Die Reserve der Bundeswehr
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Es war der Höhepunkt der diesjährigen Ausbildungsvorhaben des Heimatschutzregiments 1: Die Operation Frankenschild im „Ausbildungsstützpunkt Simulationssystem für Rahmenübungen Bataillon“ (AusbStp SIRA-Btl) in Hammelburg.
Oberstleutnant Heiko S, Kompaniechef der Heimatschutzkompanie Schwaben, bei der Einweisung seines Bedieners in der SIRA-Übung
Bundeswehr / Oliver KranzinDie eingesetzten Kräfte wurden in der Übung mit einer klassischen territorialen Lage konfrontiert. Die 67 Reservedienstleistenden mussten kritische Infrastruktur überwachen und sichern, wie es im Fall eines Szenarios der Landes- und Bündnisverteidigung der Fall sein würde.
Verantwortliche des SIRA-Stützpunkts hatten im Vorfeld gemeinsam mit Oberstleutnant a.D. Thomas Greim Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und Oberst Markus Wick, Kommandeur des Heimatschutzregiments 1, die Lage erstellt. Insgesamt ein Jahr wurde intensiv an Planung und Umsetzung der computergestützten Ausbildung gearbeitet. In ihr geht es nicht darum, bei Flutkatastrophen oder Flächenbränden zu unterstützen, sondern die aktive Truppe im Fall der Landes- und Bündnisverteidigung zu entlasten. Das Heimatschutzregiment 1 war dabei durch die Kompanieführungsgruppen und ihre jeweiligen Zugführer der Stabs- und Versorgungskompanie aus München, der Unterstützungskompanie aus Wildflecken, der 5. Kompanie des Heimatschutzregiments 1 aus Oberfranken sowie den Heimatschutzkompanien aus der Oberpfalz, Oberbayern, Niederbayern und Schwaben vertreten.
Oberstleutnant Heiko S, Chef der Heimatschutzkompanie Schwaben, war im Sommer 2023 mit seiner Kompanie bei der Übung Air Defender eingesetzt und brachte diese Erfahrungen nun in die Übung ein: „Es ist für mich jetzt ein wunderbarer Brückenschlag zu den Erfahrungen, die ich bei Air Defender 2023 gemacht habe. Dort haben wir einen Gefechtsstand betrieben und mussten alles mitschreiben, was so auf der Übung passiert ist.“ Er sieht die computergestützte SIRA-Übung als Chance, nochmal tiefer in die Ausbildung einzusteigen und in der Nachbetrachtung Korrekturen vornehmen zu können. Alle Erfahrungen aus der Simulation helfen, so der Kompaniechef, für die kommenden Aufgaben.
Ein großer Vorteil und somit riesiger Lerneffekt in einer simulierten Übung ist, dass Situationen, die eventuell in die falsche Richtung laufen würden, angehalten, zurückgespult und noch einmal korrigiert werden können. Direkte Auswertungen in den Übungsunterbrechungen, wenn Funksprüche noch einmal abgespielt und Lagekarten ausgewertet werden können, helfen den eingesetzten militärischen Führern dabei, Fehlentscheidungen sofort zu erkennen, daraus zu lernen und eine bessere Entscheidung zu treffen.
Jeder Übung, auch der computerunterstützen, geht eine Erkundung voraus. Ohne Erkundungsergebnisse im Gelände ist es erfahrungsgemäß schwer, Ableitungen für das eigene Handeln und zur vermuteten Absicht eines Angreifers zu treffen. Vor jedem Übungsdurchgang erkundeten die Soldaten daher ihren Gefechtsstreifen mit Blick auf Chancen und Herausforderungen für beide Seiten. Ziel ist ein möglichst umfassendes Bild vom Einsatzraum und Ortskenntnis, die über die reine Kartenerkundung hinausreicht.
Währenddessen bekamen die Soldatinnen und Soldaten, die als Bediener eingesetzt sind, eine Einweisung in das System. Sie müssen die Eingabebefehle für den Computer beherrschen, damit es in der Simulationsübung nicht daran scheitert, dass sich Auto oder Truppe nicht bewegen lassen.
