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Landfahrzeuge

Alles Panzer oder was? Kleine Panzerkunde

Ausrüstung und Technik
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

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Es mag überraschen, doch eine einheitliche Definition, wann ein Fahrzeug in der Bundeswehr als Panzer bezeichnet wird, gibt es nicht. Jeder Panzer ist gepanzert, also durch seine Außenhülle vor der Wirkung feindlicher Treffer mehr oder minder gut geschützt. Wie stark und wirkungsvoll dieser Schutz aber sein muss, damit ein Fahrzeug als Panzer „durchgeht“, ist nicht festgelegt.

Nicht jeder Panzer muss auf Ketten fahren, um ein solcher zu sein: Der Transportpanzer Fuchs ist auf sechs Rädern unterwegs. So kann er eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern in der Stunde erreichen. Unterschieden werden Panzer anhand ihrer Aufgabe:

Kampf- und Schützenpanzer

Kampfpanzer wie der in der Bundeswehr verwendete Leopard 2 zeichnen sich durch die Kombination aus starker Panzerung, hoher Beweglichkeit durch ein Kettenfahrwerk und überlegener Feuerkraft durch eine großkalibrige Kanone in einem rundum schwenkbaren Turm aus. Ihre Hauptaufgabe ist die Bekämpfung feindlicher Kampfpanzer sowie befestigter Stellungen.

Schützenpanzer wie der Puma oder sein Vorgänger Marder hingegen sind auf den Transport von Panzergrenadieren und ihre Unterstützung im Gefecht hin optimiert. Moderne Schützenpanzer sind leichter gepanzert als Kampfpanzer, können dafür aber zusätzlich zu ihrer Besatzung sechs bis zehn Panzergrenadiere, also meist zu Fuß kämpfende Infanteristen, transportieren. In ihrem Fahrzeug sind die Grenadiere vor dem Beschuss durch feindliche Schützenpanzer weitgehend sicher.

Dennoch leitet sich der Begriff „Schützenpanzer“ rein sprachlich nicht von dem Schutz ab, den er bietet, sondern von den Soldaten („Schützen“), deren Transportmittel er ist. Bewaffnet sind Schützenpanzer mit schnell feuernden Maschinenkanonen zur Bekämpfung feindlicher Infanteristen und leicht gepanzerter Fahrzeuge. Zudem verfügen sie häufig über Panzerabwehrlenkflugkörper zum Einsatz gegen feindliche Kampfpanzer.

Transportpanzer

Fahrzeuge wie der Transportpanzer Fuchs oder das Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug (GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug) Boxer sind zur Beförderung von Soldaten und Personal gedacht. Im Vergleich zu Schützenpanzern sind sie deutlich schwächer gepanzert, halten aber Artilleriesplittern und dem Beschuss mit Maschinengewehren stand. Transportpanzer sind meist nur mit schweren Maschinengewehren oder Granatmaschinenwaffen bestückt. Häufig dienen sie auch als Basisfahrzeuge für ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr-, Aufklärungs- oder Sanitätsvarianten. Transportpanzer können Fahrgestelle mit Rädern (wie Boxer und Fuchs) oder Ketten (wie der Panzermörser M113) besitzen.

Spezialisten: Pionier-, Brückenlege- und Bergepanzer

Auf Fahrgestellen von Kampfpanzern existiert eine Vielzahl an gepanzerten Spezialgeräten, die für ihre jeweilige Funktion optimiert sind. Der Brückenlegepanzer Leguan etwa besteht aus dem Fahrgestell des Leopard 2, auf das anstelle des Turms eine Panzerschnellbrücke mit Verlege-Einrichtung montiert ist. Der Leguan kann innerhalb von wenigen Minuten eine 26 Meter lange Brücke mit rund 80 Tonnen Tragfähigkeit verlegen.

Der ebenfalls auf dem Grundtyp vom Leopard 2 basierende Bergepanzer 3 dient als „Abschleppwagen“ für den Kampfpanzer. Pionierpanzer wie der Dachs sind gepanzerte Pioniermaschinen auf Basis eines Kampfpanzerfahrgestells. Mit ihrer Hilfe können Pioniere Stellungen graben oder Hindernisse beseitigen.

Flakpanzer und Panzerhaubitzen

Waffensysteme wie der Flugabwehrpanzer Gepard oder die Panzerhaubitze 2000 sind streng genommen keine Panzer, sondern gepanzerte Selbstfahrlafetten, also Waffenträger. Beiden gemein ist die Verbindung eines gepanzerten Kettenfahrgestells mit einem Geschütz nebst Lafette. Im Gegensatz zu Panzern steht die Beweglichmachung des Geschützes im Mittelpunkt der Konstruktion, nicht der Schutz von Gerät und Besatzung durch die Panzerung.

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