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2000 bis 2025

Geschichte des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr

Der Unterstützungsbereich der Bundeswehr wurde 2025 in Bonn aufgestellt. Er bündelt streitkräftegemeinsame Kompetenzen in sogenannten Fach- und Fähigkeitskommandos und hat seinen Ursprung in der ehemaligen Streitkräftebasis und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr. Der Unterstützungsbereich stellt die Durchhaltefähigkeit der Truppe sicher.

Ein Schwerlasttransporter mit einem Panzer auf dem Auflieger fährt auf einer Landstraße.

Bundeswehr/Marco Dorow

Der Unterstützungsbereich der Bundeswehr gewährleistet die Einsatz- und Funktionsfähigkeit der Streitkräfte – sowohl im Frieden als auch in Krise und Krieg und bei der Bewältigung hybrider Bedrohungen. Er bündelt jene Fähigkeiten, die streitkräftegemeinsam benötigt werden und für alle Teilstreitkräfte unverzichtbar sind. Dazu zählen die sanitätsdienstliche Versorgung, Logistik, das Feldjägerwesen einschließlich des Wachbataillons, die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, die Zivil-Militärische Zusammenarbeit sowie das Planungsamt der Bundeswehr und das Streitkräfteamt.

Zuvor oblagen dieser Auftrag und die Bündelung des Großteils dieser Fähigkeiten der Streitkräftebasis und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr. Die Idee der Zentralisierung bestimmter Ressourcen für die Streitkräfte setzte sich bereits vor über 25 Jahren durch. Die Streitkräftebasis als ihrerzeit ebenfalls zweitgrößter Organisationsbereich der Bundeswehr bildete die Grundlage und Ausgangsposition für die Aufstellung des Unterstützungsbereichs.

Geschichte der Streitkräftebasis

Auf Eisenbahnwaggons stehen mehrere Kampfpanzer und Soldaten mit Warnwesten.

Kräfte eines Logistikbataillons koordinieren die Bahnentladung von Kampfpanzern Leopard 2

Bundeswehr/Anne Weinrich

Im Jahr 2000 wurde die Streitkräftebasis (SKBStreitkräftebasis) als neuer Organisationsbereich der Bundeswehr in Köln in Dienst gestellt. Mit 80.000 Soldatinnen, Soldaten und Zivilangestellten war sie als „Gemeinschaftsunternehmen“ von Heer, Luftwaffe und Marine im wahrsten Sinne des Wortes die Basis der gesamten Streitkräfte.

In ihr wurde ein Großteil der für Einsatz und Grundbetrieb erforderlichen streitkräftegemeinsamen Kompetenzen zusammengefasst – unter anderem bei Logistik, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Militärpolizei. Die SKBStreitkräftebasis ermöglichte es somit, die Durchhaltefähigkeit und Effizienz der Streitkräfte zu steigern und dabei Kosten in erheblichem Umfang einzusparen. Die SKBStreitkräftebasis war damit nicht nur Vorreiter, sondern auch Motor für die Transformation der Bundeswehr.

Bei der Führung stützte sich die Streitkräftebasis zunächst auf das Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) in Köln und das Streitkräfteamt (SKA) in Bonn. Das SKUKdo führte als nationale territoriale Kommandobehörde die Wehrbereichskommandos I bis IV sowie die Kräfte und Einrichtungen mit unmittelbarem Einsatzbezug: Logistik, Führungsunterstützung, elektronische Kampfführung, operative Information, Feldjägerwesen, Kampfmittelbeseitigung sowie Feldlagerbau und -betrieb.

Das SKA war in erster Linie für den Ausbildungs- und Funktionssockel verantwortlich. Er umfasste Schulen, Akademien, Universitäten und Ämter mit Spezialaufgaben, etwa die Verifikation von Abrüstungsmaßnahmen, die Militärattaché-Stäbe und die Auslandsdienststellen der Bundeswehr.

