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Sahelzone: „Die deutsche Präsenz ist sehr wichtig“

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Die Regierung entscheidet diese Woche, ob das deutsche Ausbildungskontingent im Sahel aufgestockt werden soll. Die Verteidigungsminister von Mali und Niger hätten jedenfalls nichts dagegen.

Annegret Kramp-Karrenbauer sitzt vor einem Wappen mit Bundesadler

Das deutsche Ausbildungskontingent in Mali soll aufgestockt werden – so Annegret Kramp-Karrenbauer. (Archivbild)

tokography/Tobias Koch

Das Wichtigste zuerst: Die Angehörigen der deutschen Einsatzkontingente in der Region Westafrika erfreuen sich bester Gesundheit. Weder bei den Soldatinnen und Soldaten in Niger noch bei jenen in Mali sei bisher eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden, erfuhr Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer Videokonferenz am vergangenen Montag.

„Die Schutzmaßnahmen sind zwar anstrengend, aber die Kontingentangehörigen erfüllen sie voller Überzeugung“, hieß es aus Afrika. Die Motivation der Bundeswehrangehörigen sei hoch, die Soldatinnen und Soldaten seien von ihrem Auftrag überzeugt. Man sei bereit, den örtlichen Streitkräften bei der Ausbildung künftig noch stärker unter die Arme zu greifen, noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Deutsches Ausbildungskontingent soll aufgestockt werden

Genau das sieht ein gemeinsamer Vorschlag von Kramp-Karrenbauer und Außenminister Heiko Maas vor, mit dem sich die Bundesregierung in dieser Woche beschäftigten wird. Der Anteil deutscher Soldatinnen und Soldaten an der Ausbildungsmission EUTMEuropean Union Training Mission Mali soll deutlich aufgestockt werden. Statt wie bisher maximal 350 sollen künftig bis zu 450 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland bei der Ausbildung malischer Sicherheitskräfte helfen. Die Ertüchtigung der malischen Streitkräfte mit Ausrüstung und Fahrzeugen soll intensiviert, zudem auch noch ein neues Ausbildungszentrum eingerichtet werden. Das Mandat der von den Vereinten Nationen geführten Mission MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali soll ebenfalls um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Corona als zusätzliche Herausforderung für die Sahelzone

In Mali und Niger hätte man gegen ein intensiveres deutsches Engagement jedenfalls nichts einzuwenden. Der „deutsche Ansatz“, die lokalen Streitkräfte durch Ausbildung und Ausrüstung zu unterstützen, werde sehr geschätzt, sagte der malische Verteidigungsminister Ibrahima Dahirou Dembelé. Die Coronavirus-Pandemie sei mittlerweile auch in Westafrika angekommen. „Die Herausforderungen werden deshalb nicht geringer“, sagte Dembelé. Mali müsse neben militärischen und wirtschaftlichen Herausforderungen nun auch noch eine gesundheitliche Krise meistern. „Deshalb ist die Unterstützung aus Deutschland so wichtig“, so Dembelé, der ebenfalls per Videoschalte mit Kramp-Karrenbauer gesprochen hatte.

Ähnlich äußerte sich auch Verteidigungsminister Issoufou Katambé aus Malis Nachbarland Niger. Das Coronavirus sei auch in seinem Land eine zusätzliche Herausforderung, die neben der Terrorbekämpfung und dem wirtschaftlichen Aufbau des Landes bewältigt werden müsse. Der deutsche Beitrag zur Ausbildung der nigrischen Streitkräfte sei hochwillkommen. „Die deutsche Präsenz ist sehr wichtig“, sagte Katambé. Schließen sich außer Kramp-Karrenbauer und Maas auch die übrigen Mitglieder der Bundesregierung dieser Einschätzung an, kann der Bundestag über eine Ausweitung des deutschen Ausbildungskontingents in der Sahelzone entscheiden.

von Timo Kather

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