Aufstieg im Brandschutz

Neuer Weg zur Feuerwehr-Führungskraft

Neuer Weg zur Feuerwehr-Führungskraft

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3. April 2023: Ausbildungsbeginn an der Bergischen Universität in Wuppertal. Für eine Beamtin und 14 Beamte der Bundeswehr-Feuerwehr beginnt heute der fachtheoretische Teil einer neuen Aufstiegsmöglichkeit in den gehobenen technischen Verwaltungsdienst – Verwendungsbereich Brandschutz.

Blick von oben auf eine Treppe. Darauf rund 25 Menschen in Zivil oder Uniform.

Ausbildungsbeginn an der Bergischen Universität: Für eine Beamtin und 14 Beamte der Bundeswehr-Feuerwehr beginnt jetzt der fachtheoretische Teil ihres Aufstiegsverfahrens

PIZ Personal / Andreas Metka

Das Kooperationsprojekt mit der Bergischen Universität Wuppertal setzt neue Maßstäbe für die Weiterbildung in der Bundeswehr. „Es ist der Beginn einer wunderbaren und beispielgebenden Kooperation,“ sagte Prof. Dr. Roland Goertz, der Direktor des Feuerwehrwissenschaftlichen Instituts an der Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik.

Hier werden die Aufsteigerinnen und Aufsteiger eine speziell für sie entwickelte Qualifizierung als Bestandteil der insgesamt zweijährigen Ausbildung erhalten. Die Zeit an der Universität umfasst dabei rund acht Monate Vorlesungszeit über zwei Semester.

Entwicklungsperspektiven für Bestandspersonal

Mit dem Modell nutze man die Möglichkeiten im Beamtenlaufbahnrecht und schaffe ein neues Aufstiegsformat für die rund 3.200 zivilen Feuerwehrleute des mittleren technischen Verwaltungsdienstes im Verwendungsbereich Brandschutz, unterstrich der im Bundesministerium der Verteidigung mit der Ausbildung von Zivilpersonal betraute Ministerialrat Eric S.. Damit ergänze man eine seit 2017 bestehende Kooperation mit der Bergischen Universität beim dualen Studiengang Sicherheitstechnik.

Besonders erfreulich sei die vollständige Besetzung aller zur Verfügung stehenden Plätze mit Beamtinnen und Beamten aus allen Teilen Deutschlands. Dies zeige die hohe Attraktivität der angebotenen Qualifizierungsmaßnahme. Auch Dr. Friedhelm Wolter, Direktor des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr, lobte das gemeinsame Kooperationsprojekt von BMVgBundesministerium der Verteidigung, BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr und der Bergischen Universität. Es sei zukunftsweisend für die Weiterentwicklung von eigenem Personal.

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In Zukunft Führungskraft - Vorbereiten auf die neue Funktion

„Freuen Sie sich auf Ihre Zeit an der Universität – und dann, wenn Sie fertig sind, freuen wir uns auf Sie!“ Wissen und Erfahrung würden dringend gebraucht und es gebe viele unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten im gehobenen Brandschutzdienst. Den damit einhergehenden Rollenwechsel betonte Oberst i.G.im Generalstabsdienst Georg von H., Leiter des im BMVgBundesministerium der Verteidigung unter anderem für Brandschutz zuständigen Referats IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen II 6.

„Sie bereiten sich auf eine neue Funktion vor, Sie sind dann keine Truppmänner und -frauen mehr, sondern Sie müssen Einsätze führen!“ Man habe in den Streitkräften „gute Erfahrungen mit einer ausgewogenen Mischung von akademisch ausgebildetem Führungspersonal, und solchem, das aufbauend auf umfassenden praktischen Erfahrungen eine Aufstiegsausbildung durchlaufen hat“.

Einblick in aktuelle Arbeitsmethoden und Inhalte

Diese Kombination habe sich „extrem bewährt“, erläutert von H.. Beide Karrierewege seien nötig, denn die Anforderungen an Führungskräfte im Brandschutz entwickelten sich ständig weiter – daher müsse sich neben dem eigenen Wissen auch die Perspektive weiterentwickeln. Dafür erhalten die künftigen Führungskräfte aktuelle Einblicke in wissenschaftliche Arbeitsmethoden und Inhalte.

„Die Aufsteigerinnen und Aufsteiger lernen neben mathematischen, physikalischen und chemischen Basics bei uns auch Notwendiges über Raumbrände, Branddynamik, gefährliche Stoffe und Reaktionen ebenso wie über Feuerwehrorganisation und -management“, erläutert Kursleiterin Dr. Bianca W.. Am Ende des zweiten Ausbildungsabschnitts an der Bergischen Universität erwartet die Teilnehmenden neben schriftlichen Prüfungen eine Abschlussarbeit und Laborpraktika.

Unterstützung während der Studienzeit

Während der gesamten beiden universitären Ausbildungsabschnitte werden die Teilnehmenden intensiv durch das Zentrum für Weiterbildung der Bergischen Universität betreut. Hier werden auch die Erfahrungen und das Feedback der Beamtinnen und Beamten ausgewertet.

Denn die fachspezifische Qualifizierung als neue Aufstiegschance für die zivilen Feuerwehrleute der Bundeswehr wird fortgeführt und auch 2023 und 2024 wieder im Karriereportal ausgeschrieben.

von Ulrich Veen  E-Mail schreiben

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