Bootcamp Ostfriesland

Heimatschutzkompanie Küste macht Heimatschutz erlebbar

Heimatschutzkompanie Küste macht Heimatschutz erlebbar

Datum:
Ort:
Wittmund
Lesedauer:
4 MIN

Erstmalig fand ein Bootcamp der Bundeswehr auf der ostfriesischen Halbinsel statt. 34 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 42 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen bis zu 13 Stunden Anreise in Kauf, um die Bundeswehr einmal persönlich zu erleben. Viele erhielten wichtige Erkenntnisse bei der Entscheidungsfindung, Soldatin oder Soldat zu werden.

Mehrere Personen im Feld vor Zelten, vorne brennt ein Lagerfeuer

Leben im Felde stand auch auf dem Dienstplan

Bundeswehr/Dietmar Lindner

Das vom Karriereberatungsbüro Aurich organisierte Bootcamp widmete sich erstmals dem Thema „Heimatschutz“. Die Ausbildung der Teilnehmenden übernahm die Heimatschutzkompanie Küste aus Wittmund.

Man kommt sich ein bisschen verkleidet vor“

Nach der Anreise hieß es zunächst einmal: Maß nehmen. Die Bootcamper wurden vor Ort in Wittmund mit militärischer Ausrüstung ausgestattet. Vom Feldanzug über Nässeschutz bis hin zu Klappspaten und Essgeschirr waren die Taschen am Ende voll. „Man kommt sich ein bisschen verkleidet vor,“ rief ein Teilnehmer mit einem Schmunzeln im Gesicht über den Flur.

Nachmittags wurde dann mit der ersten Ausbildung begonnen: Formaldienst stand auf dem Dienstplan. Zunächst wurde auf dem Flur der Unterkunft angetreten. Links um, rechts um und kehrt. Die Ausbilder achteten bereits hier auf die saubere Ausführung der Bewegungen. Danach hieß es, im Gleichschritt die Kaserne in Wittmund zu erkunden, bevor es zum gemeinsamen Abendessen in die Truppenküche ging.

Nach der Abendverpflegung ging es gemeinsam in den Unterrichtsraum. Es folgte eine Vorstellung des Heimatschutzes. Kapitänleutnant Dirk Ermeling, Zugführer in der Heimatschutzkompanie Küste und in der gleichen Funktion auch für das Bootcamp verantwortlich, machte in einem lebhaften Vortrag die Aufträge des Heimatschutzes deutlich. Dabei betonte er die Wichtigkeit dieses Auftrags mehrfach mit anschaulichen Beispielen.

Die Reserve ist ein wichtiger Bestandteil der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr, gerade in der heutigen Zeit,“ ließ der „KaLeu“ mehrfach verlauten. Nach Ende des Vortrages wurde gemeinsam zum Unterkunftsgebäude marschiert. Um 19.30 Uhr verabschiedeten Ermeling und Hauptmann Markus Meyer, Leiter des Karriereberatungsbüros der Bundeswehr in Aurich, die Teilnehmenden in die Dienstunterbrechung. Zur Nachtruhe um 22.00 Uhr waren aufgrund des anstrengenden Tages bereits viele Augen geschlossen.

Frühsport, Übungsplatz und Grillabend

„Bootcamp aufstehen“, hallte es bereits um 05.00 Uhr durch die Flure. Der Zugführer ließ direkt danach zum Frühsport antreten. Auf dem naheliegenden Sportplatz wurden Körper und Geist für den Ausbildungstag in Schwung gebracht. Nach der Körperhygiene und dem gemeinsamen Frühstück ging es mit dem Bus zum Standortübungsplatz. Die Ausbilder der Heimatschutzkompanie Küste hatten bereits die Stationen der Ausbildung vorbereitet.

