Vortragender: Leitender Regierungsdirektor am Zentrum Cyber-Operationen

Vortragender: Leitender Regierungsdirektor am Zentrum Cyber-Operationen

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Das Wappen des ZCO beinhaltet ein Schwert vor dem Hintergrund einer Tastatur und einer Weltkugel.
Bundeswehr

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Der Kernauftrag des Zentrums Cyber-Operationen (ZCO) besteht darin, Operationen im Cyberraum zur Aufklärung und Wirkung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung und in mandatierten Einsätzen der Bundeswehr vorzubereiten und durchzuführen. „Salopp formuliert, hacken wir legal für die Bundeswehr“, sagt Günter Bobinger, Leitender Regierungsdirektor im ZCO. Der gebürtige Augsburger hat Ende der siebziger Jahre an der Universität der Bundeswehr in München Informatik studiert. Als Luftwaffenuniformträger war er zunächst Fernmeldeoffizier und unterrichtete später an einer Fachschule für Datenverarbeitung. Als seine Soldatenzeit endete, wollte er bei der Bundeswehr bleiben und wechselte in die Beamtenlaufbahn des höheren Dienstes.

Legales Hacken

Neben der Einführung von SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien hat der Anfang 60-Jährige bei der Neuausrichtung der Bundeswehr den Integrierten Planungsprozess mit entworfen, war zwischenzeitlich beruflich in den USAUnited States of America und ist nun seit zweieinhalb Jahren für Ausbildung, Spezialgebiete und Softwarewerkzeuge im ZCO in Rheinbach zuständig. „Ich mag meinen Dienstposten, weil wir immer auf der Höhe der Zeit sein müssen und laufend neuen Aufgaben gegenüberstehen“, erklärt Bobinger. „Wir hacken legal mit politischer Freigabe. Das heißt, unsere Einsatzmöglichkeiten sind im Bereich mandatierter Einsätze und in Ausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung zu verorten.“

CIT

Das ZCO ist eine Dienststelle im militärischen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr

Bundeswehr/Hebbel/Twardy/Alpers/Bienert

Sicherheitslücken finden und Gegner lahmlegen

„Beim Red Teaming werden unsere Operateure darauf angesetzt, eigene Systeme anzugreifen, um Sicherheitslücken aufzuzeigen und diese später beheben zu können“, erklärt der Leitende Regierungsdirektor. „Das geschieht immer im Auftrag des Chief Information Security Officer der Bundeswehr und ist somit gesteuert und transparent.“ Auch bei Übungsgeschehen ist das ZCO mit von der Partie, denn dessen Aufklärungs- und Wirkmöglichkeiten im Cyberraum bieten ganz neue Handlungsspielräume. Zum Beispiel ist die Dienststelle in der Lage, kritische Infrastruktur für eine bestimmte Zeit punktgenau und reversibel lahm zu legen. Damit ist gemeint, dass Systeme oder Anlagen, die zur Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Stabilität notwendig sind, zeitweise außer Kraft gesetzt werden können. Energie-, Wasserversorgung oder Informationstechnik können dadurch unterbrochen und anschließend wiederhergestellt werden, ohne Schäden zu hinterlassen.

Präsent für den Beamtennachwuchs

Wegen der notwendigen Geheimhaltung kann Bobinger nicht das gesamte Fähigkeitsspektrum des ZCO darstellen, aber auch ein kleiner Einblick während der virtuellen PER-Tage ist ein Zugewinn. „Ich habe 15 Jahre lang unterrichtet und als Lehrer lebt man von der Interaktion“, findet er. „Aber in Zeiten von Corona ist uns das virtuelle Format lieber als gar nichts. Wir nehmen auf jeden Fall weiterhin teil, ob virtuell oder zukünftig in Präsenz.“

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von Carlotta Witt  E-Mail schreiben