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Erinnern, Gedenken und Mahnen

Hürtgenwaldmarsch: Verantwortung und Erinnerung

Veranstaltung

In der Nordeifel hat die Bundeswehr mit dem 39. Internationalen Hürtgenwaldmarsch (IHM) an die tragischen Ereignisse im Hürtgenwald im Spätherbst 1944 erinnert. Ziel der Veranstaltung des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen soll es sein, aus den schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit Lehren für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Soldaten und zivile Teilnehmende marschieren durch einen Wald

Am diesjährigen Hürtgenwaldmarsch nahmen etwa 500 Personen teil

Bundeswehr / Olaf Pieper

Der Hürtgenwaldmarsch hat sich als bedeutende Veranstaltung etabliert, die die Erinnerung an die Kriegsereignisse in der Region wachhält. Die von Oktober 1944 bis Februar 1945 südöstlich von Aachen anhaltenden Kämpfe werden auch als „Schlacht im Hürtgenwald“ bezeichnet. Die Waldkämpfe zählen zu den schwersten und verlustreichsten Kämpfen der USUnited States Army im Zweiten Weltkrieg in Westeuropa und haben einen besonderen Platz in der USUnited States-amerikanischen Erinnerungskultur.

In seiner jüngsten Auflage am 1. und 2. September 2023 wurde für den Marsch ein Konzept entwickelt, das über das bloße Gedenken hinausgeht. Ein umfangreiches Bildungsprogramm wurde initiiert, um teilweise überkommene Geschichtsbilder in der Region zu hinterfragen und aktuelles Wissen über die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, aber auch die Grundwerte der Demokratie, transportieren zu können.

Im Hürtgenwald sind noch heute Spuren der Kampfhandlungen zu entdecken. Vielerorts sind noch Panzersperren zu sehen, auch gibt es eine Handvoll ungesprengter Bunker. Geführte Touren zu Gedenkstätten und verschiedenen Lernorten ermöglichten es den Teilnehmenden, Geschichte hautnah zu erleben und die Bedeutung dieser Orte zu erfassen. Marschrouten durch die Region wurden in unterschiedlichen Distanzen angeboten, um sowohl Wanderer als auch erfahrene Marschierende anzusprechen.

Erinnerung und Verantwortung 

Vier Personen gedenken nach einer Kranzniederlegung

Stephan Cranen, Bürgermeister von Hürtgenwald, der Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, Brigadegeneral Dieter Meyerhoff, Colonel Christina A. Bebenek von der der USUnited States Army und Militärpfarrer Jens Anders bei der Kranzniederlegung.

Bundeswehr / Olaf Pieper

Traditionell begann der IHM mit einer Kranzniederlegung an der Kriegsgräberstätte Hürtgen am Freitagabend. Dort gedachten Soldatinnen und Soldaten der USUnited States Army, der Bundeswehr und des öffentlichen Lebens gemeinsam der geschätzt 25.000 bis 30.000 Opfer der Schlacht auf us-amerikanischer und deutscher Seite.

Eine zusätzliche kulturelle Bereicherung der Veranstaltung war die Aufführung des Theaterstücks „Freiheit! 1848 – ein europäischer Traum“ des Hamburger AxensprungTheaters im Franziskus-Gymnasiums Vossenack. Über 200 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche weitere Besucherinnen und Besucher zeigten sich bei drei Aufführungen des Schauspiels, das die Anfänge der Demokratie in Deutschland thematisiert, begeistert.

Bedeutend für Gegenwart und Zukunft

Menschen stehen vor Informationsständen und unterhalten sich

In Ausstellungen und Vorträgen konnten sich die Teilnehmenden abseits des Marsches vielseitig informieren

Bundeswehr / Olaf Pieper

So wurde der Hürtgenwaldmarsch in seiner 39. Auflage nicht nur zu einem sportlich fordernden Ereignis, sondern auch zu eine geistig und kulturell anspruchsvolle Veranstaltung. Erinnern, Gedenken und Mahnen, auch um Frieden und Freiheit zu bewahren, standen im Mittelpunkt. In einer sich ständig verändernden Welt, ist es von entscheidender Bedeutung, die Erinnerung an vergangene Ereignisse wachzuhalten und aus ihnen für die Gegenwart und die Zukunft zu lernen. Diese Aufgabe fällt zunehmend der jüngeren Generation zu, die oft nicht aus erster Hand erfahren hat, welche Opfer, Entbehrungen und Herausforderungen in der Vergangenheit bewältigt werden mussten.

So wird es auch im kommenden Jahr zu einer Neuauflage des Hürtgenwaldmarsches kommen. Die dann 40. Veranstaltung dieser Art wird erneut ein breites und anspruchsvolles Programm bieten. Die Planungen dazu laufen im Landeskommando Nordrhein-Westfalen bereits an.

von Olaf Pieper / PIZ TerrFüKdoBw

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