Geschichte der Jäger

Geschichte der Jäger

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Tradition zurück bis in das 17. Jahrhundert

Die Jägertruppe wurde im 17. Jahrhundert als eine spezialisierte Truppe innerhalb der Infanterie geschaffen (zum Beispiel in Hessen 1631, Bayern 1645, Brandenburg-Preußen 1674). Besonderes Kennzeichen waren die Gewehre mit gezogenem Lauf, die im Gegensatz zu den gebräuchlichen glatten Rohren ein weiteres und genaueres Schießen beziehungsweise Treffen ermöglichten. Die Soldaten wurden als Kundschafter, Kuriere und Scharfschützen eingesetzt. Sie rekrutierten sich besonders aus Forstleuten, die nach der Militärzeit in diesen Beruf zurückkehrten. Die Uniform war im Gegensatz zur einfachen Infanterie, damals auch Linieninfanterie genannt, meist grün. Ihr Signalinstrument, das Jagdhorn, spiegelt sich bis heute vielfach in Bataillons- und Kompaniewappen wider. Jäger führten im Gegensatz zur Linieninfanterie mit deren Bajonett ein jagdähnliches Messer, auch Hirschfänger genannt, als Seitengewehr.

Die Reformierung – ein neues Jahrhundert beginnt

Im Zuge der napoleonischen Kriege wurde die preußische Jägertruppe modernisiert. Erfahrungen der französischen Tirailleurtaktik – eine Taktik, in der Tirailleure (französisch für Schützen oder Infanteristen) in zerstreuter Ordnung kämpfen – und der Kriege in den europäischen Kolonien sowie des USUnited States-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges flossen dabei in die Ausbildung der leichten Infanterie ein. Die Jägertruppe hatte jetzt den Auftrag, der eigenen Armee Informationen über den Feind, seine Lage, seine Ausstattung und das Gelände zu beschaffen und ausgewählte Ziele mit gezieltem Schuss zu bekämpfen. Die Jäger sollten weitgehend selbstständig, in lockerer Aufstellung und kleineren Einheiten operieren, dafür aber insbesondere bewachsenes und durchschnittenes Gelände sowie Deckungen besser ausnutzen.

Innovationsquelle Jägertruppe

Von der im Vergleich zur herkömmlichen Infanterie abweichenden Kampfweise der Jägerverbände gingen wiederholt Innovationsschübe für die Infanterietaktik der Heere aus. Sowohl das Maschinengewehr als auch das Fahrrad wurden bei den Jägertruppen erprobt und eingeführt. Dies lag auch daran, dass die Jägertruppe immer als eine besonders professionelle Truppe innerhalb der Infanterie galt. Auch im 20. Jahrhundert brachte die Jägertruppe, einhergehend mit der rasanten technischen und taktischen Entwicklung in den deutschen Streitkräften, immer weitere Spezialisierungen innerhalb der Infanterie hervor. So ging bereits im Ersten Weltkrieg aus der Jägertruppe die Gebirgsjägertruppe hervor und im Jahr 1936 entstand nach italienischen und sowjetischen Vorbildern die deutsche Fallschirmjägertruppe.

Die Jägertruppe in der Bundeswehr

In der Bundeswehr sollte nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges das Gefecht beweglich mit mechanisierten, also gepanzerten, Verbänden geführt werden. Die Aufgaben der panzerbegleitenden Infanterie haben die Panzergrenadiere als mechanisierte Infanterie übernommen. Die Panzergrenadiere wurden damit herausgelöst aus der Truppengattung der Infanterie. Die Jägertruppe wurde dagegen als motorisierte Infanterie weiterkonzipiert. Die Jägertruppe des Kalten Krieges war in den Siebzigerjahren mit ihren Großverbänden (Heimatschutzkommandos) und den ihnen unterstellten Verbänden (jeweils zwei Jägerregimenter mit je zwei Jägerbataillonen) die meist vertretene Truppengattung.

Ab 1992 verlor die Jägertruppe die meisten ihrer 20 aktiven Bataillone und damit erneut traditionsreiche Verbände. Damit war die Jägertruppe bis auf einige wenige Verbände fast vollständig aufgelöst. In der jüngsten Vergangenheit gewann die Jägertruppe innerhalb der Bundeswehr wieder an Bedeutung. Gab es in der Zwischenzeit nur noch zwei Bataillone (Jägerbataillon 292 als deutscher Anteil der Deutsch-Französischen Brigade sowie das Jägerbataillon 1 als Bestandteil der Panzerbrigade 21), existieren mittlerweile wieder sechs deutsche Jägerbataillone.