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Orden- und Ehrenzeichen

Einsatzmedaille der Bundeswehr – Ausdruck der Anerkennung

Einsatzmedaillen sind ein sichtbares Zeichen für Engagement, Belastung und Verantwortung im Dienste Deutschlands. Sie würdigen den persönlichen Beitrag von Bundeswehrangehörigen in Einsätzen, bei Evakuierungsmissionen und im Gefecht. An den Dienstanzügen der Soldatinnen und Soldaten lassen sich ihre Auslandseinsätze an der Ordensspange ablesen.

Zwei Einsatzmedaillen der Bundeswehr in Bronze sind an einem Feldanzug angesteckt.

Bundeswehr/Björn Wilke

Mit Einsätzen außerhalb Deutschlands leistet die Bundeswehr einen Beitrag zu Sicherheit und Stabilität. Für die Teilnahme an einem Auslandseinsatz, einer Mission, einer Evakuierung oder einem Gefecht erhalten Bundeswehrangehörige als Ausdruck der gesellschaftlichen und politischen Wertschätzung seit 1996 die Einsatzmedaille der Bundeswehr. Die Ehrenzeichen stehen für Anerkennung, Respekt und Dank gegenüber Angehörigen der Bundeswehr, die unter teils lebensgefährlichen Bedingungen ihren Dienst im In- und Ausland leisteten. Für Soldatinnen und Soldaten sind sie mit die wichtigsten Auszeichnungen.

Jeder Einsatz und jede Medaille ist anders

Aus diesem Grund gibt es nicht nur eine Einsatzmedaille, sondern inzwischen mehr als 90 unterschiedliche. Jede Medaille hat einen Durchmesser von 35 Millimetern und zeigt vorne den Bundesadler mit Lorbeerzweigen. Das rote Ordensband, an dem die Medaille hängt, hat einen schwarz-rot-goldenen Saum. Ihr Unterscheidungsmerkmal ist die auf dem Band angebrachte Bandschnalle. Sie ist mit der Abkürzung des jeweiligen Einsatzes beschriftet oder mit „Gefecht“ oder „MilEvakOp“ für Militärische Evakuierungsoperation.

Einsatzmedaille für Auslandseinsätze: Bronze, Silber und Gold

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr gibt es in den Stufen Bronze, Silber und Gold. Die Medaille in Bronze erhält man nach 30 Tagen im Einsatz. Die silberne Variante erhält man nach insgesamt 360 Tagen und die goldene Variante nach insgesamt 690 Tagen – was fast zwei Jahre Teilhabe an einem Einsatz oder einer Mission bedeutet. Die Teilnahme muss allerdings nicht zusammenhängend geleistet werden.

Eine Grafik zeigt die Anzahl der verliehenen Einsatzmedaillen von 2017 bis 2024.

Nach 30 Tagen im Einsatz erhalten Soldatinnen und Soldaten die bronzene Einsatzmedaille. Nach 360 Tagen wird Silber verliehen, ab 690 Tagen gibt es Gold.

Bundeswehr | Grafik: Astrid Höffling

Wer erhält eine Einsatzmedaille?

Die Verleihung einer Einsatzmedaille erfolgt unter klar definierten Voraussetzungen. Sie sollen sicherstellen, dass der Einsatz sowohl inhaltlich als auch zeitlich von besonderer Bedeutung ist. Die Medaille wird vor allem für die Teilnahme an Auslandseinsätzen verliehen. Beispiele sind die ISAFInternational Security Assistance Force in Afghanistan oder der bis heute bestehende Stabilisierungseinsatz in Kosovo. Seit der Zeitenwende im Februar 2022 gibt es auch Ausnahmeregelungen zur Auszeichnung von Leistungen im Inland. Damit kann nach Stiftung der entsprechenden Medaille zum Beispiel rückwirkend auch die Teilnahme an der EUEuropäische Union-Ausbildungsmission für die Ukraine EUMAM UAEuropean Union Military Assistance Mission Ukraine gewürdigt werden. 

Einsatzmedaille der Stufe Gefecht

Für Soldatinnen und Soldaten, die nachweislich an Gefechten beteiligt waren oder unter hoher persönlicher Gefährdung militärische oder terroristische Gewalt erfahren haben, wurde die Einsatzmedaille „Gefecht“ gestiftet. Bei dieser besonderen Stufe gibt es keine Mindesttage, die im Einsatz geleistet werden müssen. Stattdessen entscheidet das Ausmaß der persönlichen Gefährdung durch terroristische oder militärische Gewalterfahrung, wer damit ausgezeichnet wird.

Sonderform Einsatzmedaille: „MilEvakOp“

Eine Sonderform der Einsatzmedaille wird für die Teilnahme an Militärischen Evakuierungsoperationen verliehen. Wer dazu beiträgt, im Ausland Menschen aus Gefahrensituationen zu befreien und in Sicherheit zu bringen, kann für eine Auszeichnung berücksichtigt werden. So sollen die besondere Belastung und Gefährdung während solcher Missionen wertgeschätzt werden. Ebenso wie die Einsatzmedaille „Gefecht“ kann die Einsatzmedaille „MilEvakOp“ nur einmal pro Person verliehen werden. Die Zahl der gesammelten Einsatztage spielt auch bei dieser Sonderform keine Rolle.

Häufige Fragen zu Einsatzmedaillen der Bundeswehr

Viele Soldatinnen und Soldaten, Ehemalige oder Angehörige haben Fragen zur Verleihung, zum Ablauf oder zu den Bedingungen der Einsatzmedaillen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten auf einen Blick.

