Senior Course

„Gute Führung ist ein Chamäleon“

„Gute Führung ist ein Chamäleon“

  • Ausbildung
  • Führungsakademie der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

Was erwartet meine Führungskraft von mir? Beziehungsweise was erwarten meine Mitarbeitenden von mir? Eine der beiden Fragen hat sich wohl jeder schon irgendwann in seiner Laufbahn gestellt. Bei der Veranstaltung „Alt trifft Jung“ vom Senior Course haben angehende und erfahrene Führungskräfte die Gelegenheit, sich dazu auszutauschen.

Im Speed-Dating sitzen die Offiziere den Stabsoffizieren und zivilen Führungskräften in Stuhlreihen gegenüber.

Beim Speed-Dating tauschen sich erfahrene und junge Führungskräfte aus

Bundeswehr/Katharina Roggmann

Beim Senior Course treffen erfahrene Stabsoffiziere sowie zivile Führungskräfte der Bundeswehr aufeinander, um sich zwei Wochen lang an der Führungsakademie der Bundeswehr auszutauschen und die persönlichen Erfahrungen, verschiedenen Führungsstile und Teilsysteme kennenzulernen. Ein Part des Workshops lautet „Alt trifft jung“. Hier treffen die erfahrenen Führungskräfte auf junge Teilnehmende des Basislehrgangs Stabsoffiziere sowie Studierende der Helmut-Schmidt-Universität.

Speed-Dating

Bei einem Speed-Dating treffen „Alt“ und „Jung“ das erste Mal aufeinander. Anders als bei der Partnersuche unterhalten sich die erfahrenen und angehenden Führungskräfte nicht über ihre privaten Interessen, sondern über Führung und welche Erwartungen sie damit verknüpfen. Ein „Senior“ sitzt dabei immer einer jungen Führungskraft sowie einem Studierenden gegenüber. Die „Jungen“ erläutern ihre Erwartungen an die Führungskraft und die „Alten“ erklären, welche Erwartungen sie an ihre Mitarbeitenden haben. Beide Seiten profitieren von dem Austausch: „Wir spielen nicht Lehrer und Schüler, sondern das Aufgreifen von individuellen Positionen und gegenseitigen Erwartungen der jeweils anderen Generation ist hier Sinn der Übung“, erklärt Oberst i.G.im Generalstabsdienst Bjarne Krause, der gemeinsam mit Regierungsdirektor Thomas Lüthgen den Workshop leitet. 

Voneinander lernen

Die verschiedenen Führungsebenen sollen sich auf Augenhöhe austauschen und die Informationen für ihren Alltag nutzen, um sich gegenseitig besser zu kennen und die Einstellung und Haltung besser nachvollziehen zu können. Auch der Direktor Strategie und Fakultäten der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral André Abed, ist von dem Konzept überzeugt: „Wir bieten hier etwas für Führungskräfte an, die verstanden haben, dass man aus dem Alltag mal ausbrechen muss und sich mit Themen auseinandersetzen, die außerhalb ihrer eigenen Fachlichkeit liegen. Wenn wir das richtig machen, geben wir viele Impulse, mit denen die Teilnehmenden viel mehr voneinander, als von uns lernen.“ 

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Auf einem klappbaren Hörsaaltisch liegen eine Schirmmütze und ein Klebezettel

Zu Beginn bestimmt jeder Teilnehmende seine Anforderungen an gute Führung, die später als Gruppe bewertet werden

Bundeswehr/Katharina Roggmann
Oberstleutnant und Leutnant unterhalten sich zwischen zwei Hörsaalreihen.

Die Dienstgrade und Hierarchien spielen hier keine Rolle. Alle Teilnehmenden begegnen sich auf Augenhöhe.

