enhanced Forward Presence

Litauen – eFPenhanced Forward Presence und eVAenhanced Vigilance Activities

Enhanced Forward Presence dient der Sicherung der Ostflanke der NATO. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen. Mit dem Forward Command Element der enhanced Vigilance Activity Brigade ist ein Teil eines vorgeschobenen Gefechtsstandes dauerhaft vor Ort stationiert.

Soldaten stehen im Wald und unterhalten sich

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Bündnisverteidigung an der Ostflanke

Anfang 2017 startete die NATO mit der Verlegung von Soldatinnen und Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten. Die Mission enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) dient der Sicherung der osteuropäischen NATO-Mitgliedstaaten. Die Mitgliedsstaaten reagierten mit der „verstärkten Vornepräsenz“ auf das zunehmende Bedrohungspotential durch Russland, das in der fortgesetzten russischen Destabilisierung der Ukraine deutlich wurde. Deutschland hat die Führung der „Battlegroup“ in Litauen übernommen und stellt seit September 2022 zusätzlich eine Brigade im Rahmen der enhanced Vigilance Activities (eVAenhanced Vigilance Activities) in Deutschland bereit, die mit einem vorgeschobenen Führungselement (Forward Command Element –FCE) dauerhaft in Litauen vertreten ist.

Eine Karte von Litauen, die das Einsatzgebiet von enhanced Forward Presence (eFP) und enhanced Vigilance Activity (eVA) zeigt

Das Einsatzgebiet der NATO-Battlegroup in Litauen

Bundeswehr

Rotationen als immer wiederkehrende Ereignisse in Litauen

Iron Wolf bei EFP

Deutsche und litauische Soldaten besprechen sich auf dem Übungsplatz bei der Enhanced Forward Presence Battle Group in Rukla

Bundeswehr/PAO EFP


EFP sieht die Aufstellung von „Battlegroups“ in den drei baltischen Staaten und Polen vor. Die vier multinationalen Gefechtsverbände bestehen aus jeweils über 1.000 Soldatinnen und Soldaten, die die Streitkräfte der Gastländer verstärken. Die von Deutschland geführte eFPenhanced Forward Presence Battlegroup Litauen hat derzeit eine Stärke von rund 1.700 Soldatinnen und Soldaten. Integration in die örtlichen Verteidigungsstrukturen, Ausbildung und Übung sind Kernauftrag der Kampfverbände. Personal und Material rotieren bei eFPenhanced Forward Presence im halbjährlichen Rhythmus, dabei wird das Verlegen von Truppen und Waffensystemen innerhalb Europas geübt. Die NATO setzt auf die Strategie der deutlichen Abschreckung ohne Konfrontation.

Die Zusammensetzung der Gefechtsverbände variiert und erfolgt in Abstimmung mit der Gastgebernation. Die Battlegroups sind jeweils vollständig in die Verteidigungsplanung ihrer Gastgeberländer integriert. Jeder dieser Verbände wird von einer Rahmennation geführt. Diese Aufgabe haben Großbritannien (in Estland), Kanada (in Lettland), die USA (in Polen) und Deutschland (in Litauen) übernommen. Die deutsch geführte Battlegroup ist in Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius und rund 100 Kilometer vom russischen Staatsgebiet entfernt. Der oft genutzte Truppenübungsplatz Pabradė befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von der belarusischen Grenze.

Aufbau eines Gefechtsverbands

Panzer fahren im Konvoi durchs Gelände

Die Übungen und Manöver stellen regelmäßig wiederkehrende Ereignisse bei eFPenhanced Forward Presence dar, bei welchen die NATO-Kampfverbände die multinationale Zusammenarbeit trainieren

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Die deutsche eFPenhanced Forward Presence Battlegroup Litauen ist in Rukla, der größten Kaserne der litauischen Streitkräfte, untergebracht. Aktuell wird der deutsche Anteil überwiegend vom Panzerbataillon 203 aus Augustdorf gestellt. Zusammen mit Verbänden der Panzerbrigade 21 sowie multinationalen Anteilen aus den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Tschechien und Luxemburg stellen sie die eFPenhanced Forward Presence Battlegroup Litauen.
Die Kräfte verlegen mit ihrer kompletten Ausrüstung und allen Gefechtsfahrzeugen sowie der dazugehörigen Munition ins Baltikum: Kampfpanzer Leopard 2A6, Schützenpanzer Marder 1A5, Panzerhaubitzen 2000 und andere Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge. Den Kern des Gefechtsverbands bildeten mechanisierte und infanteristische Kräfte. Kampfunterstützung – zur ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr, Aufklärung oder Artillerie – kommen hinzu. Damit ist die eFPenhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen ein Gefechtsverband, der über die Größenordnung und Ausstattung eines herkömmlichen Bataillons der Kampftruppe hinausgeht.
Im März 2017 wurde die Einsatzbereitschaft der deutschen eFPenhanced Forward Presence Battlegroup erstmals hergestellt. Diese wird regelmäßig im Rahmen von Übungen überprüft und nachgewiesen.

Regelmäßige Übungen als Ereignisse

Panzerhaubitze schießt scharf auf Übungsplatz

Es knallt gewaltig – Panzerhaubitzen trainieren bei der Gefechtsübung Flaming Thunder den scharfen Schuss

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Iron Wolf, Resolute Stallion, Saber Strike, Flaming Thunder oder Eager Leopard –Gefechtsübungen sind ein wiederkehrendes Element der (eFPenhanced Forward Presence) enhanced Forward Presence. Die Battlegroup nutzt für ihre zahlreichen Übungs- und Ausbildungsvorhaben alle Truppenübungsplätze in Litauen. Die Soldaten demonstrieren die multinationale Zusammenarbeit und ihre Verteidigungsbereitschaft. Pabrade, der größte Truppenübungsplatz Litauens, bietet gute Voraussetzungen für die Gefechtsübung. Höhepunkt ist die zweimal jährlich stattfindende Bataillonsgefechtsübung im scharfen Schuss.