Pünktlich um 08.00 Uhr ging es dann richtig los. Es standen Tarnen und Täuschen, Zelte auf- und abbauen, Leben im Felde, Bewegungsarten und Sanitätsausbildung auf dem Plan. Zum Mittagessen gab es Erbsensuppe im Gelände. „Das Essen ist super. Wie wir hier umsorgt werden, das ist schon wirklich klasse und super organisiert,“ strahlte Anna Sophie. „Ich möchte hier einiges für mich mitnehmen, gucken, wie ich körperlich drauf bin und natürlich die Kameradschaft und den Zusammenhalt erleben,“ so Anna Sophie J. weiter. 

Erbsensuppe im Gelände

Erbsensuppe im Gelände

Bundeswehr/Dietmar Lindner

Nachdem alle Stationen absolviert waren, ging es wieder zurück in die Truppenunterkunft des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“, wo auch die Heimatschutzkompanie Küste ihren Sitz hat.

Am Abend fand dann ein gemeinsamer Grillabend statt - die Zeit wurde genutzt, um sich gegenseitig über das bisher Erlebte auszutauschen.

Gemeinsam ans Ziel

Am dritten Tag wurde nach dem obligatorischen Frühsport und dem gemeinsamen Frühstück wieder auf den Standortübungsplatz verlegt, wo es mit Funkausbildung sowie Orientieren im Gelände weiterging. Nach dem Mittagessen wartete bereits der Bus zum Fliegerhorst Upjever – dort stand das Überwinden der Hindernisbahn an.

„Wir wollen sehen, dass Sie hier als Gruppe, als Team funktionieren. Nur gemeinsam kommen Sie ans Ziel. Sowohl hier auf der Hindernisbahn als auch im militärischen Alltag. Teamgeist und Zusammenhalt, das ist das Ausbildungsziel,“ schwörte Ermeling die Bootcamper ein.

Dann ging es los, zunächst als Gruppe und dann alle gemeinsam im Zugrahmen bezwangen sie die Hindernisse. „Eine tolle Kameradschaft, die ich hier erleben darf. Ich nehme hier viel für mich mit. Ich wollte das Camp nutzen, um mir ein Bild von den Tätigkeiten eines Soldaten zu machen. Das ist mir gelungen, ich kann mir das sehr gut vorstellen,“ fasste Volkan C. nach dem gemeinsamen Erlebnis zusammen.

Eine Gruppe von Menschen überwindet gemeinsam eine Hindernisbahn

Gemeinsam über die Hindernisbahn

Bundeswehr/Dietmar Lindner

Schietwetter – so sagt man auf platt

Am Donnerstag machte der Wettergott dem Bootcamp einen Strich durch die Rechnung. Starkregen und Sturmwarnung sorgten dafür, dass man die Geländeausbildung durch Stationsausbildung in der Kaserne ersetzte.

Schietwetter, so sagt man auf Platt,“ scherzte Stabsfeldwebel Schwaldat, Karriereberater aus Aurich, nachdem eine Teilnehmerin ihn auf das typisch norddeutsche Wetter ansprach.

Das schlechte Wetter hatte trotzdem etwas Gutes. Als Ersatz für die Ausbildung auf dem Übungsplatz ging es für die Ausbildungsgruppen abwechselnd in den AGSHPAusbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen, den Schießsimulator - ein Highlight für die Teilnehmer*innen. „Ich habe gehofft, dass wir in den Simulator gehen. Toll, dass uns das geboten wird,“ sagte Anne M., nach Bekanntgabe des neuen Tagesablaufs. Am Abend gab es noch einmal ein gemeinsames Grillen zum Abschluss. 

Abschied nehmen

Am letzten Tag hieß es dann „Auskleidung“. Im Anschluss rief Hauptmann Meyer zum Abschlussantreten und verteilte Urkunden an die Bootcamper. Mit den besten Wünschen für eine gesunde Heimfahrt hieß es dann Abschied nehmen und ab nach Hause.

Das Fazit liefert Anna Sophie: „Das war genau das, was ich erwartet habe. Anstrengende und herausfordernde Ausbildung, Erleben von Zusammenhalt und Kameradschaft sowie eine tolle Organisation seitens der Bundeswehr.“

von Markus Meyer  E-Mail schreiben