Bundeswehr/Katharina Roggmann
Die Teilnehmenden stehen im Halbkreis um die Fachexpertin zum Thema „Führen im Vorschriftendschungel“

Angelehnt an die World Café-Methode durchlaufen die Teilnehmenden verschiedene Themenbereiche, die von einem Fachexperten geleitet werden

Bundeswehr/Jana Stößer

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Während des Speed-Datings werden unter anderem Berechenbarkeit der Führungskraft und Umgang mit Mehrarbeit von beiden Seiten angesprochen. „Vieles, was ich hier von den jungen Offizieren gehört habe, beruhigt mich für die Zukunft der Bundeswehr und bestärkt mich in meinem eigenen Führungsstil“, berichtet anschließend Oberst Ralf Stettner als Senior Course-Teilnehmer. Hauptmann Jens Gierend vom Basislehrgang Stabsoffiziere hat ähnliche Eindrücke von den Studierenden: „Das was ich von den Mitarbeitenden erwarte, erwarten die auch von der Führung. Das passt zusammen“. 

Führungsthemen neu denken

Nach diesem ersten Kennenlernen, werden eigenständig generationsübergreifende Gruppen gebildet. Angelehnt an die World Café-Lehrmethode, bei der in kleinen Gruppen Thematiken unter Anleitung diskutiert werden, durchlaufen die Teilnehmenden verschiedene Stationen, die von einem Fachexperten geführt werden.  Jeweils zehn Minuten lang bekommen die Gruppen Einblicke in „Ambidextrous Leadership“, das sich mit dem innovationsfreundlichen und -antreibenden Führungsgedanken beschäftigt, „Zeitgemäßes Führen“, das die Innere Führung als Schwerpunkt hat und „New Ways of Leading“, das in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung auch andere Arbeitsorganisationen aufzeigt. Außerdem gab es die Themenbereiche „Führen im Vorschriftendschungel“, „Emotionales Führen“, „Digitales Führen“ und „Agiles Führen“. 

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Mehrere Teilnehmende stehen vor dem Plenum und präsentieren ihre Ergebnisse auf Flipcharts

Bei einem offenen Gespräch finden sich frei wählbare Führungsthemen, die diskutiert und anschließend präsentiert werden

Bundeswehr/Katharina Roggmann
Schilder mit Ziffern von 1 bis 3 sind im Vordergrund. Workshop-Leiter Oberst i.G. Krause blickt auf die Bewertungen der Jury.

Die Fachexperten bewerten als Jury die finalen Präsentationen der Gruppenarbeiten zum Thema „Rahmenbedingungen für gute Führung“

Bundeswehr/Jana Stößer

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Im Anschluss dürfen die Teilnehmenden selbst Themen zum Austausch festlegen, die in frei wählbaren Gruppen diskutiert werden. Dieses Angebot wird rege angenommen. Insgesamt werden zwei Runden mit je sieben Fragestellungen abgehandelt und anschließend präsentiert. Unter anderem haben die Teilnehmenden Gesprächsbedarf zu „Fehlerkultur“, „Benchmarking erfolgreicher Führung“, „Umgang mit Innovationen“ und „Auftragstaktik im digitalen Zeitalter“. 

Siegeswille wecken

Der Workshop „Alt trifft Jung” gipfelt in einer generationsübergreifenden Gruppenarbeit, bei der die optimalen Rahmenbedingungen für gute Führung bestimmt und präsentiert werden sollen. Als besonderen Anreiz werden die Gruppenergebnisse von den Fachexperten bewertet und die besten Teams anschließend prämiert. Damit ist der Siegeswille aller Gruppen und Generationen entfacht. Eine Gruppe führt ein kurzes Theaterstück auf, andere wechseln in die Mikro-Perspektive und betrachten so den Umgang mit unterschiedlichen Mitarbeitertypen auf humorvolle Art und Weise. Ein weiteres Team spricht von den täglichen Erwartungen an die Führungskraft und die wechselnden Herausforderungen, so dass letztlich festgehalten wird: „Gute Führung ist ein Chamäleon. Ich weiß nie, was auf mich zukommt. Dafür gibt es nicht DIE perfekten Rahmenbedingungen“.

von Jana  Stößer  E-Mail schreiben

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