Beistandsinitiative enhanced Forward Presence (PDF, 247,9 KB)


Forward Command Element

Nach der Ankündigung von Bundeskanzler Scholz im Sommer 2022, eine deutsche Brigade (enhanced Vigilance Activities Brigade Litauen) für die Verteidigung Litauens bereitzustellen, wurde Teile eines Brigadegefechtsstandes dauerhaft in Rukla stationiert. Das sogenannte Forward Command Element (FCE) stellt ein dauerhaftes Bindeglied zwischen den litauischen Streitkräften und einer in Deutschland bereit gehaltenen Brigade dar, deren Truppenteile für gemeinsame Übungsvorhaben vorübergehend nach Litauen verlegen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die Brigade bei einer Verschärfung der Bedrohungssituation unverzüglich nach Litauen zu bringen um integriert in die litauischen Verteidigungsstrukturen kämpfen zu können. Die Gestellung der eVAenhanced Vigilance Activities Brigade, die in Deutschland vom Kommando Heer geführt wird, ist eine bilaterale Maßnahme, um die litauische Verteidigungsfähigkeit im Rahmen der Bündnisverteidigung zu stärken. Eine taktische oder truppendienstliche Verflechtung mit der eFPenhanced Forward Presence Battlegroup gibt es nicht.

Kontingentführer deutscher Anteil eFPenhanced Forward Presence Litauen

Informationsbroschüre eFPenhanced Forward Presence

zum Einsatz in Litauen

Flyer (Stand: 06/2022) Informationsbroschüre eFPenhanced Forward Presence PDF, barrierefrei, 535 KB
Cover der Broschüre zum Einsatz in Litauen

Q&A enhanced Forward Presence

Die Mission dient der Abschreckung einer möglichen Bedrohung des NATO-Bündnisgebiets von außen sowie notfalls der Verteidigung Litauens. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen übernommen.

Die Beteiligung an Enhanced Forward Presence der NATO stellt eine sogenannte „anerkannte Mission“ und damit keinen Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes dar. Eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag ist daher nicht erforderlich. Grundlage des deutschen Engagements ist ein Beschluss auf dem NATO-Gipfel von Warschau vom 9. Juli 2016.

Halbjährlich beteiligen sich jeweils rund 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an enhanced Forward Presence. Für größere Manöver und lagebedingt kann es jedoch zu einem Personalaufwuchs durch Verstärkungskräfte kommen. Derzeit besteht die multinational zusammengestellte Battlegroup aus rund 1.600 Soldatinnen und Soldaten aller beteiligten Nationen, davon ca. 1.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Dauerhafter Stationierungsort der Truppe in Litauen ist die Stadt Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius. Größere, regelmäßig wiederkehrende Übungen finden auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabrade im Osten des Landes statt. Je nach Lage und Entscheidung der jeweiligen Partnernationen ist aber auch eine Verlegung der Battlegroup in die anderen baltischen Staaten oder nach Polen grundsätzlich möglich.

Ausgerüstet ist die Battlegroup mit einer Vielzahl an Großfahrzeugen und Waffensystemen. Die Bundeswehr nutzt hauptsächlich Kampfpanzer, Schützenpanzer und Transportpanzer. Während des Einsatzes von Verstärkungskräften verfügt die Battlegroup über zusätzliche Kräfte der Artillerie, Aufklärer, Flugabwehrsysteme und weitere Unterstützungselemente. 

6 Monate.  Danach wird die sogenannte „Rotation“ samt ihrer Waffensysteme und Fahrzeuge von den Nachfolgern abgelöst.

Die medizinische Betreuung der deutschen Kräfte ist durch eine eigene multinationale truppenärztliche und notfallmedizinische Versorgung (sog. „Role 1“) sowie durch Abstützung auf das litauische militärische und zivile Gesundheitssystem gewährleistet, welches EU-Standards entspricht. Eine medizinische Evakuierung nach Deutschland ist durch gute infrastrukturelle Anbindung der Battlegroup und die relative Nähe zu Deutschland jederzeit möglich.

Neben Deutschland als Führungsnation beteiligen sich Belgien, Frankreich, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Tschechien an der Battlegroup. Island, das als NATO-Mitglied über keine eigenen Streitkräfte verfügt, beteiligt sich mit zivilen Mitarbeitern.

Jede Rotation übt während der Stationierungszeit in Litauen intensiv in verschiedenen multinationalen Manövern die gemeinsame Gefechtsführung und stellt sich schließlich den strengen Richtlinien der NATO-Zertifizierungsübung „Iron Wolf“. Die hohe Kampfkraft der Battlegroup wird so regelmäßig unter Beweis gestellt.

Für Ihren Auftrag der Verteidigung Litauens an der NATO-Ostflanke ist die durch Deutschland geführte, multinationale Battlegroup der litauischen „Iron Wolf“-Brigade unterstellt, die aus sechs Bataillonen besteht und in der Struktur einer deutschen Panzergrenadierbrigade ähnelt.

Die Postversorgung wird durch ein Feldpostamt vor Ort sichergestellt. Wie man Briefe oder Pakete in die Einsätze schicken kann, erfahren Sie hier: Feldpost

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