Ein Rosenmontagsumzug in Köln. Zwischen Clowns, Prinzessinnen und Piraten ist auch der eine oder andere „Soldat“ mit Plastikgewehr zu sehen. Unter ihnen auch einer in Bundeswehruniform. Schulterklappen, Hoheitsabzeichen, auch die Kopfbedeckung scheinen echt zu sein. Die Zuschauerinnen und Zuschauer fragen sich: „Gehört der wirklich zur Bundeswehr – oder ist das nur ein Kostüm? Darf man die Uniform der Bundeswehr überhaupt als Verkleidung tragen?“
Uniform ist Dienstkleidung
Kurz gesagt: Nein. Denn die Uniform der Bundeswehr ist ein sichtbares Zeichen staatlicher Autorität und darf ausschließlich von deutschen Soldatinnen und Soldaten getragen werden. Wann und wie sie das zu tun haben, regelt eine besondere Vorschrift, die „Anzugsordnung der Bundeswehr“. Generell gilt: Die Uniform ist eine Dienstbekleidung. Außer Dienst darf sie nur im Ausnahmefall getragen werden, beispielsweise auf dem Arbeitsweg oder beim kostenfreien Bahnfahren in Uniform. Das soll das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und die Sichtbarkeit der Truppe in der Bevölkerung steigern. Ein Soldat, der im Feldanzug zum Karneval geht, riskiert dagegen wahrscheinlich ein Disziplinarverfahren und damit zum Beispiel eine empfindliche Disziplinarbuße.
Zivilisten dürfen keine Bundeswehruniform tragen und ein Verstoß kann gemäß Paragraf 132a des Strafgesetzbuches mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug bestraft werden. Das gilt nicht nur im Karneval oder an Halloween, sondern immer.
Was ist eigentlich eine Uniform?
Zu einer richtigen Uniform gehören immer drei Elemente:
- die Oberbekleidung als solche,
- die schwarz-rot-goldenen Hoheitsabzeichen, also Flagge und Kokarde, sowie
- die Dienstgradabzeichen.
Letztere signalisieren Soldatinnen und Soldaten – in und außer Dienst – ob sie unter Umständen einen Vorgesetzten oder eine Vorgesetze vor sich haben. Das Tragen von falschen Rangabzeichen ist Zivilisten wie Soldatinnen und Soldaten gleichermaßen verboten. Wer sich etwa durch das Tragen von Generalsdienstgradabzeichen eine Befehlsbefugnis anmaßt, kann gemäß Paragraf 38 des Wehrstrafgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.
Warum die Regeln so streng sind
Die Uniform der Bundeswehr steht für den Dienst an Staat und Gesellschaft. Ihr Missbrauch oder ihr Einsatz zur Täuschung würde das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundeswehr schwächen. Deshalb bleibt die Bundeswehruniform Soldatinnen und Soldaten vorbehalten.
Gibt es Alternativen?
Im Handel gibt es frei verkäufliche Karnevalskostüme, die an Uniformen von Soldatinnen oder Soldaten erinnern. Solche Verkleidungen sind erlaubt, solange sie nicht den Eindruck erwecken, eine echte Bundeswehruniform zu sein. Echte Hoheits- und Rangabzeichen sowie originale Teile von Bundeswehruniformen sollten nicht verwendet werden.
Was ist mit Waffen?
Waffen mit zu Veranstaltungen zu bringen, verbietet sich von selbst. Aber auch Spielzeugpistolen und ähnliches sind heikel, wenn sie echt wirken. Wer solche sogenannten AnscheinswaffenWaffenattrappen die von echten Waffen optisch nicht zu unterscheiden sind. Beispielweise Softair-Waffen. mit sich führt, verstößt gegen das Waffenrecht und begeht eine Ordnungswidrigkeit, die schlimmstenfalls mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann.