Tradition und Brauchtum

Der Diensteid und das Feierliche Gelöbnis der Bundeswehr

Das Feierliche Gelöbnis der Bundeswehr ist eine traditionelle Zeremonie, bei der Rekrutinnen und Rekruten ihren Fahneneid leisten. Dies symbolisiert das Bekenntnis der Bundeswehr zur demokratischen Grundordnung. Damit unterstreichen Soldatinnen und Soldaten ihre Verpflichtung gegenüber der Verfassung und dem deutschen Volk.

Mehrere Soldaten marschieren in Dunkelheit auf einem Paradeplatz im Rahmen eines Feierlichen Gelöbnis

Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr stehen fest zu Freiheit und Demokratie. Ausdruck dessen ist auch das Feierliche Gelöbnis, eine traditionelle Zeremonie, bei der Rekrutinnen und Rekruten sich vor Zeugen zum Grundgesetz und zum Dienst am deutschen Volk bekennen. 

Für alle Soldaten und Soldatinnen ist es ein einmaliges Erlebnis: Gegen Ende ihrer dreimonatigen Grundausbildung treten sie zu ihrem Feierlichen Gelöbnis an. Bei diesem Appell schwören oder geloben sie, die Bundesrepublik und deren Werte tapfer zu verteidigen. Mit dem Gelöbnis werden sie zudem in die militärische Gemeinschaft aufgenommen – sie sind jetzt „richtige“ Soldaten oder Soldatinnen. Beim Gelöbnis zugegen sind zivile Gäste und natürlich die Angehörigen, die „ihren“ Soldaten oder „ihre“ Soldatin dabei oftmals zum ersten Mal in Uniform sehen.

Die Bedeutung und der Inhalt der Gelöbnisformel

Beim Gelöbnis wird zwischen freiwillig Wehrdienstleistenden (FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende), die nur relativ kurz bei der Bundeswehr sein werden und länger dienenden Zeit- und Berufssoldaten unterschieden. FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende sagen „Ich gelobe“, woher das Gelöbnis auch seinen Namen hat, Zeit- und Berufssoldaten hingegen leisten einen Eid, den sie mit den Worten „Ich schwöre“ beginnen. Der Rest der Gelöbnisformel beziehungsweise des Eides ist für alle gleich:

Jeder Soldat und jede Soldatin kann selbst entscheiden, ob er oder sie den letzten Teil „so wahr mir Gott helfe“ mitspricht oder nicht, denn nicht alle sind christlichen Glaubens. Diese Wahlmöglichkeit gibt es schon seit Gründung der Bundeswehr.

Verweigert eine Soldatin oder ein Soldat im freiwilligen Wehrdienst das Gelöbnis komplett, so wird sie oder er nicht mehr befördert. Soldatinnen und Soldaten auf Zeit werden sogar entlassen und verlieren ihren Dienstgrad.

Warum leisten wir einen Eid auf die Truppenfahne?

Soldaten marschieren auf einem Paradeplatz mit mehreren Truppenfahnen.

Schwarz, Rot, Gold: Die Truppenfahnen der Bundeswehr sind alle gleich. Sie unterscheiden sich nur durch die Fahnenbänder, auf denen der Name des jeweiligen Verbandes steht (Symbolbild).

Bundeswehr/Anne Weinrich

Eine Abordnung der Rekrutinnen und Rekruten legt ihr Gelöbnis stellvertretend für alle mit der linken Hand an der Truppenfahne ab. Daher kommt auch die alte Bezeichnung „Fahneneid“. Ihre Fahne ist das Erkennungszeichen und das Integrationssymbol einer Truppe. Früher wurden Eide aber auch auf den Degen eines Offiziers oder sogar auf ein Kanonenrohr abgelegt. Die Ursprünge dieses Brauches muten heute vielleicht seltsam an: Nach germanischer Rechtsauffassung gehörte zu einem vollwertigen Schwur auch die Berührung eines heiligen Gegenstandes mit der Schwurhand. Auch für römische Legionäre hatte der Fahneneid eine sakrale Bedeutung. Er wurde durch sogenannte „Signa“ zelebriert.

