enhanced Forward Presence

Litauen – enhanced Forward Presence

Enhanced Forward Presence dient der Sicherung der Ostflanke der NATO. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen.

Soldaten stehen im Wald und unterhalten sich

Aktuelle Artikel von der Enhanced Forward Presence

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Bündnisverteidigung an der Ostflanke

Anfang 2017 startete die NATO mit der Verlegung von Soldatinnen und Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten. Die Mission enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) dient der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung von Bedrohungen des Bündnisgebiets. Die Mitgliedstaaten reagieren mit der „verstärkten Vornepräsenz“ auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und die fortgesetzte Destabilisierung der Ukraine. Deutschland hat die Führung der „Battlegroup“ in Litauen übernommen.

Eine Karte von Litauen, die das Einsatzgebiet von Enhanced Forward Presence (eFP) zeigt

Das Einsatzgebiet der NATO-Battlegroup in Litauen

Bundeswehr

Rotationen als immer wiederkehrende Ereignisse in Litauen

Übung Detonator 2019

Die NATO-Partner arbeiten in Litauen eng zusammen

Bundeswehr/eFP BG LTU


eFPenhanced Forward Presence sieht die Aufstellung von „Battlegroups“ in Polen und den baltischen Staaten vor. Die vier multinationalen Gefechtsverbände bestehen aus jeweils 1.000 Soldatinnen und Soldaten, die die Streitkräfte der Gastländer verstärken. Ausbildung, Training und Abschreckung bilden den Kernauftrag der Kampfverbände. Das Personal rotiert als regelmäßiges Ereignis bei eFPenhanced Forward Presence im halbjährlichen Rhythmus, da die NATO-Russland-Grundakte keine dauerhafte Stationierung alliierter Truppen in Osteuropa erlaubt. Die NATO setzt auf eine doppelte Strategie: Abschreckung ja, aber keine Konfrontation. Der Dialog mit Russland bleibt für das NATO-Bündnis zentral.

Die Zusammensetzung der Gefechtsverbände variiert und erfolgt in Abstimmung mit der Gastgebernation. Polen und die baltischen Staaten bilden jeweils den Kern der multinationalen Kampfverbände. Jeder dieser Verbände wird von einer Rahmennation geführt. Diese Aufgabe haben Großbritannien, Kanada, die USA und Deutschland übernommen. Die Bundeswehr hat die Führungsrolle in Litauen inne und verlegt seit Januar 2017 Truppenangehörige nach Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich von der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Aufbau eines Gefechtsverbands

Panzer fahren im Konvoi durchs Gelände

Die Übungen und Manöver stellen regelmäßig wiederkehrende Ereignisse bei eFPenhanced Forward Presence dar, bei welchen die NATO-Kampfverbände die multinationale Zusammenarbeit trainieren

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Die Bundeswehrangehörigen sind in der größten Kaserne der litauischen Streitkräfte untergebracht. Die Pionierarbeit leistete das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach. Zusammen mit Verbänden der Panzerbrigade 12 bauten die Panzergrenadiere die notwendige Infrastruktur vor Ort auf. Die Kräfte wurden mit ihrer kompletten Ausrüstung und allen Gefechtsfahrzeugen sowie der dazugehörigen Munition ins Baltikum verlegt: rund 500 Bundeswehrangehörige, dazu Schützenpanzer, Kampfpanzer und andere Fahrzeuge. Im März 2017 war die Einsatzbereitschaft der deutschen Truppen hergestellt.

Neben Deutschland beteiligten sich Norwegen, Belgien, Kroatien und die Niederlande am ersten NATO-Bataillon in Litauen. Im Mai 2017 war der Kampfverband mit knapp 1.000 Kräften vollständig aufgestellt. Den Kern des Gefechtsverbands bildeten mechanisierte und infanteristische Kräfte. Zeitweise wurden Verstärkungskräfte – zur ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, Aufklärung oder Artillerie – hinzugezogen. Etwa bei der Übung Iron Wolf, bei der die Battlegroup ihre Einsatzbereitschaft bewies.

