Heer

Späte Ehrung dank großem Einsatz

Späte Ehrung dank großem Einsatz

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Datum:
Ort:
Ingolstadt
Lesedauer:
2 MIN

Ihre Mission in Somalia ist 26 Jahre her. Im November 2019 zeichnete das Landeskommando Bayern am Ausbildungszentrum Pioniere in Ingolstadt nun 22 ehemalige Soldaten für ihren Einsatz in Afrika aus. Mit der neu geschaffenen Einsatzmedaille der Bundeswehr ist das jetzt möglich.

Gruppenbild: Die Ausgezeichneten stehen mit ihren Urkunden und dem großen Wappen der Mission auf der Bühne.

26 Jahre nach dem Dienst bei der UNUnited Nations-Friedensmission erhalten die Kameraden ihre Einsatzmedaille.

Bundeswehr/Sebastian Veronics

Die UNUnited Nations-Friedensmission United Nations Operation in Somalia UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia in den Neunzigerjahren diente dem Ziel, einen Waffenstillstand zu überwachen und humanitäre Hilfeleistungen in dem Land am Horn von Afrika sicherzustellen. Am 14. November haben nun Angehörige dieser Mission die Einsatzmedaille für ihre Teilnahme an der Mission erhalten.

Einsatzmedaille für Mission in den Neunzigerjahren

Ein Soldat steht auf einer Bühne hinter einem Rednerpult, mehrere Soldaten sitzen vor ihm im Plenum.

Der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Thomas Hambach, spricht den Anwesenden Dank und Anerkennung für ihre Arbeit aus.

Bundeswehr/Sebastian Veronics

Die Änderung der Verleihungsrichtlinie durch die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen aus dem Mai 2018 macht dies möglich. Seither wird die Teilnahme von Soldatinnen und Soldaten an besonderen Auslandseinsätzen der Bundeswehr bereits ab dem 1. November 1991 gewürdigt.

Der Kommandeur des Ausbildungszentrums Pioniere und gleichzeitig Gastgeber, Brigadegeneral Lutz Niemann, eröffnete die Zeremonie. Waren doch unter den Gästen auch zahlreiche Pioniere der früheren Pionierkompanie des UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia-Einsatzes. Dank und Anerkennung brachte auch Brigadegeneral Thomas Hambach, der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, deutlich zum Ausdruck.

Ein Zeichen der Anerkennung

Ein Soldat überreicht einer Zivilperson eine Einsatzmedaille, dabei stehen weitere Personen.

Brigadegeneral Thomas Hambach (r.) zeichnet Oberst a.D. Manfred Benkel (2.v.l.) mit der Einsatzmedaille aus.

Bundeswehr/Sebastian Veronics

Die heutige Ehrung geht auch auf das persönliche Engagement von Oberst außer Dienst Manfred Benkel zurück. Der frühere Kommandeur der Pionierbrigade 60 hatte sich sehr intensiv für die nachträgliche Auszeichnung der UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia-Kontingente seitens der Bundeswehr mit einer eigenen Einsatzmedaille eingesetzt. Benkel, der als ehemaliger stellvertretender Kommandeur des UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia-Kontingentes auch ausgezeichnet wurde, war sichtlich zufrieden und bedankte sich ebenfalls bei seinen ehemaligen Kameraden.

Allen ministeriellen Hürden und bürokratischen Auflagen zum Trotz wurde sein persönliches Engagement am Ende belohnt. Damals hatten nur einige Soldaten des Kontingentes am Flughafen in Mogadischu, der Hauptstadt Somalias, die UNUnited Nations-Medaille als Auszeichnung erhalten. Die Einsatzmedaille der Bundeswehr wurde erst später gestiftet, so gingen viele Kameraden leer aus, erinnert sich Benkel. „Die traurigen Augen der Kameraden habe ich nicht vergessen“, begründete er in seiner Ansprache seine Initiative. Entsprechend groß war natürlich die Freude aller über die nachträgliche Auszeichnung an die Soldaten des Hilfeeinsatzes.

Humanitäre Hilfe als Auftrag

Ein Soldat überreicht Urkunden an mehrere Personen. Im Hintergrund spielen Militärmusiker.

Damals Chef der Instandsetzungskompanie, heute Bürgermeister von Ingolstadt: Albert Wittmann (3.v.r.) erhält die Einsatzmedaille.

Bundeswehr/Sebastian Veronics

Auch der damalige Major Albert Wittman, Chef einer Instandsetzungskompanie in Somalia, war unter den ausgezeichneten Kameraden. Der heutige Bürgermeister von Ingolstadt resümierte wie alle Gäste zufrieden und gerührt: „Eine tolle Veranstaltung und ein würdiger Rahmen.“ Es sei wichtig den Einsatz der Soldaten wertzuschätzen. Bei dem anschließenden Empfang bestimmten die Erinnerungen an die UNUnited Nations-Friedensmission in Somalia die Gespräche der ehemaligen Soldaten.

Ein Konvoi mit mehreren Fahrzeugen fährt auf einer Straße in Somalia. Aus Dachluken schauen Soldaten heraus.

Ein Konvoi mit deutschen Soldaten der Mission UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia II auf dem Weg nach Belet Uen in Somalia

Bundeswehr/Detmar Modes


von Stefan Geßner

Infobox: Der Einsatz in Somalia

UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia I war eine Friedensmission der Vereinten Nationen in Somalia. Von April 1992 bis März 1993 verfolgte sie das Ziel, den Waffenstillstand zwischen den Kriegsherren Hawiye Mohammed Farah Aidid und Ali Mahdi Mohammed zu überwachen und humanitäre Hilfeleistungen in Form von Nahrungsmittellieferungen an die vom Bürgerkrieg gezeichnete Bevölkerung zu gewährleisten. Die Situation blieb über die gesamte Dauer angespannt.

Ein Transportpanzer steht auf sandigem Boden und ein Junge davor winkt ihm zu.

Truppentransporter Fuchs der Sanitäter von der UNUnited Nations in Somalia. Ein einheimischer Junge winkt den UNUnited Nations-Soldaten zu.

Bundeswehr

UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia II war dagegen ermächtigt, diese Ziele mit Waffengewalt durchzusetzen. Von März 1993 bis März 1995 wurde UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia II ins Leben gerufen, um – wenn nötig mit allen Mitteln – eine sichere Umgebung für humanitäre Hilfsaktionen zu schaffen. Neben der Überwachung des Waffenstillstands unterstützte UNOSOMUnited Nations Operation in Somalia II auch den Neuaufbau der Polizei und der politischen Strukturen.

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