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Neugier, Erkenntnisinteresse und viele Fragen.

Office-Calls haben so ihre Vorteile, besonders wenn es im Hochsommer schauert und ungemütlich wird.
Diesen Vorzug durfte am Montag, 12. August 2019 eine Delegation der Mitglieder des Bundestages (MdB) Dr. Fritz Felgentreu und MdB Detlef Pilger, sowie dem Mitglied des Landtages (MdL) Dr. Anna Köbberling erfahren, als sie das Zentrum Innere Führung besuchten. Anlass war eine mehrtägige Standortreise der Besuchergruppe an mehreren Dienststellen der Bundeswehr.
Es war die erste prominente Besuchergruppe, die Generalmajor Reinhardt Zudrop in dem jüngst zu Ehren Ulrich de Maizières umbenannten Campus begrüßen durfte.

Vier Menschen stehen lachend beieinander.

Interkulturelle Bildung, humorvoll vermitteln. MdB Detlef Pilger, MdB Felgentreu und Oberst i.G. Jan Krahmann (BMVg) werden durch ORR Stiffel (ZInFü Im Dialog) eingewiesen.

Bundeswehr / Fabian Schier

Wie bedeutsam die Innere Führung für den Zusammenhalt der Streitkräfte ist, davon konnten sich Dr. Felgentreu, Dr. Köbberling und Herr Pilger bei ihrem Nachmittagsbesuch selbst ein Bild machen. Ein Parcours mit Fotoshooting, Gallery-Walk und Vortrag zu Aufgaben, Handlungsfeldern und Herausforderungen der Inneren Führung bot Gesprächsstoff und Diskussionsbedarf. Beides sollte an diesem Tag nicht zu kurz kommen.

Der Umgang mit Vielfalt und Interkulturalität, Rechtsausbildung oder das Aktionsprogramm „Legitimation von Einsätzen“ waren nur einige Beispiele, die der Besuchergruppe aufzeigten, was am ZInFü geleistet wird, um einsatzbereite Kräfte für die Bundeswehr zu entwickeln.
Im Sinne des vor dem Campus angebrachten Blickfangs „Persönlichkeiten entwickeln“ fand  besonders die Ethikausbildung das Interesse der Besuchergruppe. Ein Eindruck, den man mit nach Berlin nehme und für deren Aufmerksamkeit es sich einzusetzen gelte.

Dr. Felgentreu und Generalmajor Zudrop

Ein Blick auf die Produkte des ZInFü. MdB Dr. Felgentreu und Generalmajor Zudrop.

Bundeswehr / Fabian Schier

Abgerundet wurde die Begegnung mit dem „Team ZInFü“ durch Gesprächsrunden mit den Gleichstellungsbeauftragten und der Personalvertretung des Hauses.

MdB Pilger fasste seine Eindrücke der Arbeit des Zentrums mit der wertschätzenden Aussage zusammen, dass das ZInFü den hohen Anspruch trage, auf gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Wandel adäquat reagieren zu wollen und wurde durch den Kommandeur in dieser Auffassung bestätigt. Neben der Vermittlung der Inneren Führung hat das ZInFü einen ständigen Auftrag zur Weiterentwicklung der Konzeption im Sinne einer gelebten Führungskultur für die gesamte Bundeswehr.

Dies ist eine Aufgabe, für die man große Flexibilität braucht. Eine Fähigkeit, die auch das ZInFü als Kommandobehörde der Bundeswehr auszeichnet, wie Generalmajor Zudrop der MdL Dr. Köbberling auf Ihre Frage hin versichern konnte.
Wie schnell das ZInFü denn sei, wollte Dr. Köbberling wissen. Man habe es schon fertiggebracht, innerhalb von sechs Wochen einen komplett neuen Lehrgang aus dem Nichts zu erschaffen, antwortete Oberst Dr. Gey in seiner Rolle Chef des Stabes in Urlaubsvertretung.

Es war eine Begegnung zwischen Legislative und Exekutive. Eine Gelegenheit, die einlud, Vorstellungen von der Bundeswehrwelt im Allgemeinen und der Welt der Inneren Führung im Besonderen mit der Realität abzugleichen. Diese Chance ließen sich die Abgeordneten nicht entgehen, um durchaus kritische Fragen zu stellen.

Ob denn die Pflichtlehrgänge bei den Lehrgangsteilnehmern gut ankommen, wollte Dr. Köbberling wissen. „Wir versuchen, stets aktuell zu sein. Wir erhalten gute Feedbacks der Teilnehmenden. Der frühe Zeitpunkt der Teilnahme vor Antritt einer Führungsverwendung ist entscheidend“ dafür, wie motiviert Lehrgangsteilnehmer sind oder nicht, äußerte sich Oberst Dr. Gey.

Vier zivile und 3 militärische Personen stehen im Kreis

Die Besuchergruppe im Gallery Walk, der Produkteschau des ZInFü. Von links: MdB Dr. Felgentreu, Generalmajor Zudrop, MdL Dr. Köbberling, MdB Pilger, Oberst i.G. Krahmann und Oberst i.G. Dr. Gey. Eingewiesen von Major Maßow (Abteilung Training …

Bundeswehr / Fabian Schier

Motivation war auch einige Momente später wieder Thema, als die Gruppe im Gallery Walk, der Produktschau des ZInFü, angelangte. Hier stellte Dr. Köbberling die Frage, ob die Teilnehmer es als „lästig“ empfinden würden, an  Veranstaltungen, wie dem Aktionsprogramm ‚Legitimation von Einsätzen‘ teilzunehmen. Eine Vermutung, die Major Maßow zu entkräften wusste: „Es gibt durchaus einige, die zu Beginn ihre ablehnende Haltung signalisieren“. Die meisten „kritischen Geister“ könne man aber durch Gespräche und Diskussionen vom Ziel und guten Ansinnen der Angebote des ZInFü überzeugen. „Zum Schluss sind dann die Kritiker unsere größten Befürworter“, so der Major.

Die Zeit war ein Thema an diesem Augustnachmittag. Zwei Stunden und 45 Minuten entpuppten sich im Nachhinein auch aufgrund vieler Fragen der MdB’s als ambitioniert. Denn je länger der Besuch dauerte, desto stärker wurde das Nachfragen der Besucher, die mit Gesprächsstoff Ihre Rückreisen antraten.

„Die Innere Führung ist Markenzeichen der Bundeswehr, sie geht mit der Zeit und stellt sich immer wieder auf neue Herausforderungen ein.“ Mit diesen Worten fasste MdB Dr. Felgentreu den Tag zusammen.

Ein Signal, das als Zeichen der Anerkennung erlebt werden darf. Und ein Interesse, das den hohen Stellenwert der Führungskultur in der Bundeswehr unterstreicht.

von Wilke Rohde
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