Pop-Up-Karrierelounge Nürnberg

Karriereberatung der Bundeswehr in der Fußgängerzone

Karriereberatung der Bundeswehr in der Fußgängerzone

Datum:
Ort:
Nürnberg
Lesedauer:
3 MIN

Schuhläden, Bekleidungsketten, Optiker – genau das, was man in einer Fußgängerzone erwarten würde. Ein neues Geschäft in bester Lage fällt in Nürnberg besonders ins Auge: Bundeswehrausrüstung und Uniformteile machen neugierig zwischen den Einzelhändlern. Es ist die Pop-Up-Karrierelounge-der Bundeswehr, um Interessierte spontan zu begeistern.

Eine Fußgängerzone

Die neue Pop-Up-Karrierelounge der Bundeswehr in Nürnberg

Bundeswehr/ Fred Flor

Polygoner Tarndruck ziert jetzt die Fenster zur Fußgängerzone und weist sofort auf den neuen Ladeninhaber – die Bundeswehr - hin. In seiner Planung konnte der Projektverantwortliche, Regierungsamtmann Markus A. , sich auf die Erfahrungen aus anderen Städten stützen. So hat die Bundeswehr in den vergangenen Jahren bereits Pop-Up-Karrierelounges in Erfurt und Oberhausen betrieben.

Harter Kampf um Fachkräfte

Wie jedes Unternehmen muss auch die Bundeswehr als Arbeitgeber um den personellen Nachwuchs und die geeigneten Fachkräfte ringen. Daher präsentiert sich die Bundeswehr nicht nur in den klassischen Medien wie Zeitung, TV und Hörfunk, sondern natürlich auch in den Sozialen Medien, wie Instagram und Facebook.

Trotzdem ist die beliebteste Art der Information immer noch das persönliche Gespräch im direkten Kontakt. So entstand die Idee, mit einer Pop-Up-Karrierelounge dorthin zu gehen, wo man mit möglichst vielen Menschen in Kontakt treten kann. Getreu dem Motto: „Aus den Kasernen heraus – hinein in die Fußgängerzone!“

Vorbild aus den USA

Eins der Vorbilder ist das von den USUnited States-Streitkräften betriebene sogenannte Recruiting Office am Times Square, welches nach genau denselben Überlegungen an dem Ort mit der größten Fußgängerdichte errichtet wurde.

Im Gegensatz zum amerikanischen Vorbild sind die Pop-Up-Karrierelounges temporär. Der Laden in Nürnberg schließt Ende Dezember 2022 wieder seine Pforten.

Gesamtüberblick über die Bundeswehr

Die Pop-Up-Lounge bildet die Vielfältigkeit des Arbeitgebers Bundeswehr mit seinen über 1.000 Berufsbildern und bundesweit über 50 Ausbildungsberufen über Themenwochen ab.

Dabei präsentiert sich die Truppe mit stetig wechselnden Exponaten und Soldatinnen und Soldaten aus unterschiedlichsten Aufgabenbereichen, wie A. erklärt „Meistens kommen Truppenteile aus der Region zu uns. Hier bei der Eröffnung in Nürnberg unterstützen uns Soldaten aus dem Panzergrenadierbataillon in Regen“, so der Regierungsamtsmann.

Positive Reaktion der Passanten

Das Interesse der Passanten zeigt, dass das Konzept aufgeht. Allein am Eröffnungstag, dem 29. Oktober 2022, kamen über 3.000 Besucherinnen und Besucher. Manche nur zum Schauen, viele aber auch mit ganz konkreten Berufs- und Karrierewünschen.

Für sie steht das Team der Karriereberatung bereit. Denn in der Lounge wird nicht nur die Bundeswehr präsentiert, sondern es werden auch Beratungsgespräche geführt. Die Karriereberaterinnen- und berater nehmen sich für die einzelnen Interessenten rund eine Stunde Zeit, um deren Fragen umfassend zu beantworten.

Teils führt das zu Überraschungen: der 21-jährige Marcel P. aus Fürth hatte sich zwar schon Gedanken über eine Bewerbung bei der Luftwaffe gemacht, ist nach dem Gespräch mit konkreten Antworten dennoch verblüfft. „Mir war gar nicht klar, wie viele Möglichkeiten es bei der Luftwaffe gibt, auch wenn man kein Abi in der Tasche hat“ so Marcel nach dem Gespräch.

Eine Vielzahl an unterschiedlichen Ansprechpartnern

Immer stehen mehrere Ansprechpartner für Fragen bereit. Hauptgefreiter Sarah A. kommt aus dem Panzergrenadierbataillon in Regen- direkt im Bayerischen Wald. In ihrer Haupttätigkeit ist sie Kraftfahrerin des Schützenpanzers Puma. Daher kann sie Interessierten ein authentisches Bild über diese Tätigkeit und den Dienst in der Bundeswehr vermitteln.

„Das Bild der Bundeswehr ist bei den Menschen oft verzerrt, weil diese oft nur aus Filmen eine Vorstellung haben, wie der Alltag hinter dem Kasernenzaun aussieht. Ich bin immer wieder froh, wenn ich aus meinem Beruf erzählen und mit Vorurteilen aufräumen kann“, so die Soldatin.

Ein positives Fazit schon jetzt

In der Pop-Up-Karrierelounge geht es aber nicht allein um Karriereberatung. In den Store kommen auch viele, die einfach nur etwas über die Bundeswehr erfahren wollen. Neben Älteren, die selbst noch Wehrdienst geleistet haben, sind darunter auch viele, die bisher keine, oder nur wenige Berührungspunkte mit der Bundeswehr hatten. Daher sind auch zivile Mitarbeiter der Bundeswehr und Mitarbeiter aus dem Assessment vertreten.

Für Markus A. hat sich die harte Arbeit im Vorfeld jedenfalls gelohnt: Die letzten Aufbauarbeiten haben bis drei Uhr nachts gedauert, am Ende war es eine Punktlandung. Das Resultat kann sich aber wirklich sehen lassen“ so der Regierungsamtmann stolz.

von Christian  Rump  E-Mail schreiben

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