Geschichte der Heeresaufklärungstruppe

Geschichte der Heeresaufklärungstruppe

Datum:
Lesedauer:
2 MIN

Die Heeresaufklärer sind mit Drohnen und Gefechtsfahrzeugen ausgestattet, um Informationen zu gewinnen. Warum die Kavalleristen, die Vorfahren der Heeresaufklärer, einst mit Pferden ausgestattet waren, entdecken Sie hier.

Die Heeresaufklärungstruppe ist eine eigene Truppengattung der Bundeswehr und wurde am 6. März 2008 vom Inspekteur des Heeres in Dienst gestellt. Ihre Wurzeln liegen in der Kavallerie. Kavalleristen sind berittene Soldaten. Durch den Einsatz von Pferden konnten die Kavalleristen schnell große Entfernungen zurücklegen und teilweise schwieriges Gelände durchqueren. Als sichtbares Erkennungszeichen im Gefechtsdienst hatten Kavallerieverbände eigene Lanzen in den jeweiligen Farben. Die Lanzen wurden bereits in den Kavallerieverbänden der preußischen Armee Friedrich des Großen getragen, bevor sie 1889 von der gesamten Kavallerie übernommen wurden. Aus Tradition stehen diese Lanzen heute noch im Barettabzeichen der Heeresaufklärungskräfte.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war die Kavallerie ein bedeutender Teil der preußischen Streitkräfte. Wegen ihrer Mobilität, Schnelligkeit und Kampfkraft waren sie ein gefürchteter Gegner der normalen Infanterie. Neben dem Kampfauftrag war die Kavallerie besonders bei der Aufklärung in schwierigem Gelände dank ihrer Schnelligkeit und Mobilität gefragt.

2008 Truppe aufgestellt und Fähigkeiten gebündelt

Davor waren die Aufklärungskräfte und -mittel des Heeres räumlich und auf verschiedene Truppengattungen verteilt und wurden auf verschiedenen Ebenen geführt. Ausbildung und Weiterentwicklung erfolgten getrennt an mehreren Stellen in unterschiedlicher Verantwortung: in Idar-Oberstein für die Ausbildung an den Drohnen LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung und KZO, in Diez an der Lahn für die Feldnachrichtenkräfte, in Calw für die Weiterentwicklung und Pfullendorf für die Ausbildung der Fernspähkräfte, in München für die Weiterentwicklung des elektronischen Kampfes im Heer, sowie in Munster für die Spähaufklärung.

Um die Informationsüberlegenheit zu gewinnen und die Effizienz – besonders in den Einsätzen – zu erhöhen, wurde 2008 die Heeresaufklärungstruppe mit Aufklärungskräften, Fernspähkräften, Feldnachrichtenkräften und Kräften der luftgestützten abbildenden Aufklärung aufgestellt. „Aufklärung aus einer Hand“ ist damit umgesetzt worden, Kompetenzen wurden gebündelt.

Damit sind erstmals in der Geschichte der Bundeswehr die Aufklärungskräfte des Heeres unter einer Führung in Munster zusammengefasst.