Heer
Premiere in Canjuers

Deutsche und französische Tiger üben gemeinsam

Deutsche und französische Tiger üben gemeinsam

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Le Cannet des Maures
Lesedauer:
2 MIN

Der Kampfhubschrauber Tiger ist eines der modernsten Waffensysteme der Bundeswehr. Erstmals haben deutsche und französische Piloten gemeinsam den scharfen Schuss geübt. Darüber hinaus war es das erste Schießen dieser Art in Frankreich seit acht Jahren. Das Deutsch-Französische Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger nutzt den französischen Militärflugplatz in Le Cannet des Maures für diese gemeinsame Ausbildung.

Ein Kampfhubschrauber fliegt über dem Boden in der Luft.

Kurz vor dem scharfen Schuss: Der Kampfhubschrauber Tiger auf der Schießbahn in Le Cannet im Schwebeflug

Bundeswehr/Frederik Zimmermann

Konzipiert und entwickelt wurde der Tiger in den Zeiten des Kalten Krieges. Dennoch beweist er seit nunmehr über 15 Jahren im In- und Ausland seine Einsatzfähigkeit. Die erste Bewährungsprobe hat der Kampfhubschrauber in Afghanistan und später in Mali bestanden. Er ist ein Beispiel für europäische Rüstungskooperation. Das bilaterale Ausbildungskonzept des Ausbildungszentrums in Frankreich wurde durch die damaligen Staatsoberhäupter Helmut Kohl und François Mitterrand vor fast 20 Jahren ins Leben gerufen. In Le Cannet des Maures werden die angehenden Piloten der Kampfhubschrauber ausgebildet. Unterstützt durch Simulatoren wird in der anspruchsvollen Geologie des Maurengebirges die „Zähmung des Tigers„ umfassend vermittelt.

Von der Idee zum scharfen Schuss

Munition liegt auf einem Metalltisch.

Vor dem Start: Französische Soldaten bereiten die Munition der 30- Millimeter-Bordkanone eines französischen Kampfhubschraubers Tiger vor

Bundeswehr/Frederik Zimmermann

Im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger wurden die Ausbildungen in den letzten Jahren schrittweise aneinander angepasst. Nationale Vorschriften wie aber auch der binationale Ansatz mussten dazu übereinander gelegt werden. Nach einer längeren Pause ist der gemeinsam genutzte Truppenübungsplatz Canjuers im Laufe des Jahres 2019 wieder für Kampfhubschrauber freigegeben worden. Damit konnte das binational geführte Zentrum den gemeinsamen Schießbetrieb mit dem Tiger wieder aufnehmen. Nicht zuletzt belegt der russische Angriff auf die Ukraine die Notwendigkeit einer funktionierenden europäischen Verteidigung. Getreu dem Motto des Ausbildungszentrums: Gemeinsam nach vorn.

Ein vergleichbares gemeinsames Schießen hat es so noch nicht gegeben. Um dieses komplexe Vorhaben zum Erfolg zu führen, ist man Step by Step vorangegangen. Auf die gemeinsame Planung folgten die Ausbildung am Simulator und dann erste bilaterale Patrouillenflüge im Maurengebirge. Bei einer ersten LiveEx, also real geflogenen Übung, stimmten beide Nationen die Verfahren für die Feinderkennung – Joint Operations – aufeinander ab.

Die Planungen dafür dauerten im Ausbildungszentrum ein halbes Jahr. Angesichts des eigentlichen Auftrages, der fliegerischen Ausbildung, war das eine große Herausforderung. Luftfahrzeugtechniker und Unterstützer erbrachten dabei Höchstleistungen, um die Tiger combat ready, sprich klar zum Gefecht, zu übergeben.

Gemeinsames Schießen

Zwei Kampfhubschrauber Tiger fliegen hintereinander in Richtung Schießbahn

Zwei Kampfhubschrauber Tiger, ein deutscher und ein französischer, auf dem Flug zur Schießübung: Es gilt, das umzusetzen, was die Piloten Wochen vorher im Simulator geübt haben.

Bundeswehr/Frederik Zimmermann

Am 12. Mai wurden die Vorbereitungen in die Praxis umgesetzt. Mit jeweils zwei Kampfhubschraubern, der deutschen wie auch französischen Seite, fand ein paralleles Schießen unter gegenseitiger Beobachtung statt. Um kurz nach 10 Uhr war es geschafft: Die Tiger schossen nach fast acht Jahren wieder gemeinsam scharf. Das erfolgreiche Schießtraining mit den französischen Kameraden zieht weitere Schießvorhaben nach sich. Auf die zweite Übung dieser Art am 31. Mai werden weitere Übungen in diesem Jahr folgen. Dann heißt es wieder: Tiger one, ready to fire.

von Frederik Zimmermann

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