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Neuausrichtung

Neuer Wehrdienst bei der Marine: Mehr als Meer

Neuer Wehrdienst

Nach Aussetzung der Wehrpflicht 2011 stehen in diesem Jahr alle 2008 Geborenen als Erste wieder vor der Entscheidung, ob und wo sie in der Bundeswehr Wehrdienst leisten. Die Marine bietet authentische Einblicke in den Arbeitsalltag auf See zeitnah nach der Grundausbildung und darüber hinaus vielfältige berufliche Optionen.

Vier Soldaten im Winter im Wald mit Waffen im Anschlag.

Marine-Wehrdienstleistende absolvieren die Abschlussprüfung Heimatschutz. Hier ist Präzision gefragt. Bei jedem Wetter und jeder Windstärke.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Das neue Wehrdienstmodell mit verpflichtender Musterung aber freiwilligem Dienst für Männer gilt seit dem 1. Januar 2026. In dem mindestens sechsmonatigen Freiwilligen Wehrdienst (FWDLFreiwilligen Wehrdienstleistender) werden die Neunzehn- bis Zwanzigjährigen deutlich mehr als den sogenannten Formaldienst, das Exerzieren und Aufstellen in Formation, lernen. Wer für den Schutz Deutschlands und seiner Bevölkerung ausgebildet wird, muss in den ersten drei Monaten zu allererst das Einmalseins der Sanitätsversorgung und des Schießens lernen. Auch die Steigerung der körperlichen Fitness gehört dazu. Das gilt für die gesamte Bundeswehr. So auch für die Marine. Doch danach haben die Seestreitkräfte ihre Besonderheiten.

Heimatschutz oder Borddienst

Schon früh sollen Wehrdienstleistende der Marine den Arbeitsalltag auf See kennenlernen. Doch nicht jeder, der sich nach dem Wehrdienst für die Marine entscheidet, wird später auf einem Schiff oder Boot tätig sein. Auch maritime Infrastruktur in Häfen oder an Land gilt es zu schützen.

Ob und wann es in den Borddienst geht, ist abhängig von der Länge des Wehrdienstes, der eigenen Entscheidung und der medizinischen Eignung für den Dienst an Bord. Alle, die sich für sechs oder bis zu elf Monate verpflichten, gehen ab dem vierten Monat ihres Wehrdienstes in die jeweils zuständige Ausbildungsschutzkompanie der Marine, ihre künftige „militärische Heimat“.  In Warnemünde, Wilhelmshaven, Nordholz, Kiel, Eckernförde, Glücksburg oder Rostock. Dort erhalten sie das vierwöchige Training „Aufbaubefähigung Land“. Gelernt werden Objektschutz, die seeseitige Sicherung von Schiffen und Hafenanlagen sowie Flieger- und Drohnenabwehr.

Ab dem fünften Monat ist grundsätzlich ein Bordpraktikum in der Flotte möglich, wenn die Rekrutinnen und Rekruten dies wünschen und auch aus medizinischer Sicht dafür geeignet sind. Hier lernen sie zunächst die maritimen Grundfertigkeiten und die „maritime Sprache“. So erhalten die Wehrdienstleistenden einen realistischen Eindruck vom bisweilen fordernden Bordalltag auf einem Schiff oder Boot in rauer See, aber auch vom Zusammenhalt an Bord. Bewerben können sie sich während ihres Dienstes.

Ein graues Schiff der Marine auf rauer See.

Marine-Alltag kann rau sein. Versorgungsschiffe liegen mit ihren Stabilisatoren auch bei hohem Wellengang ruhig in See, eine solche Korvette nicht.

Bundeswehr/Marcel Kröncke

Darüber hinaus gibt es einen zweiten Weg zum Borddienst: Wer sich für zwölf bis 23 Monate verpflichtet, erhält ab dem fünften Monat anstelle der „Aufbaubefähigung Land“ die „Erweiterte Aufbaubefähigung Bord“. Hierauf folgt beginnend mit dem sechsten Monat eine militärfachliche Ausbildung, die den Rekrutinnen und Rekruten eine spätere Tätigkeit auf See ermöglicht.

Gut vorbereitet

Organisatorisch und konzeptionell hat die Marine weit im Voraus die Voraussetzungen für die zügige Integration der neuen Wehrdienstleistenden geschaffen. So entstand in Wilhelmshaven innerhalb kürzester Zeit eine moderne Einrichtung für die Grundausbildung. Mit zeitgemäßer Unterbringung, kurzen Wegen und enger Anbindung an die Flotte.

Die Ausbildungs- und Schutzkompanien kooperieren dabei eng mit den Reserveeinsatzkompanien der Marinestützpunkte. Diese übernehmen Ausbildungsanteile im Heimatschutz und bilden zudem die spätere Basis für ein längerfristiges Engagement der Soldatinnen und Soldaten. So arbeiten die Wehrdienstleistenden bereits während der aktiven Zeit eng mit dem Team ihrer künftigen „Reserveheimat“ zusammen. Das schafft gegenseitiges Vertrauen und erleichtert den späteren Übergang in die Reserve.

Das hat positive Effekte: den Aufwuchs der Personalstärke und insgesamt die Erhöhung der Handlungsfähigkeit Deutschlands zur See und an Land. Zudem gewährleistet die Neuausrichtung auf den Heimatschutz, dass Standorte künftig durch eigenes militärisches Personal effektiv geschützt werden können, ohne Personal von anderen Dienststellen für Sicherungsaufgaben abziehen zu müssen. Das erhöht im Ernstfall die Handlungsfähigkeit der gesamten Marine.

Nicht nur Männersache

Insgesamt haben die Seestreitkräfte Rekrutinnen und Rekruten viel zu bieten, was über das breite Spektrum beruflicher Stationen hinausgeht: Sie sind weit vorn, wenn es um Praxisnähe in der Ausbildung, Gemeinschaftsgefühl und die Vielfältigkeit des Arbeitsumfeldes geht. Schließlich dienen Marine-Soldatinnen und -Soldaten nicht nur über und unter Wasser, sondern auch in der Luft und an Land.

Ein Soldat mit Helm und spiegelnder Schutzbrille, auf der sich ein Helikopter spiegelt.

Alles im Blick auf See und in der Luft: Ein Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 NTHNaval Transport Helicopter Sea Lion der Marineflieger ist auf dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ gelandet

Bundeswehr/Oliver Stamm

Auch für Frauen ist die Marine eine attraktive Option. Soldatinnen sind ganz selbstverständlich schon so lange Teil des maritimen Arbeitsalltags, dass sie längst Führungspositionen innehaben und als Kommandantinnen eigene Boote und deren Besatzung führen. Unter den Soldatinnen gibt es seit Januar 2026 sogar eine Frau Konteradmiral.

Alles andere bringen wir ihnen bei

Von ihren Rekrutinnen und Rekruten erwartet die Marine Verfassungstreue, Motivation, eine hohe Lernbereitschaft und ein Mindestmaß an Disziplin. „Alles Weitere bringen wir Ihnen bei“ – so die Grundhaltung. Die Marine eröffnet viele berufliche Perspektiven für männliche wie weibliche Anwärter gleichermaßen. Wenn also Neuer Wehrdienst – warum dann nicht in der Marine?
 

von Christina Moritz  E-Mail schreiben

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