Empfang im Kanzleramt: Anerkennung für Einsatzsoldaten und ihre Familien
Friedrich Merz lädt Angehörige von Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zum Neujahrsempfang ins Kanzleramt nach Berlin ein.
Friedrich Merz lädt Angehörige von Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zum Neujahrsempfang ins Kanzleramt nach Berlin ein.
Ein Auslandseinsatz ist auch für die in der Heimat zurückbleibenden Familien der Soldatinnen und Soldaten eine Herausforderung. Dies gilt umso mehr in der Zeit rund um den Jahreswechsel, wenn die Menschen die Nähe ihrer Angehörigen suchen. Um ihnen Respekt und Anerkennung ausdrücken, werden Soldatenfamilien einmal im Jahr ins Kanzleramt eingeladen.
Ihre Familienmitglieder dienen an den Küsten des Libanon, in der Wüste Jordaniens oder in den Bergen des Balkans, um die Welt mit ihrer Arbeit sicherer zu machen. Auch dieses Jahr konnten wieder viele Hundert Bundeswehrangehörige über Weihnachten und Silvester nicht bei ihren Familien sein. Während die meisten Menschen in Deutschland den Jahreswechsel im Kreis ihrer Liebsten begingen, blieb bei manchen Soldatenfamilien ein Platz an der Tafel frei.
Die Welt ändert sich drastisch. Umso wichtiger sind Menschen, die unser Land schützen. Wir wissen um unsere besondere Verantwortung gegenüber diesen Frauen und Männern und ihren Angehörigen.
Das ist nicht nur für die Soldatinnen und Soldaten mitunter schwer zu verkraften. Auch für ihre Angehörigen ist es schwierig, für Wochen oder Monate auf einen geliebten Menschen verzichten zu müssen. Vor allem Kinder können kaum nachvollziehen, warum Mama oder Papa für längere Zeit nicht an ihrer Seite sein können. Sie verstehen noch nicht, dass ihr Elternteil mit seinem Dienst dafür einsteht, dass alle anderen Familien in Deutschland in Frieden leben können.
Um die Einsatzsoldatinnen und Einsatzsoldaten der Bundeswehr zu würdigen und den Angehörigen ihre Anerkennung auszusprechen, laden die jeweiligen Regierungschefs seit mehr als 20 Jahren jeden Winter eine Reihe von Soldatenfamilien ins Kanzleramt ein. Auch lässt sich der Kanzler oder die Kanzlerin per Videoschaltung direkt mit den Einsatzkontingenten der Bundeswehr im Ausland verbinden, um persönliche Neujahrsgrüße zu übermitteln und sich bei den Uniformierten für ihr Engagement zu bedanken.
Es ist schön und wichtig, die Menschen zu treffen, die hinter unseren Einsatzsoldatinnen und Einsatzsoldaten stehen. Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Soldaten und ihren Familien sehr ernst.
Kanzler Friedrich Merz setzte diese Tradition am 20. Januar 2026 fort. Er lud eine Auswahl von Bürgerinnen und Bürgern, deren Angehörige im Auslandseinsatz sind, mit ihren Kindern nach Berlin ein. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalinspekteur Carsten Breuer waren bei dem Neujahrsempfang zugegen. Innenminister Alexander Dobrindt kam ebenfalls ins Kanzleramt: Schließlich wurden nicht nur Soldatinnen und Soldaten, sondern auch Kräfte der Bundespolizei für ihren Einsatz im Ausland gewürdigt.
Auch nach dem Ende der Einsätze in Afghanistan (2021) und Mali (2023) sind derzeit immer noch rund 2000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Auslandseinsätzen oder anerkannten Missionen der NATONorth Atlantic Treaty Organization, der Vereinten Nationen und der Europäischen Union aktiv. Die deutschen Streitkräfte beteiligen sich derzeit an 17 solcher Einsätze auf drei Kontinenten. Bei der abschließenden Videoschaltung in die Einsatzgebiete der Bundeswehr sprach Merz unter anderem mit den deutschen UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon-Truppen im Libanon, den Bundeswehrangehörigen in Jordanien und im Irak sowie mit den Soldatinnen und Soldaten, die die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke in Litauen und in Rumänien schützen.
Moment zum Erinnern: Soldaten- und Polizeifamilien sowie Spitzenpolitiker fanden sich zu Beginn des Empfangs für ein gemeinsames Foto zusammen. Es wird in Zukunft sicher manche Familienchronik schmücken.
Bundeswehr/Tom Twardy
Über den Dächern von Berlin: Kanzler Merz suchte das Gespräch mit den Soldatenfamilien, um mehr über die Herausforderungen ihres Alltags zu erfahren. Im Austausch mit dem Regierungschef schilderten die Angehörigen ihre Sicht der Dinge.
Bundeswehr/Tom Twardy
„Mein Sohn war zum ersten Mal über Weihnachten im Einsatz. Das war schon anders als sonst. Ich bin froh, wenn er gesund zurückkommt.“ – Doris H.s Sohn Alexander schützt die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Flanke in Rumänien. Er wird Anfang Februar zurückerwartet.
Bundeswehr/Tom Twardy
„Ich freue mich, wenn mein Sohn wieder da ist. Er ist ITInformationstechnik-Offizier und viel unterwegs. Schon Ende Februar soll es für ihn weiter nach Frankreich gehen.“ – Franz Josef F. kann die Rückkehr von Sohn Tobias aus dem Einsatz in Rumänien kaum erwarten.
Bundeswehr/Tom Twardy
„Mein Mann ist Berufspendler, der Einsatz war also für uns in Ordnung. Ich bin trotzdem froh, wenn wir wieder ein Familienleben haben.“ – Annika S. aus Güsen und ihre Töchter verzichten seit Herbst auf Frederick S., der im Irak dient.
Bundeswehr/Tom Twardy
Zugewandt: Verteidigungsminister Boris Pistorius kam ebenfalls ins Kanzleramt, um den Familien seiner Soldatinnen und Soldaten seinen Respekt auszudrücken. Der Minister sprach mit groß und klein und war auch für Erinnerungsfotos zu haben.
Bundeswehr/Tom Twardy
Der Kanzler hört zu: Nach dem Empfang ließ sich Friedrich Merz mit den deutschen Truppen in den Einsatzgebieten verbinden. Der Regierungschef richtete seine Neujahrsgrüße aus und ließ sich dann über die Lage vor Ort informieren.
Bundeswehr/Tom Twardy