Wann wurde die erste Einsatzmedaille gestiftet?

Die erste Einsatzmedaille der Bundeswehr stiftete der ehemalige Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe nach Zustimmung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog im Jahr 1996.

Wieso wurde der Stichtag immer wieder vorverlegt?

Die erste Änderung des Einsatzmedaillen-Stichtages, um Einsätze vor 1996 berücksichtigen zu können, fand 2019 statt. Hintergrund war unter anderem die ungleiche Behandlung von Soldaten, die an Einsätzen um 1996 teilnahmen. Um diese Ungleichbehandlung zu stoppen, verlegte die damalige Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen im Mai 2019 den Stichtag vom 30. Juni 1995 auf den 1. November 1991.

Seit der Neufassung des Erlasses durch die ehemalige Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Jahr 2022 gilt für alle Arten von Einsatzmedaillen der gleiche Stichtag. Um Teilnehmende aller Einsätze und Missionen der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung Deutschlands auszeichnen zu können, wurde der Stichtag der Einsatzmedaillen mit der Neufassung 2025 nochmals vorverlegt – auf den Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. 

Was ist, wenn ich deswegen jetzt rückwirkend einen Anspruch habe?

Personen, die an Einsätzen nach dem 3.Oktober 1990 teilgenommen haben, können bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen medaillenwürdig sein. Die Beantragung erfolgt durch den Truppenteil – es wird empfohlen, dass die Betroffenen die entsprechenden Informationen in Eigeninitiative zur Verfügung stellen. Ehemalige wenden sich an: Einsatzmedaille@bundeswehr.org 

Wer stiftet die Medaillen?

Einsatzmedaillen werden vom Bundesminister beziehungsweise der Bundesministerin der Verteidigung mit Genehmigung der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten gestiftet.

Können auch Tote die Einsatzmedaille verliehen bekommen?

Ja, die Einsatzmedaille kann ausnahmsweise auch nach dem Tod verliehen werden, sofern die Angehörigen dem zustimmen. Sie wird dann meist den Angehörigen des Verstorbenen übergeben.

Können nur deutsche Bundeswehrangehörige eine Einsatzmedaille erhalten?

Nein, in Ausnahmefällen kann auch Angehörigen ausländischer Streitkräfte eine Einsatzmedaille der Bundeswehr verliehen werden – wenn das Auswärtige Amt zustimmt. Dies geschieht dann, wenn sich ausländische Soldatinnen und Soldaten besonders für die Bundeswehr und ihre Angehörigen eingesetzt haben. Ein Beispiel dafür ist die Evakuierung unter Feindfeuer in Afghanistan 2010, bei der amerikanische Soldatinnen und Soldaten dabei geholfen haben, verletzte deutsche Soldaten zu retten.

Können auch Vorbestrafte ausgezeichnet werden?

Personen die wegen eines Verbrechens verurteilt wurden, können nicht mit einer Einsatzmedaille ausgezeichnet werden. Bei Vergehen kommt es ganz auf die Art und Schwere der Straftat an. Ordnungswidrigkeiten sind hingegen kein Verleihungshindernis.

Gibt es weitere Einschränkungen?

Soldatinnen und Soldaten, die ihre soldatischen Pflichten während ihres Einsatzes oder innerhalb ihrer besonderen Verwendung verletzen, müssen damit rechnen, dass sie deswegen von einer Verleihung ausgeschlossen werden.

So entsteht eine Einsatzmedaille der Bundeswehr

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr ist ein staatlich genehmigtes Ehrenzeichen. Ihre rechtliche Grundlage bildet ein Stiftungserlass der Bundesministerin oder des Bundesministers der Verteidigung. Dieser wird mit Genehmigung des Bundespräsidenten erlassen und regelt, unter welchen Bedingungen eine Einsatzmedaille verliehen werden darf.

Gemäß Erlass ist ausschließlich der Bundesminister oder die Bundesministerin der Verteidigung berechtigt, diese Auszeichnung zu verleihen. Die Stiftung einer neuen Einsatzmedaille erfolgt immer bezogen auf eine Mission: Für jeden Einsatz kann eine eigene Medaille mit spezifischer Bezeichnung geschaffen werden. Diese Bezeichnung erscheint sowohl auf der Medaillenspange als auch in der Verleihungsurkunde.

Zu Beginn schlägt die zuständige Stelle im Bundesverteidigungsministerium (BMVgBundesministerium der Verteidigung) der Ministerin oder dem Minister konkrete Bezeichnungen für neue Einsatzmedaillen vor, etwa wenn neue Missionen dazukommen oder rückwirkend, zum Beispiel durch Änderung des Stichtags, berücksichtigt werden sollen. Sobald die Ministerin oder der Minister die jeweilige Einsatzmedaille offiziell gestiftet hat, übernimmt im Anschluss das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) die operative Umsetzung: Die Medaillen werden beschafft und hergestellt. Dann können Einheiten die Medaillen beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr) beantragen. Dort werden die Urkunden generiert und an die Truppenteile versandt, die die Auszeichnungen dann an berechtigte Soldatinnen und Soldaten ausgeben. Dies geschieht in der Regel durch eine feierliche Zeremonie, bei der die zuständige Kontingentführerin oder der zuständige Einheitsführer die Abzeichen den Bundeswehrangehörigen überreichen.

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