Ministerin informiert sich bei Überraschungsbesuch in Afghanistan über die Lage

Ministerin informiert sich bei Überraschungsbesuch in Afghanistan über die Lage

  • Einsatz
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist am frühen Morgen des 26. Februar zu einem Überraschungsbesuch beim Einsatzkontingent der Bundeswehr in Masar-i Scharif in Afghanistan eingetroffen. Die Ministerin besucht kurz nach dem Kabinettsbeschluss zur Verlängerung des NATO-geführten Einsatzes Resolute Support die Truppe am Hindukusch.

Kramp-Karrenbauer geht in Begleitung von Soldaten einen Weg entlang

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer ist überraschend zu einem Besuch der Bundeswehr in Afghanistan eingetroffen

Bundeswehr/Detlef Schachel

Direkter und persönlicher Austausch

Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sucht bei der zur Verlängerung anstehenden Mission, zu der im März die parlamentarische Debatte stattfinden wird, das Gespräch mit ihren Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Die Ministerin möchte sich im direkten und persönlichen Austausch mit der Truppe einen Überblick über die aktuelle Lage des Bundeswehrkontingentes und über die Situation in Afghanistan verschaffen.

Die Ministerin war am frühen Morgen mit einem Airbus A310 der Flugbereitschaft um 05.17 Uhr Ortszeit in Masar-i Scharif eingetroffen. Nach ihrer Ankunft gedachte Kramp-Karrenbauer am Ehrenhain der Gefallenen und im Einsatz Verstorbenen. Die Ministerin informierte sich anschließend bei einem Briefing des Train Advise Assist Command – North (TAAC-NorthTrain Advise and Assist Command North) über die aktuelle Lage.

Radio Andernach im Gespäch mit der Verteidigungsministerin (1)

: Radio Andernach im Gespäch mit der Verteidigungsministerin (1) MP3, 02:26 Dauer, 4,5 MB
Den Überraschungsbesuch in Afghanistan nutzt die Ministerin auch zu einem Gespräch mit Radio Andernach.

Radio Andernach im Gespäch mit der Verteidigungsministerin (2)

: Radio Andernach im Gespäch mit der Verteidigungsministerin (2) MP3, 02:19 Dauer, 4,3 MB
Die Bundeswehr sei in Afghanistan, um Stabilität zu schaffen, so die Ministerin.

Zur Truppeninformation stand ein Interview mit Radio Andernach auf dem Programm. Verschiedene Gesprächsrunden – beispielsweise mit Kommandeuren, Kompaniechefs – folgten. Nicht nur beim gemeinsamen Mittagessen suchte Kramp-Karrenbauer das persönliche Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten. Im Camp informierte sie sich auch über die derzeitigen Fähigkeiten der Truppe in der Materialschleuse und über den Stand der Vorbereitungen der Rückverlegung.

Wichtige Voraussetzungen geschaffen

Kramp-Karrenbauer betonte bei ihrem Überraschungsbesuch: „Afghanistan braucht dringend Perspektiven und den gesellschaftlichen Ausgleich zwischen verfeindeten Gruppen. Unsere Soldatinnen und Soldaten können diese Prozesse nicht ersetzen. Die Männer und Frauen der Bundeswehr leisten aber gemeinsam mit Verbündeten insbesondere im Norden des Landes einen wichtigen Beitrag. Mit unserem militärischen Engagement in den zurückliegenden fast 20 Jahren haben wir wichtige Voraussetzungen geschaffen: Die Bildungsangebote sind, insbesondere für Mädchen und Frauen, deutlich gestiegen. Die Mehrheit der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Jugend nutzt die elektronische Vernetzung. Die Mehrheit der Afghaninnen und Afghanen wird diese Fortschritte nicht missen wollen.“

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Ministerin Kramp-Karrenbauer im Gespäch mit einem Soldaten

Ein Soldat berichtet der Verteidigungsministerin von seiner Arbeit im Einsatz

Bundeswehr/Sabine Oelbeck
Ministerin Kramp-Karrenbauer im Gespräch mit einer männlichen Person

Bei ihrem Besuch traf Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unter anderem den Leiter des deutschen Generalkonsulats, Michael Bierhoff

Bundeswehr/Sabine Oelbeck
Ministerin Kramp-Karrenbauer und mehrere Soldaten beobachten eine Waffenvorführung im Gelände

Die Truppe erklärt der Ministerin die Drohnenabwehrwaffe HP47+ und führt sie ihr vor. Mit der Waffe kann der Flug von Drohnen gestört werden.

Bundeswehr/Sabine Oelbeck
Ministerin Kramp-Karrenbauer steht vor mehreren Koffern mit militärischer Ausrüstung und spricht mit einem Soldaten

In der Materialschleuse informiert sich Kramp-Karrenbauer über die praktischen Verfahren bei der Rückführung von Material nach Deutschland

Bundeswehr/Sabine Oelbeck
Ministerin Kramp-Karrenbauer im Gespräch mit einem Soldaten, im Hintergrund ein Hubschrauber und angetretene Soldaten

Bei den Besatzungen des Hubschraubers NHNATO-Helicopter-90 erkundigt sich die Ministerin über die Aufgaben und vielfältigen Funktionen

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

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Schutz der Soldatinnen und Soldaten hat hohe Priorität

Die Ministerin machte darüber hinaus deutlich, Deutschland sei dazu bereit, den Friedensprozess weiterhin zu unterstützen. Der Schutz der Soldatinnen und Soldaten habe im Hinblick auf die Sicherheitslage sehr hohe Priorität. Dafür würden alle erforderlichen Maßnahmen gemeinsam mit den Verbündeten ergriffen. Das Ziel bleibe der geordnete Abzug, so Kramp-Karrenbauer.

Sie machte bei ihrem Besuch weiterhin deutlich, Deutschland stehe zu seiner Verantwortung, die es für die Menschen in Afghanistan übernommen habe, und zu seinen Zusagen gegenüber internationalen Partnern sowie zur Solidarität unter den NATO-Verbündeten. Die Erfolge des Wiederaufbaus aus fast zwei Jahrzehnten Engagement der internationalen Staatengemeinschaft sollten bewahrt werden.

Das gemeinsame militärische Engagement sei dabei ein wichtiger Faktor, um dem inneren Friedensprozess Afghanistans sowie den Anstrengungen des zivilen Aufbaus und der Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan die nötige Zeit und den nötigen Raum zu geben. Deutschland sei in Afghanistan bei der NATO-geführten Mission Resolute Support stark vertreten. Kern des deutschen Beitrags sind Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte.

Persönliche Erkenntnisse für parlamentarische Debatte

Die Ministerin wird ihre Erkenntnisse aus ihrem Besuch, insbesondere aus ihren direkten und persönlichen Gesprächen mit den Soldatinnen und Soldaten, in die anstehende parlamentarische Debatte und die laufenden Gespräche innerhalb der NATO einbringen.

von Jörg Fleischer

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