Die maritime Abhängigkeit Deutschlands
Ungehinderte Schifffahrt ist ein fundamentales strategisches Interesse nicht nur der Handelsnation Deutschland, sondern aller Länder.
Der Seegüterverkehr Deutschlands hat 2024 einen Anteil von 31,8 Prozent am gesamten Außenhandel ausgemacht. 2023 betrug der Anteil des Seegüterverkehrs an den Im- und Exporten noch 30,9 Prozent. Insgesamt ist der Außenhandel (in Tonnen) 2024 um 0,5 Prozent gesunken. Der deutsche Seehandel ist dagegen um 2,3 Prozent gestiegen.
Containerbrücken arbeiten an mehreren Containerschiffen im Hamburger Hafen
Bundeswehr/Axel SchultDeutsche Seehäfen haben basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes 2024 insgesamt 274 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Deutschland als große Wirtschaftsnation ist abhängig von frei passierbaren Seewegen. Die Deutsche Marine trägt dazu bei. Ob im Roten Meer als Schutz vor den Huthi-Rebellen oder am Horn von Afrika als Schutz vor Piraten – in unterschiedlichen Einsätzen hat die Marine Handelsschiffe direkt geschützt. Wie wichtig der Seehandel für Deutschland ist, zeigen die Zahlen aus 2024.
Allein 15 Prozent dieser umgeschlagenen Güter waren Kohle, Erdöl und Erdgas. 2024 machten diese Energieträger 41 Millionen Tonnen und damit ein Plus von fast sieben Prozent aus. Dabei ist der Import von Kohle um 7,5 zurückgegangen. Der Erdölimport ist gegenüber 2023 um 9,8 Prozent gestiegen. Doch vor allem die Einfuhr von Erdgas über den Seeweg hat sich seit 2021 vervielfacht. Lagen die Importe hier 2021 noch bei etwas über 200.000 Tonnen, haben die Erdgasterminals 2024 fast 5 Millionen Tonnen erhalten.
Auch durch die Lieferungen von 4,3 Millionen Tonnen Erdgas sind die Vereinigten Staaten zu Deutschlands wichtigstem Partner im Seehandel geworden. Insgesamt betrug 2024 der Güterumschlag mit den USA 29,8 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber 2023. Im Vergleich zu 2022, in dem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, ist es sogar ein Wachstum von über 35 Prozent.
Nach den USA folgen Norwegen mit 25,8 Millionen Tonnen, Schweden mit 23,8 Millionen Tonnen und China mit 19,1 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter. Dabei ist China weiterhin der wichtigste Partner für den Umschlag mit Containern. Die Containerhäfen in Deutschland haben 2024 über 13 Millionen
Hafen Hamburg Marketing e.V.eingetragener Verein berichtet, dass der Hamburger Hafen 2024 insgesamt 111,8 Millionen Tonnen Seegüter umgeschlagen hat. Im Vergleich zu 2023 ist es ein Rückgang um 2,1 Prozent. Dennoch bleibt Hamburg Deutschlands größter Seehafen.
Die Ladungstypen werden hier in Massengut, trocken und flüssig, und Stückgut aufgeteilt. Zum Stückgut gehören auch Container. Stückgüter hat der Hamburger Hafen 2024 mit 78,7 Millionen Tonnen knapp ein Prozent mehr umgeschlagen, während Massengüter mit 33,1 Prozent um 8,6 Prozent zurück gegangen sind. Mit 70 Prozent besteht der größte Teil des Umschlages in Hamburg aus Containern. Der Containerumschlag lag 2024 bei insgesamt 77,5 Millionen Tonnen oder 7,8 Millionen TEUTwenty-Foot Equivalent Unit.
Seeschiffe bringen einen immer größeren Anteil an allen Im- und Exporten nach Deutschland. Der Anteil ist von 27,0 Prozent 2019 auf 31,8 Prozent im Jahr 2024 gestiegen.
