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Maritime Abhängigkeit

Daten und Fakten zur deutschen Handelsflotte 2024

Schiffe und deutsches seemännisches Personal sind wichtig für den Erhalt des Schifffahrtstandorts Deutschland. Und im Krisenfall gewährleisten die 1.675 Schiffe der deutschen Handelsflotte die Nachversorgung der Bevölkerung und des Militärs.

Containerschiffe im Hafen an der Pier.

Im Hamburger Hafen liegt auch die Brussels Express, eines der Containerschiffe welches die deutsche Flagge nutzt

Bundeswehr/Axel Schult

Die Bevölkerung bräuchte weiterhin Lebensmittel, die Industrie Rohstoffe für ihre Produktion und die Strom- und Wärmeerzeugung. Das Militär müsste Truppen und Material dorthin transportieren, wo sie benötigt werden. Zudem gilt es, auch eine Nachversorgung militärischer Güter nach Deutschland sicherzustellen.

Da die Bundeswehr keine eigenen Frachtschiffe für diese Aufgabe hat, müssen die Streitkräfte im Krisenfall auf zivile Schiffe zurückgreifen. Deshalb ist die Information wichtig, wie viele und welche Schiffe in der deutschen Handelsflotte vorhanden sind und wie viel deutsches seemännisches Personal diese Schiffe fahren könnte.

Die deutsche Handelsflotte besteht aus Schiffen unter deutscher Flagge und Schiffen deutscher Eigner, die befristet unter fremder Flagge fahren. Neben Art und der Anzahl der Schiffe ist deren Größe von Bedeutung. Größere Schiffe können generell mehr transportieren.

Somit kann man den Bestand einer Flotte auf zwei Arten betrachten: nach der Anzahl der Schiffe oder der Größe der Schiffe. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSHBundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) erstellt monatliche Statistiken zur Handelsflotte über Schiffe ab 100 BRZBruttoraumzahl. Diese werden auf der Webseite der deutschen Flaggenstaatsverwaltung „Deutsche Flagge“ veröffentlicht.

Weniger als 15 Prozent fahren unter deutscher Flagge

Insgesamt umfasste die deutsche Handelsflotte über das Jahr 2024 um die 1.691 Schiffe mit 43,9 Millionen BRZBruttoraumzahl. Im Vergleich zu 2023 ist die Zahl der Schiffe stabil geblieben, wobei es bei der Größe ein Zuwachs von 4 Prozent gab. Darunter sind über das Jahr hinweg gesehen etwa 257 Schiffe, die unter der deutschen Flagge fuhren. Dies ist ein Rückgang von fast vier Prozent gegenüber 2023. Prozentual nutzen nur etwa 15 Prozent der Handelsflotte Deutschlands auch die deutsche Flagge.

Dennoch ist zu beachten, dass im Vergleich der Größe es mit um die 8,2 Millionen BRZBruttoraumzahl eine Steigerung um rund sieben Prozent gab. Hier ist im Vergleich der Anteil der Schiffe unter deutscher Flagge mit über 18 Prozent leicht gestiegen.

•    Die Anzahl der Schiffe deutscher Eigner, die 2024 unter fremder Flagge fuhren, lag bei 1.433 Schiffen. Verglichen mit dem Jahr 2023 bedeutet das ein Anstieg um 1,2 Prozent. 
•    Betrachtet man die Größe der Schiffe, so gab es unter den befristet ausgeflaggten Schiffen mit durchschnittlich 35,7 Millionen BRZBruttoraumzahl einen Rückgang um fast 3,5 Prozent.

Drittgrößte Containerschiffflotte

Die meisten Schiffe unter deutscher Flagge zählten am Stichtag 31. Dezember 2024 zu der Kategorie Personenbeförderung. Hierzu gehören Fähren mit und ohne Kabinen, aber auch Sportangelfahrzeuge.

Des Weiteren fahren 67 Containerschiffe und 46 Stückgutfrachter unter deutscher Flagge. In der weltweiten Rangliste ist die deutsche Flagge damit unter den Containerschiffflotten auf Platz zehn. Neben neun RoRo-Schiffen (bei denen die Ladung auf und vom Schiff gefahren wird) nutzen auch 14 Autofähren und zwei Eisenbahnfähren die deutsche Flagge. Hinzu kommen 20 Tanker und 20 Mehrzweck- und Spezialtransportfrachter.

Den größten Anteil der Schiffe deutscher Eigner unter fremder Flagge machen mit 511 Schiffen die Containerschiffe aus. Im weltweiten Vergleich belegen sie zusammen mit den Schiffen unter deutscher Flagge Platz drei. Weiterhin gibt es 313 ausgeflaggte Stückgutfrachter, 254 Mehrzwecktrockenfrachter und 165 Massengutfrachter. Unter den Schiffen zur Personenbeförderung wurden 17 befristet ausgeflaggt. Zudem fahren 140 Tanker von deutschen Eignern unter fremder Flagge.  

Seemännisches Personal

Bei der Ausbildung zum Schiffsmechaniker oder zum Offiziersassistenten gab es laut der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e.V.eingetragener Verein (BBS) 2024 mehr Auszubildende als im Vorjahr. In der Ausbildung zum Schiffsmechaniker und zur Schiffmechanikerin standen 2024 insgesamt 318 Auszubildende und somit fast zwölf Prozent mehr als 2023.

Mit 186 ausgestellten Ausbildungsbescheinigungen stieg die Anzahl der Offiziersassistenten und Offiziersassistentinnen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Die meisten Auszubildenden (15) gab es im nautischen Bereich, gefolgt von der Technik (26) und der Elektrotechnik (9).

Laut einer Aufstellung der Knappschaft-Bahn-See vom 31. März 2025 waren 6.939 Personen als seemännisches Personal gemeldet, darunter 4.405 Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft und 2.534 Personen mit einer anderen Staatsbürgerschaft. Mit 1.439 kommen die meisten ausländischen Angestellten aus den Philippinen. Sie arbeiten zu fast 50 Prozent im Decksdienst.

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