Fahnenjunker Felicitas S. aus der Heimatschutzkompanie Oberpfalz an ihrem Arbeitsplatz
Bundeswehr / Oliver KranzinFahnenjunker Felicitas S., Angehörige der Heimatschutzkompanie Oberpfalz, war in der Übung als Bedienerin eingesetzt. „Ich finde es von großem Vorteil für meine zukünftigen Verwendungen und mein Ziel einmal Zugführer zu werden, hier bei der Übung auf dem Kompaniegefechtsstand als Bediener eingesetzt zu sein. Ich bekomme die taktischen Entscheidungen meines Kompaniechefs, das Führen der Lagekarte durch den Kompanietruppführer und die Befehlsgebung von beiden über Funk direkt mit und kann durch die gute Bedienerausbildung dafür sorgen, dass unser Gefechtsstand gut funktioniert.“
Natürlich ließ es sich der Kommandeur des Landeskommando Bayern nicht nehmen, sein Heimatschutzregiment 1 bei der ersten SIRA-Übung in Hammelburg zu besuchen. „Die SIRA Übung hier für das Heimatschutzregiment 1 ist und war eine hervorragende Gelegenheit, das erste Mal mit dem Führungspersonal des gesamten Regiments aller Kompanien und des Regimentsgefechtsstandes die Gefechtszusammenarbeit im Regimentsrahmen zu üben. Diese Gelegenheit haben wir ansonsten nicht und wir haben hier in Hammelburg eben Profis, die unsere Reservistinnen und Reservisten ausbilden können. Eine einmalige Gelegenheit und ich bin dem Stützpunkt enorm dankbar, dass wir hierherkommen durften“, betonte Brigadegeneral Hambach.
SIRA ist nicht nur ein Simulationssystem, sondern eine äußerst effiziente Art der Ausbildung militärischer Führungskräfte. Beim Ausbildungsstützpunkt in Hammelburg werden kritische Ressourcen wie Zeit, Material und Personal geschont und Erkenntnisgewinne in einzigartiger Art und Weise vorangetrieben. Damit die Vorteile optimal genutzt werden, ist eine umfangreiche Vorbereitung notwendig. Für das Heimatschutzregiment 1 hatte dies Oberstleutnant a.D. Thomas Greim von Verband der Reservisten der Bundeswehr übernommen. Ein Jahr lang begleitete er das Regiment in der taktischen Ausbildung des Objektschutzes. Dies beinhaltete die Vorbereitung der Befehlsgebung, Grundlagen, eine Objektschutzübung in einer Sandkastenausbildung, eine Erkundung der angelegten SIRA- Übung in Hammelburg sowie zuletzt die eigentliche Durchführung.
Oberstleutnant Oliver Jung, stellvertretender Kommandeur des Heimatschutzregiments 1 und in der Übung als taktischer Führer eingesetzt, zog ebenfalls ein positives Fazit. „Ich bin mit allen gezeigten Leistungen sehr zufrieden und war jederzeit über die aktuellste Lageentwicklung informiert. Somit konnte ich zweckmäßige Entscheidungen treffen, die letztendlich zu einem guten Ergebnis für das Heimatschutzregiment 1 und alle Beteiligten führten.“ Es war das erste Mal, dass das Heimatschutzregiment 1 mit all seinen Kompanien in dieser Form zusammen üben konnte.
Oberstleutnant Oliver Jung (li), stellvertretender Kommandeur des Heimatschutzregiment 1 und taktischer Führer in der SIRA-Übung, weist seinen Kraftfahrer an der Lagekarte ein
Bundeswehr / Oliver Kranzin
In der Leitungs- und Auswertungszentrale des „Ausbildungsstützpunkt Simulationssystem für Rahmenübungen Bataillon“ fließt alles zusammen
Bundeswehr / Oliver Kranzin
Oberst Markus Wick, Kommandeur des Heimatschutzregiments 1, bei der Einweisung von Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommandos Bayern
Bundeswehr / Oliver Kranzin
Die Verantwortlichen des 1. SIRA-Durchgangs des Heimatschutzregiment 1
Bundeswehr / Oliver Kranzin