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Der Massengutumschlag beinhaltet trockenes Massengut wie Erze, Kohle und Getreide und flüssiges Massengut wie Erdgas und Erdöl. Vor allem die reduzierte Einfuhr von Kohle macht sich im Hamburger und Rostocker Hafen bemerkbar.
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Als Stückgüter wird Ladung bezeichnet, die in einem Stück verladen und gesichert wird. Dazu gehören neben Containern auch Metalle, Teile von Windkraftanlagen, Holz, Fahrzeuge und Stahl.
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Container werden immer häufiger dafür eingesetzt, kleinere Stückgüter zu transportieren. In der Grafik ist Rostock mit einer Umschlagmenge von weit unter 100.000 TEUTwenty-Foot Equivalent Unit nicht mehr berücksichtigt.
BundeswehrDeutschlands zweitgrößter Hafen ist in Bremerhaven, er gehört jedoch dem Land Bremen. Laut bremenports GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG hat der Bremerhavener Hafen 2024 insgesamt 51,2 Millionen Tonnen umgeschlagen. Gegenüber 2023 konnte sich Bremerhaven um über acht Prozent verbessern.
Auch in Bremerhaven macht der Stückgutbereich mit etwa 50,9 Millionen Tonnen den Hauptanteil des Güterumschlags aus. Darunter fallen auch 4,4 Millionen TEUTwenty-Foot Equivalent Unit umgeschlagene Container und 1,3 Millionen Fahrzeuge mit 2,7 Millionen Tonnen. Der Containerumschlag ist in Bremerhaven in einem Jahr um fast zehn Prozent gewachsen, wobei der Fahrzeugumschlag um über 15 Prozent gesunken ist.
Wilhelmshaven konnte dagegen 2024 den Container- und Fahrzeugumschlag steigern. Laut Seaports of Niedersachsen GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung hat der westlichste Seehafen Deutschlands 2024 insgesamt 35,3 Millionen Tonnen umgeschlagen. Gegenüber dem Vorjahr ist es ein Wachstum von 13 Prozent. Den größten Teil des Umschlags erreicht Wilhelmshaven weiterhin mit flüssigen Massengütern mit 25,6 Millionen Tonnen. Auch trockene Massengüter konnten ein Plus von 13 Prozent auf 2,6 Millionen Tonnen verrechnen.
Stückgüter kamen 2024 auf 7,1 Millionen Tonnen. Dies ist ein Wachstum 33 Prozent. Unter den Stückgütern waren 843.452 TEUTwenty-Foot Equivalent Unit im Containerumschlag und 74.000 Fahrzeuge. Der Hafen hat 2024 damit 59 Prozent mehr Container und mehr als doppelt so viele Fahrzeuge im Vergleich zu 2023 umgeschlagen.
Die Bundeswehr verlädt Fahrzeuge auf eine Fähre für den Weitertransport nach Litauen im Rostocker Hafen
Bundeswehr/Anne WeinrichDeutschlands größter Ostsee-Hafen Rostock, Rostock Port GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung berichtet von seinem bis jetzt zweitbestes Jahr seit Bestehen des Hafens. Mit einem Güterumschlag von 30,1 Millionen Tonnen lag das Ergebnis von 2024 nur knappe 800.000 Tonnen unter dem derzeit besten Jahr 2023. Dies ist ein Rückgang von 2,6 Prozent.
Den größten Anteil machen mit 17,5 Millionen Tonnen auch hier Stückgüter aus. Unter die Massengüter fallen die Schüttgüter mit 5,1 Millionen Tonnen und die Flüssiggüter mit 7,9 Millionen Tonnen. Der Umschlag mit Schüttgütern ist um 11 Prozent gesunken. Jedoch konnten sich die flüssigen Massengüter auch auf dem Vorjahresniveau halten. Zu den 7,9 Millionen Tonnen Flüssiggut waren sechs Millionen Tonnen Rohöl. Das fast ein Viertel der Erdölimporte im gesamten Seegüterumschlag.
von Presse- und Informationszentrum der Marine