Pistorius würdigt Innere Führung als unverzichtbaren Kompass
- Datum:
- Ort:
- Koblenz
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Seit 70 Jahren ist die Innere Führung das Rückgrat der Bundeswehr: Der Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius am Zentrum Innere Führung betont die zeitlose Relevanz der gleichnamigen Konzeption. Sie übersetzt die Werte des Grundgesetzes in Antworten auf äußere Bedrohungen und Herausforderungen innerhalb der Bundeswehr.
Minister Pistorius und Kommandeur Generalmajor Meyer sprechen über Innere Führung als Kern der persönlichen Einsatzbereitschaft der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
Bundeswehr / Daniel KondratiukAuf der Pfaffendorfer Höhe in Koblenz wurde Boris Pistorius von Generalmajor Ansgar Meyer empfangen, seit 2024 Kommandeur der Dienststelle. Unter seiner Führung entwickelt das Zentrum die Innere Führung mit Blick auf die heutigen Herausforderungen weiter und stärkt damit das ethische und moralische Fundament der Streitkräfte, um die Einsatzbereitschaft der Truppe zu fördern.
Pistorius würdigte diese verantwortungsvolle Aufgabe sowie die Arbeit und das Engagement der Angehörigen des Zentrums. Der direkte Austausch machte dabei deutlich: Eine starke Bundeswehr lebt von Akzeptanz und Unterstützung aus der Gesellschaft.
„Diesen Rückhalt sichern wir nicht durch Worte, sondern durch konsequentes Handeln“, so der Minister. In einer Zeit multipler Krisen gelte es für die Bundeswehr, Halt und Orientierung zu bieten sowie Integrität unter Beweis zu stellen. Das Vertrauen der Gesellschaft bleibe ein Privileg, aber auch eine fortwährende Verantwortung.
Dieser muss die Bundeswehr gerecht werden, gerade mit Blick auf den Neuen Wehrdienst. Das Interesse an der Bundeswehr sei groß, so der Minister. Die Innere Führung gebe jungen Menschen eine glaubwürdige Antwort darauf, wofür es sich lohne zu dienen – nämlich den Schutz von Freiheit und Sicherheit. „Das ist ein Angebot mit Substanz“, so Pistorius.
Eine Brücke für die Bundeswehr in die Gesellschaft bildet der Beirat für Fragen der Inneren Führung. Vertreterinnen und Vertreter dieses unabhängigen Gremiums waren bei dem Termin zugegen. Die Expertinnen und Experten repräsentieren unter anderem Wissenschaft, Kirchen, Medien und Wirtschaft. Sie spiegeln zurück, wie das soldatische Selbstverständnis und die Ausrichtung der Truppe in der Bevölkerung wahrgenommen werden.
Minister Pistorius im Austausch mit Reinhold Robbe, Sprecher des Beirats für Fragen der Inneren Führung, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags und ehemaliger Wehrbeauftragter
Bundeswehr / Daniel KondratiukAls Seismograf für gesellschaftliche Erwartungen und als externe Impulsgeber beraten sie den Minister. Das Zusammentreffen aller Beteiligten am Zentrum demonstriert den engen Schulterschluss zwischen politischer Leitung, militärischer Führung sowie ziviler Expertise. Angesichts geopolitischer Instabilitäten, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Desinformation ist die gemeinsame Arbeit wichtiger denn je.
An diesem Punkt setzt die tägliche Arbeit des Zentrums Innere Führung an. Grundsätze soldatischen Handelns werden nicht nur bewahrt, sondern für die Lehre und die Praxis weiterentwickelt. Großen Anteil hat dabei die Persönlichkeitsbildung von Soldatinnen und Soldaten. Sie zielt auf die Befähigung zum kritischen Urteil und zum werteorientierten Handeln: Eine Kompetenz, die gerade in unübersichtlichen Lagen zum entscheidenden Kompass wird.
„Verteidigungsfähigkeit ist nicht nur eine Frage von Panzern und Munition. Sie beginnt in den Köpfen. Panzer fahren nicht allein durch laufende Motoren, sondern durch Menschen, die wissen, warum sie diese herausfordernde Aufgabe übernehmen.”
Die Innere Führung als Führungskultur der Bundeswehr trägt sich im Wesentlichen durch das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform. Während der Kern dieser Idee seit Gründung der Bundeswehr unverändert gültig ist, sorgt das Zentrum für eine an die aktuellen sicherheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen angepasste Ausgestaltung. Mit seinen Formaten, Angeboten und Produkten leistet das Zentrum innerhalb der Bundeswehr nicht nur wichtige Beiträge für kriegstüchtige Streitkräfte, sondern unterstützt über den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern auch die Entwicklung einer resilienten, wehrhaften Gesellschaft.
von Michèle Mertes