enhanced Vigilance Activities

Polen – eVAenhanced Vigilance Activities

Die NATO verstärkt ihre defensiven Maßnahmen in Ost-, Zentral- und Südosteuropa. Die Bundeswehr beteiligt sich unter anderem an der Luftverteidigung. Ab Januar 2023 auch in Polen.

Ein LKW mit Raketen steht auf einem Feld im Schnee

Aktuelle Artikel von der Air Missile and Defence Taskforce Poland

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BÜNDNISVERTEIDIGUNG AN DER OSTFLANKE

Mit der Bereitstellung von Kräften zur Luftverteidigung in Polen wird Deutschland zukünftig seinen Beitrag zur Solidarität mit den osteuropäischen NATO-Bündnispartnern erweitern. Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden mit dem Waffensystem PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target zum Schutz des polnischen Luftraums beitragen und die Integrierte NATO-Luftverteidigung an der Ostflanke stärken.

Eine Karte von Polen, die das Einsatzgebiet von enhanced Vigilance Activities (eVA) zeigt.

Das Einsatzgebiet der Bundeswehr in Polen

Bundeswehr

Aufgrund des andauernden völkerrechtswidrigen Überfalls Russlands auf die Ukraine hat die NATO entschieden, ihre defensiven Maßnahmen in Ost-, Zentral- und Südosteuropa zu verstärken. Dazu wurden im Rahmen des NATO-Programms enhanced Vigilance Activities, kurz: eVAenhanced Vigilance Activities (dt. verstärkte Wachsamkeits-Aktivitäten), Fähigkeiten zur Bündnisverteidigung erhöht. Die Bundeswehr beteiligt sich bereits mit Luftverteidigungskräften und Kampftruppen an einer solchen Mission in der Slowakei.

Der Raketeneinschlag im polnischen Dorf Przewodów am 15.11.2022 machte deutlich, wie schnell der russische Angriffskrieg Auswirkungen auf das Bündnisgebiet der NATO und besonders Deutschlands östliche Bündnispartner haben kann. Als Reaktion bot Deutschland Polen, das durch die gemeinsame Grenze zur Ukraine besonders exponiert ist, umgehend Unterstützung auf bilateraler Basis bei der Luftverteidigung an. Durch den Einsatz einer Air and Missile Defence Task Force in Polen (AMD TF eVAenhanced Vigilance Activities POL) stärkt die Bundeswehr vor Ort als verlässlicher Bündnispartner schnell und flexibel die Sicherung des polnischen Luftraumes und leistet einen wichtigen Beitrag zur Integrierten NATO-Luftverteidigung an der Ostflanke. Dafür werden vier Staffeln, davon drei Kampfstaffeln und eine Stabs- und Versorgungsstaffel, im ostpolnischen Zamość, unweit der ukrainischen Grenze, stationiert. Das Flugabwehrsystem der Bundeswehr ist in die Struktur der polnischen Luftverteidigung integriert, die wiederum fester Bestandteil der Integrierten NATO-Luftverteidigung zum Schutz des Bündnisgebietes ist.

Die Stärke des deutschen Verbands einschließlich aller Unterstützungskräfte beträgt rund 350 Soldatinnen und Soldaten. Der Umfang des eingesetzten Personals kann im Bedarfsfall auf bis zu 650 Soldatinnen und Soldaten erweitert werden. Die Dauer der Mission werden wir eng mit unserem Bündnispartner Polen abstimmen. Geführt wird der Verband von Oberst Jörg Sievers.

Rechtliche Grundlagen

Der Einsatz der Air and Missile Defence Task Force in Polen erfolgt als sogenannte anerkannte Mission. Ein Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes liegt nicht vor. Eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag ist daher nicht erforderlich.

Kontingentführer Air and Missile Defence Task Force Poland

Informationsbroschüre eVAenhanced Vigilance Activities

zum Einsatz in Polen

Flyer (Stand: 01/2023) Informationsbroschüre eVAenhanced Vigilance Activities PDF, barrierefrei, 542 KB
Bild Flyer

Q&A ENHANCED VIGILANCE ACTIVITIES

Mit der Mission in wird dem im Zuge des Überfalls Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 erhöhten Sicherheitsbedürfnis der NATO-Mitglieder an der östlichen Flanke der Allianz begegnet. Deutschland stellt eine Flugabwehrraketengruppe PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target, bestehend aus drei Feuereinheiten, zur Unterstützung der polnischen Luftverteidigung und Stärkung der integrierten NATO-Luftverteidigung bereit. Die Bundeswehr schützt den polnischen Luftraum und leistet damit einen Beitrag zur Steigerung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO und zum Schutz des Staatgebiets unseres östlichen Bündnispartners. 

Die Beteiligung an der polnischen Luftverteidigung stellt eine „anerkannte Mission“ und keinen Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Sinne des Parlamentsbeteiligungsgesetzes dar. Eine Mandatierung durch den Deutschen Bundestag ist daher nicht erforderlich. Rechtliche Grundlage des deutschen Engagements in Polen ist die Einladung des Präsidenten der polnischen Republik vom 13. Januar 2023.

Die Stärke des Verbands einschließlich aller Unterstützungskräfte beträgt rund 350 Soldatinnen und Soldaten. Der Umfang des eingesetzten Personals kann im Bedarfsfall auf bis zu 650 Soldatinnen und Soldaten erweitert werden.

Die deutschen Kräfte sind im polnischen Zamość, rund 50 Kilometer westlich der Grenze zur Ukraine, stationiert. Darüber hinaus sind einige Soldatinnen und Soldaten zur Operationsführung im polnischen Air Operations Command in Warschau stationiert.

Die Soldatinnen und Soldaten sind mit dem Flugabwehrraketensystem PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target ausgestattet. Dieses besteht aus einem mobilen Radarsystem zur Überwachung des Luftraumes, Führungs- und Kommunikationselementen sowie den mobilen Feuereinheiten, sogenannte Launcher. Mit diesen ist es möglich, gegnerische Flugzeuge, taktische ballistische Raketen und Marschflugkörper auf eine Reichweite von rund 68 Kilometer zu bekämpfen.

Neben Deutschland sind Großbritannien, Kroatien, Rumänien und die USA in Polen mit eigenen Truppen präsent. Diese stellen dort eine multinationale Battlegroup. Weitere Bündnispartner sind in Polen mit PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Systemen zur Luftverteidigung stationiert. Der Schutz des Luftraumes wird außerdem, wie auch bei weiteren Bündnispartnern an der NATO-Ostgrenze, durch temporäre Patrouillenflüge von abwechselnd bereitgestellten Kampfflugzeugen diverser NATO-Staaten (u. a. auch Deutschland) sichergestellt.

Die medizinische Betreuung der deutschen Kräfte ist durch eine eigene truppenärztliche und notfallmedizinische Versorgung (sog. Role 1) sowie durch Abstützung auf das polnische militärische und zivile Gesundheitssystem gewährleistet. Darüber hinaus ist eine medizinische Evakuierung nach Deutschland, z. B. durch den Strategischen Patientenlufttransport (StratAirMedEvacStrategic Air Medical Evacuation), jederzeit sichergestellt.

Die Postversorgung wird durch ein Feldpostamt vor Ort sichergestellt. Wie man Briefe oder Pakete in die Einsätze schicken kann, erfahren Sie hier: Feldpost

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