Die Streitkräftebasis im Einsatz

Der umfassende Charakter des Beitrags der SKBStreitkräftebasis zu den Einsätzen der Bundeswehr kann an ihren Rollen als Befähiger und Versorger der Streitkräfte (Force Enabler und Force Provider) festgemacht werden. So gehörte es von Anbeginn zum zentralen Auftrag der SKBStreitkräftebasis, die strategische Mobilität der Bundeswehr zu gewährleisten. Dieser Auftrag stellte die SKBStreitkräftebasis insbesondere bei schnellen Anfangsoperationen vor große Herausforderungen, die mehrfach – etwa 2002 beim Afghanistaneinsatz ISAFInternational Security Assistance Force oder 2006 bei EUFOR RD CongoEuropean Forces Republic Democratic Congo zum Schutz von Wahlen – mit Bravour bewältigt wurden. Seit ihrer Gründung versorgte die SKBStreitkräftebasis weltweit die Einsatzkontingente der Bundeswehr mit allem, was benötigt wurde.

Ein Einsatz der Bundeswehr ohne Beteiligung und Unterstützung der Streitkräftebasis war seither nicht mehr möglich. Durchschnittlich 20 bis 25 Prozent der Einsatzkontingente wurden durch Truppenteile der Streitkräftebasis gestellt. Auch das Einsatzführungskommando und das Kommando Führung Operationen Spezialkräfte in Geltow bei Potsdam sowie das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte in Ulm waren bis 2011 organisatorisch in der SKBStreitkräftebasis angesiedelt. Sie führten Truppenteile aller Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche im Einsatz, die dann direkt dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstanden.

Kooperationen mit der Wirtschaft

Ein Bergepanzer fährt aus einem Frachtflugzeug.

Materialrückführung durch die Streitkräftebasis über den logistischen Umschlagpunkt Trabzon in der Türkei 2013

Bundeswehr/Ralf Wilke

Die SKBStreitkräftebasis erhielt mit ihrer Aufstellung den Auftrag, das Beste aus den zwei Welten Militär und Wirtschaft zu verbinden. Ein Beispiel war die Beteiligung am multinationalen SALISStrategic Airlift International Solution-Projekt von 2006 bis 2016. SALISStrategic Airlift International Solution garantierte bis zur Einführung des Transportflugzeuges A400M die Mobilität im strategischen Lufttransport durch Nutzung ziviler gewerblicher Kapazitäten.

Ein anderes Beispiel ist das seit 2008 rein deutsche Projekt Gesicherter Gewerblicher Strategischer Seetransport (GGSS). Es gewährleistet die strategische Mobilität auf dem Seeweg. Dazu wurde mit einem dänischen Reeder eine Vereinbarung getroffen, die Deutschland die Verfügbarkeit von drei Schiffen mit bestimmten Vorlaufzeiten garantiert. Dies entspricht dem Seetransportbedarf der für die Bundeswehr wahrscheinlichsten Einsätze.

Neuausrichtung der Streitkräftebasis

Mit der 2011 begonnenen Neuausrichtung der Bundeswehr wurde auch die Streitkräftebasis neu strukturiert. Dabei verminderte sich die Anzahl ihrer aktiven Soldatinnen und Soldaten um mehr als die Hälfte auf 38.750. Die Ausgliederung der Inspekteure aus den ministeriellen Strukturen bedeutete zugleich die Aufstellung eines neuen Führungskommandos.

Am 1. Oktober 2012 nahm das Kommando Streitkräftebasis am Dienstsitz in Bonn seine Arbeit auf. Die drei Kommandos mit besonderen Kompetenzen – das Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt, das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn und das Kommando Strategische Aufklärung in Grafschaft-Gelsdorf – sowie das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin wurden Kern einer neuen, kompakten Streitkräftebasis. Deren Kommandeure waren gegenüber dem Inspekteur der Streitkräftebasis unmittelbar verantwortlich für die Einsatzbereitschaft, Führung, Ausbildung und Weiterentwicklung ihrer Fähigkeitskommandos.

Zugleich erfolgten die Auflösung des Streitkräfteunterstützungskommandos sowie die Übertragung der Verantwortlichkeiten aus der Ebene der vier Wehrbereichskommandos auf die 15 Landeskommandos. Mit dem Aufbau von insgesamt 30 Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) der Territorialen Reserve bis ins Jahr 2014 hinein leistete die Streitkräftebasis einen wesentlichen Beitrag zur Landesverteidigung.

