Vielfalt in der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist vielfältiger geworden. Frauen, Männer, Menschen mit Migrationshintergrund, Trans- und Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, Ältere und Jüngere sind wertvoller Teil der Streitkräfte. Sie füllen die Truppe mit Leben, stehen für die Vielfalt der Bundesehr und stärken ihre Bindung an die – vielfältige – Gesellschaft.

Soldaten der Bundeswehr mit unterschiedlicher Herkunft stehen in einer Reihe
Bundeswehr/Sebastian Wilke

Vielfalt in der Bundeswehr bedeutet Zukunftsfähigkeit

Abgeleitet vom lateinischen Wort „diversitas“ (Verschiedenheit) beschreibt der Begriff Diversität die Unterschiede von Menschen. Spricht die Bundeswehr von Diversity, also Vielfalt, geht es um Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Junge und Alte, Erfahrene und weniger Erfahrene, Personen mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen, Gläubige und Nichtgläubige, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit unterschiedlicher sozialer Herkunft und sexueller Orientierung sowie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Diese sind in ihrer Einzigartigkeit zwar verschieden, ihre Heterogenität gilt es aber, als Gewinn für die Bundeswehr und deren Zukunftsfähigkeit zu begreifen und wertzuschätzen.

Herkunft, Religion, Geschlecht und Alter – Chancengleichheit für alle

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit unterschiedlicher Herkunft im Gespräch

Vielfalt in der Bundeswehr heißt, die Einzigartigkeit und das Potential eines jeden Menschen anzuerkennen und ihn als Gewinn zu begreifen.

Bundeswehr/Thomas Dashuber

Der politische Wille hierzu wurde bereits 2012 durch die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ vom Bundesministerium der Verteidigung artikuliert. Seit 2006 gibt es das Dokument, das bisher von etwa 3.000 Unternehmen in Deutschland unterschrieben wurde. In der Charta bekräftigen die Unterzeichner, dass sie sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzen.

Unabhängig von Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität sollen alle Beschäftigten eine gleiche Wertschätzung und Förderung erfahren. Vielfalt in der Bundeswehr gilt es zu fördern und Vorurteile abzubauen.

Diversity als Antwort auf die Veränderung

Vielfalt in der Bundeswehr ist nicht nur die Umsetzung des im Grundgesetz verankerten Gleichheitsgebots und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, sondern auch die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“. Sie bietet den Streitkräften mit ihrem hohen Personalbedarf nicht zu unterschätzende Potentiale.

Im vergangenen Jahrzehnt hatte sich für die Truppe viel geändert. Veränderte sicherheitspolitische Rahmenbedingungen führten zu neuen militärpolitischen Weichenstellungen. 2011 setzte der Bundestag die Wehrpflicht aus. Das Ziel war eine Einsatzarmee. Nach der russischen Annexion der Krim 2014 folgte die Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Nun haben die Streitkräfte mit der Regeneration ihres Personals zu kämpfen. Hier steht die Bundeswehr in direkter Konkurrenz mit der Wirtschaft um einen kleiner werdenden Bewerberpool.

Vielfalt in der Bundeswehr bedeutet Attraktivität

Ein Ausbilder der Bundeswehr spricht mit zwei jungen Auszubildenden vor einer Maschine in einer Werkstatt

2012 unterzeichnete das Bundesministerium der Verteidigung die „Charta der Vielfalt“. In ihr bekräftigen die Unterzeichner, dass sie sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzen.

Bundeswehr/Stephan Ink

Hatte die Bundeswehr 2009 noch eine Truppenstärke von rund 250.000 Berufs- und Zeitsoldaten, Freiwillig- und Grundwehrdienstleistenden, so sank diese Zahl 2015 auf einen Tiefststand von knapp 177.000 Soldatinnen und Soldaten. Gleichzeitig und durch den demografischen Wandel bedingt ging das Bewerberaufkommen zurück. Dem setzt die Truppe verschiedene Programme entgegen, die den Dienst in den Streitkräften attraktiver machen sollen. In der Folge haben sich die Personalzahlen der Bundeswehr leicht erholt: Ende 2019 leisteten rund 182.000 Soldatinnen und Soldaten Dienst in der Truppe.

Vielfalt in der Bundeswehr als Teil der Führungs- und Organisationskultur

Vor der Aussetzung der Wehrpflicht bestand das militärische Personal zu knapp einem Viertel aus Freiwillig und Grundwehrdienstleistenden, die einen überwiegend männlichen Querschnitt der deutschen Bevölkerung darstellten. An Aktionstagen wie dem Diversity-Tag zeigt die Bundeswehr unter dem Motto #FlaggefürVielfalt, wie sie sich heute für Vielfalt am Arbeitsplatz einsetzt. Um in personeller Sicht zukunftsfähig zu bleiben, wird Vielfalt in der Bundeswehr als Chance begriffen Ihre Führungs- und Organisationskultur entwickeln die Streitkräfte auch künftig in diese Richtung weiter.

Weiterführende Links

Chancengerechtigkeit herstellen, Vielfalt als Chance begreifen, Inklusion leben – dafür steht das „Stabselement Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung“.

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