe

Rund 20.000 Soldatinnen und Soldaten sowie fast 50 Schiffe waren für die Übung zusammengekommen: darunter Flugzeugträger und amphibische Landungsschiffe, Zerstörer, Fregatten, Patrouillenschiffe, Minenjäger, U-Boote und Hilfsschiffe. Hinzu kamen Luftfahrzeuge – von Seefernaufklärern und Hubschraubern bis hin zu Kampfflugzeugen der fünften Generation. Vierzehn Nationen waren an Joint Warrior beteiligt, darunter Kanada, Dänemark, Frankreich, Italien, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Großbritannien und die USA.

Die Rolle, die der ‚Bonn‘ in Steadfast-Defender-Übungen wie Joint Warrior und Nordic Response zugedacht war, bestand im Wesentlichen in ihrer Kernaufgabe: der zuverlässigen Versorgung der Task Groups, in die wir integriert waren, um deren Stehzeit in See zu erhöhen“, erklärt Fregattenkapitän Eike Deußen, Kommandant des deutschen Einsatzgruppenversorgers. „Zusätzlich war es für uns seit längerer Zeit wieder die Seefahrt in einem großen NATO-Verband und unter operativen Bedingungen. Die ‚Bonn‘ war in den letzten Jahren eher allein in den Auslandseinsätzen im mediterranen Gebiet gefahren. Im Hinblick aufs Klima war es für die Besatzung also eine zusätzliche Umstellung.“

Ein militärisches Fahrzeug fährt von einem Boot runter, welches eine Klappe aufgeklappt hat.

Verstärkung für den hohen Norden: Hier eine amphibische Landung in der norwegischen Provinz Finnmark, mit schwedischen, italienischen und britischen Kräften

Norwegische Streitkräfte

Das Szenario für Joint Warrior spiegelte politische Spannungen in einem fiktiven, Regionalkonflikt wider, die eine Verstärkung der verbündeten Streitkräfte in der angenommenen Krisenregion erforderten. Während die Besatzungen der Schiffe vor dem Hintergrund dieses Szenarios gegen einen fiktiven Gegner kämpften, waren sie mit realen Umweltbedingungen konfrontiert: jahreszeitlich winterliche Temperaturen und ein ständig wechselnder Seegang.

„Beeindruckend war unser Seeversorgungsmanöver mit der italienischen ‚Guiseppe Garibaldi‘ – einen Flugzeugträger hat die ‚Bonn‘ bisher noch nicht betankt“, beschreibt Kommandant Deußen sein persönliches Highlight während Steadfast Defender. „Interessant waren aber auch generell die vielen Übungen mit internationalen Partnern, wie unter anderem Spaniern und Italienern, die sich eher selten in den hiesigen Seegebieten aufhalten.“

Das Nordmeer macht die Übung noch einmal anspruchsvoller

Zu den Bestandteilen des Großmanövers gehörten Einzelübungen für Luftverteidigung, U-Boot-Abwehr, amphibische Landungen, Evakuierungen, scharfes Übungsschießen wie auch logistische Operationen, einschließlich Seeversorgung. Training für die Minenabwehr gewährleistete die Freiheit der Seewege und den Schutz der norwegischen Hoheitsgewässer.

„Joint Warrior bot ein sehr realistisches Trainingsszenario in der rauen Umgebung der Nordsee und des Nordmeers“, erklärt der deutsche Fregattenkapitän Artur Krüger, Kommandeur der SNMCMG1. „Der Einsatz unter diesen Bedingungen war eine Herausforderung, aber diese Übung hat die Bereitschaft und Entschlossenheit unserer Besatzungen gezeigt, ihre Mission auszuführen.“

Teilnehmende seines Verbandes waren die Minenjagdboote „Ugandi“, „Zierikzee“, „Andromeda“, „Crocus“ und „Maaloy“ der estnischen, niederländischen, französischen, belgischen respektive norwegischen Marine sowie der deutsche Tender „Donau“ als Flaggschiff.

von  Public Affairs Officers SNMG1 und SNMCMG1, MARCOM Public Affairs, Presse- und Informationszentrum Marine  E-Mail schreiben

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