Außer den neuen Fähigkeitskommandos nahmen hochwertige Dienststellen in der SKBStreitkräftebasis auch weiterhin wichtige Aufgaben für die gesamte Bundeswehr wahr. Zu nennen sind hier das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm, das Streitkräfteamt in Bonn, die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und das Zentrum Innere Führung in Koblenz.

Hohe Einsatzverpflichtungen

Zwei Feldjäger mit Gewehr im Anschlag stehen an Deck eines Schiffes.

Fähigkeiten der Streitkräftebasis standen allen Organisationsbereichen zur Verfügung. Diese beiden Feldjäger wurden auf der Fregatte Baden-Württemberg eingesetzt.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Ende des Jahres 2012 war die Streitkräftebasis als zweitgrößter truppenstellender Organisationsbereich mit rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten an den deutschen Einsatzkontingenten beteiligt. Die Schwerpunkte lagen unverändert in Afghanistan und auf dem Balkan. Für ISAFInternational Security Assistance Force stellte die Streitkräftebasis rund 25 Prozent des deutschen militärischen Personals im Einsatzland. Auf dem Balkan waren es sogar fast 40 Prozent. Weitere etwa 1.500 Soldatinnen und Soldaten hielt die Streitkräftebasis für einsatzgleiche Verpflichtungen wie die European Battlegroups oder die NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force vor.

Mit der Rückführung des Materials aus Afghanistan übernahm die Streitkräftebasis 2013 zusätzlich zu den weiteren Einsatzverpflichtungen einen Auftrag von enormem Umfang. Der Rückbau des Feldlagers Kundus sowie des Regional Command North war der erste Teil der Rückverlegung ISAFInternational Security Assistance Force, die bis Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Streitkräftebasis ab 2017

Im Jahr 2017 durchlief die Streitkräftebasis mit der Aufstellung des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum (CIRCyber- und Informationsraum) eine weitere Umstrukturierung. Dazu wechselten am 1. Juli 2017 das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr (nach Umbenennung in Kommando Informationstechnik der Bundeswehr), das Kommando Strategische Aufklärung und das Zentrum Operative Kommunikation in den neuen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum.

Auch andere Dienststellen wie die Führungsakademie der Bundeswehr oder das Zentrum Innere Führung sowie der Militärische Abschirmdienst gehören seitdem nicht mehr zur Streitkräftebasis. Sie wurden dem Generalinspekteur der Bundeswehr beziehungsweise dem Bundesministerium der Verteidigung zugeordnet. Gleichzeitig wurden das Kommando Feldjäger und das ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkommando aus dem Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr herausgelöst und dem Kommando Streitkräftebasis direkt unterstellt.

Aufstellung des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr

Boris Pistorius bedestigt ein Fahnenband an einer Truppenfahne.

Aufstellung des Unterstützungskommandos der Bundeswehr in Bonn am 29. April 2025. Bundesminister Boris Pistorius verleiht der Truppenfahne der neuen Behörde das erste Fahnenband.

Bundeswehr/Christopher Preloznik

Im April 2025 stellte Verteidigungsminister Boris Pistorius den neu gebildeten Unterstützungsbereich der Bundeswehr mit einem feierlichen Appell auf der Bonner Hardthöhe formell in Dienst. Grundlage der Reorganisation war der sogenannte Osnabrücker Erlass, der eine stärkere Ausrichtung der Bundeswehr auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung festlegte.

Mit der Aufstellung des Unterstützungsbereichs ging die Auflösung der Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Sanitätsdienst einher. Deren Fähigkeiten und Aufgaben sind seither im Unterstützungsbereich gebündelt. Mit rund 55.000 Angehörigen in Uniform und Zivil ist er damit der zweitgrößte Organisationsbereich der Bundeswehr.

Der Unterstützungsbereich leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit der Streitkräfte. Er schützt und versorgt die Truppe und trägt maßgeblich zu ihrer Durchhaltefähigkeit bei. In ihm sind alle streitkräftegemeinsamen Fähigkeiten zusammengeführt, darunter Gesundheitsversorgung, Logistik, Militärpolizei, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Planung. Hinzu kommen Aufgaben der zivil-militärischen Zusammenarbeit, der multinationalen Integration in NATONorth Atlantic Treaty Organization und EUEuropäische Union, die Militärmusik, die Sportförderung sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung der Reserve und die Wahrnehmung von Veteranenaufgaben.

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