Regelmäßige Übungen als Ereignisse

Panzerhaubitze schießt scharf auf Übungsplatz

Es knallt gewaltig – Panzerhaubitzen trainieren bei der Gefechtsübung Flaming Thunder den scharfen Schuss

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Iron Wolf, Saber Strike, Flaming Thunder oder Eager Leopard – das Üben des Gefechtes ist ein immer wiederkehrendes Element und Ereignis bei eFPenhanced Forward Presence. Bei Gefechtsübungen und Manövern trainieren die NATO-Truppen zahlreiche Szenarien – vom Häuser- und Stellungskampf bis zur Verzögerung eines anrückenden Feindes. Die Armeeangehörigen demonstrieren die multinationale Zusammenarbeit und ihre Verteidigungsbereitschaft. Pabrade, der größte Truppenübungsplatz Litauens, bietet ideale Voraussetzungen für das Gefechtstraining.

Beistandsinitiative enhanced Forward Presence (PDF, 247,9 KB)

Kommandeur enhanced Forward Presence Battlegroup Litauen

Informationsbroschüre eFPenhanced Forward Presence

zum Einsatz in Litauen

Flyer (Stand: 05/2022) Informationsbroschüre eFPenhanced Forward Presence PDF, barrierefrei, 535 KB
Cover der Broschüre zum Einsatz in Litauen

Q&A enhanced Forward Presence

Die Mission dient der Abschreckung einer möglichen Bedrohung des NATO-Bündnisgebiets von außen sowie notfalls der Verteidigung Litauens. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen übernommen.

Die Beteiligung an Enhanced Forward Presence der NATO stellt eine sogenannte „anerkannte Mission“ und damit keinen Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes dar. Eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag ist daher nicht erforderlich. Grundlage des deutschen Engagements ist ein Beschluss auf dem NATO-Gipfel von Warschau vom 9. Juli 2016.

Halbjährlich rotierend beteiligen sich jeweils rund 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an enhanced Forward Presence. Für größere Manöver und lagebedingt kann es jedoch zu einem Personalaufwuchs durch Verstärkungskräfte kommen. Derzeit besteht die multinational zusammengestellte Battlegroup aus rund 1.600 Soldatinnen und Soldaten aller beteiligten Nationen, davon ca. 1.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Dauerhafter Stationierungsort der Truppe in Litauen ist die Stadt Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius. Größere, regelmäßig wiederkehrende Übungen finden auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabrade im Osten des Landes statt. Je nach Lage und Entscheidung der jeweiligen Partnernationen ist aber auch eine Verlegung der Battlegroup in die anderen baltischen Staaten oder nach Polen grundsätzlich möglich.

Ausgerüstet ist die Battlegroup mit einer Vielzahl an Großfahrzeugen und Waffensystemen. Die Bundeswehr nutzt hauptsächlich Kampfpanzer, Schützenpanzer und Transportpanzer. Während des Einsatzes von Verstärkungskräften verfügt die Battlegroup über zusätzliche Kräfte der Artillerie, Aufklärer, Flugabwehrsysteme und weitere Unterstützungselemente. 

6 Monate.  Danach wird die sogenannte „Rotation“ samt ihrer Waffensysteme und Fahrzeuge von den Nachfolgern abgelöst.

Die medizinische Betreuung der deutschen Kräfte ist durch eine eigene multinationale truppenärztliche und notfallmedizinische Versorgung (sog. „Role 1“) sowie durch Abstützung auf das litauische militärische und zivile Gesundheitssystem gewährleistet, welches EU-Standards entspricht. Eine medizinische Evakuierung nach Deutschland ist durch gute infrastrukturelle Anbindung der Battlegroup und die relative Nähe zu Deutschland jederzeit möglich.

Neben Deutschland als Führungsnation beteiligen sich Belgien, Frankreich, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Tschechien an der Battlegroup. Island, das als NATO-Mitglied über keine eigenen Streitkräfte verfügt, beteiligt sich mit zivilen Mitarbeitern.

Jede Rotation übt während der Stationierungszeit in Litauen intensiv in verschiedenen multinationalen Manövern die gemeinsame Gefechtsführung und stellt sich schließlich den strengen Richtlinien der NATO-Zertifizierungsübung „Iron Wolf“. Die hohe Kampfkraft der Battlegroup wird so regelmäßig unter Beweis gestellt.

Für Ihren Auftrag der Verteidigung Litauens an der NATO-Ostflanke ist die durch Deutschland geführte, multinationale Battlegroup der litauischen „Iron Wolf“-Brigade unterstellt, die aus sechs Bataillonen besteht und in der Struktur einer deutschen Panzergrenadierbrigade ähnelt.

Die Postversorgung wird durch ein Feldpostamt vor Ort sichergestellt. Wie man Briefe oder Pakete in die Einsätze schicken kann, erfahren Sie hier: Feldpost

Ansprechpartner für die Presse

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