Militärhistorie

Der Fahneneid

Vom Treueeid der Germanen bis zum Gelöbnis der Bundeswehr: Wie das feierliche Bekenntnis zu Land, Volk und Werten entstand.

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Wo und wann finden feierliche Gelöbnisse statt?

Feierliche Gelöbnisse finden nicht nur in Kasernen, sondern auch auf großen öffentlichen Plätzen, ja sogar vor dem Reichstagsgebäude in Berlin statt. Anlässe hierfür sind beispielsweise die jährlichen Feierlichkeiten zum Gründungstag der Bundeswehr am 12. November oder das Gedenken an das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Hintergrund: Der militärische Widerstand gegen das NSNationalsozialismus-Regime ist eine der Traditionslinien der Bundeswehr. Generell lässt sich sagen: Gegen Ende eines jeden Quartals legen in ganz Deutschland junge Soldatinnen und Soldaten ihr Gelöbnis ab, denn dann endet auch ihre dreimonatige Grundausbildung.

Was sagen Rekruten und Rekrutinnen zum Gelöbnis?

Das Gelöbnis von Amelie M. und Fabian G. leitete für beide das Ende ihrer Grundausbildung ein. Die beiden ehemaligen Panzerpioniere (inzwischen haben beide den Dienstgrad Gefreiter) wurden am 7. Dezember 2023 in Gera zusammen mit ihren Kameradinnen und Kameraden der 5. Kompanie des Panzerpionierbataillon 701 vereidigt. Mit der Redaktion der Bundeswehr sprachen sie über ihren großen Tag. 

Eine Porträtaufnahme von einer Soldatin im Dienstanzug.

Gefreiter Amelie M. gelobte als freiwillig Wehrdienstleistende und möchte sich nach ihrem Wehrdienst bewerben, um Offizierin zu werden

Bundeswehr/Jörg Carstensen
Eine Porträtaufnahme von einem Soldaten im Dienstanzug.

Gefreiter (FAFeldwebelanwärter) Fabian G. will Feldwebel werden, schwor deshalb, statt zu geloben und wird derzeit als Feldwebelanwärter bei den Panzergrenadieren in Marienberg ausgebildet

Bundeswehr/Jörg Carstensen

3 Fragen an Panzerpioniere Amelie M. und Fabian G.

Wie habt ihr euch zusammen mit euren Kameradinnen und Kameraden auf das Antreten vorbereitet?

Ich würde sagen, wir wurden auf zwei Arten auf das Gelöbnis vorbereitet. Einmal war da der Formaldienst: Wie ziehe ich den großen Dienstanzug an? Wie binde ich überhaupt eine Krawatte? Wir haben gelernt, wie man formell als Soldat auftritt. Und dann gab es die Grundsatzunterrichte: Wie trete ich überhaupt als Soldat auf? Was repräsentiere ich da überhaupt? Da haben wir gelernt, was wir repräsentieren, warum wir das machen und was es bedeutet Deutschland treu zu dienen. (Gefreiter Amelie M.)

Worauf freut ihr euch besonders?

Ich freue mich drauf, weil es im Großen und Ganzen auch der Abschluss der Grundausbildung ist, die man ja auch nur einmal hat, die auch besonders ist bei jedem individuell. Man wird jetzt wirklich Soldat. Ab jetzt hat man offiziell in der Öffentlichkeit vor den Verwandten und der Gesellschaft geschworen, die Bundesrepublik Deutschland zu verteidigen und ihr zu dienen. (Gefreiter Fabian G.)

Welche Tipps könnt ihr anderen Soldatinnen und Soldaten für ihr Gelöbnis geben? Ihr hattet ja eine Grundausbildung im Winter, da war es ja ganz schön kalt.

Also vor dem Gelöbnis speziell würde ich sagen, gut frühstücken, warm genug anziehen und auf jeden Fall für die eine Stunde mal die Zähne zusammenbeißen. Was halt auch ganz wichtig ist, auf jeden Fall den Moment genießen, denn das Gelöbnis ist einmalig, das kommt so nicht nochmal. Es ist ein ganz besonderer Tag, wo sich alles nur um uns Rekruten dreht und ich finde, das sollte jeder genießen. (Gefreiter Amelie M.)