COVID-19-Homeoffice: Plötzlich allein zu Haus

COVID-19-Homeoffice: Plötzlich allein zu Haus

  • Coronavirus
  • Personal
Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
2 MIN

Wegen des Corona-Virus werden wir plötzlich aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Viele haben damit bisher keine Erfahrung. Seit dem ersten bestätigten Fall von COVID-19Coronavirus Disease 2019 ist der Begriff Homeoffice fast so virulent wie das Virus selbst und die Arbeitsform erlebt einen regelrechten Schub. Auch bei der Bundeswehr. Auch für mich.

 Der Redakteur, ein Mann mit Bart, schwarzer Brille und Cap, an seinem Homeoffice-Arbeitsplatz.

Plötzlich im „Corhome-Office“. Klappt eigentlich ganz gut - bis jetzt …

Bundeswehr

Hallo allerseits, ich bin Jörg Dilthey vom Presse- und Informationszentrum Personal. Redakteur meines Zeichens und arbeite gerade von zu Hause. Ob ich will oder nicht. Ich habe es „Corhome-Office“ genannt. Meine Freunde so: „Oh, Du hast es gut. Das ist bestimmt super entspannt.“ Ich rolle die Augen und schaue genervt an die Decke. Ironisch erwidere ich: „Klar, ist es! Ich liege den ganzen Tag nur im Bett, trage Jogginghosen, verwahrlose von Tag zu Tag und hin und wieder schiebe ich den Cursor mal ein wenig über die beiden Bildschirme meiner unverschämt großen iMac’s.''

Nein, so ist es wahrlich nicht. Die ersten Tage waren tatsächlich sehr produktiv. Ich habe viel geschafft und trotz der räumlichen Distanz zu den Vorgesetzten waren die Wege doch sehr kurz. Teilweise sogar schneller als vor Ort im Dienst. Wer hätte das gedacht. Ich sah zum ersten Mal seit Jahren einen lebendigen Postboten.

Der Redakteuer vorm Bildschirm seines Computers

Mein erster, von zu Hause erledigter Auftrag

Bundeswehr

Andererseits fehlen mir meine Kolleginnen und Kollegen. Weil sie lustig sind und ich sie sehr gerne habe. Und weil ich ohne soziale Kontakte ständig in Internetlöcher falle. Ungefähr so wie Alice im Wunderland, wenn sie durch den Spiegel geht.

Veränderte Arbeitsabläufe durch Corona

Überhaupt wird ja ein Großteil unserer Arbeit am PC oder Laptop erledigt. Mein erster Beitrag handelte übrigens vom neu eingerichteten Lagezentrum im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Zwischen verfassen und veröffentlichen des Artikels lagen gerade mal vier Stunden. Das war wirklich schnell und hat mich gefreut.

Schwierig gestaltet sich die Recherche für Artikel. Als Redakteur bin ich normalerweise auf Veranstaltungen unterwegs oder besuche andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr für Interviews. Das ist jetzt komplett anders, nicht nur ich bin im Homeoffice, auch meine Gesprächspartner. Und Veranstaltungen werden großflächig abgesagt. So führe ich nun Telefoninterviews, auch eine neue Erfahrung.

Mobil im Kontakt mit dem Team

Über mobile Geräte verschicken wir Mails und halten Telefonkonferenzen ab. Um die Kolleginnen und Kollegen trotzdem mal zu sehen, greifen wir zur Webcam und sprechen mehrmals die Woche in einer Videokonferenz miteinander. Dabei wird gemeinsam das Vorgehen geplant - oder einfach virtuell mit der Kaffeetasse angestoßen.

Das geht überraschend einfach und ist zudem nach ein paar ersten Versuchen sehr effizient. Denn für diese Videokonferenzen erstellen wir vorab Themenlisten und besprechen dann reihum, wer was wann und wie macht. Jeder gibt ein kurzes Update und nach höchstens 20 Minuten sind alle auf dem gleichen Wissenstand.

Der Redakteuer auf seinem Sofa mit einer Tasse Kaffee

Internet-Probleme? Ja, ja, ich arbeite dran …

Bundeswehr

So waren die ersten zwei Wochen im Homeoffice ungewohnt, aber auch sehr interessant. Uns allen macht das Homeoffice Spaß und die Arbeit läuft erstaunlich reibungslos.

Einen sehr großen Nachteil gibt es dann aber doch: Das Redaktionsteam mal in Persona zu sehen und gemeinsam in der Truppenküche essen zu gehen, das fehlt.

von Jörg Dilthey  E-Mail schreiben