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Junge Fallschirmjäger üben den luftgestützten Angriff

Junge Fallschirmjäger üben den luftgestützten Angriff

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Celle-Wietzenbruch
Lesedauer:
3 MIN

Junge Soldatinnen und Soldaten der 4. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf absolvieren während ihrer Erstausbildung ein Training am Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle. In diesen zwei Wochen lernen sie viel: Erst am Boden, dann in der Luft.

Fünf Fallschirmjägersoldaten verlassen mit ihren Waffen und Gepäck einen Transporthubschrauber.

Das schnelle Auf- und Absitzen vom Hubschrauber muss in Fleisch und Blut übergehen.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Erstausbildung ist das schnelle An- und Vonbordgehen, das Auf- und Absitzen von einem Hubschrauber. Bei Luftlandeoperationen gehört das zum Standardprogramm. Das muss sitzen und schnell gehen. Nach dem Verlassen der Maschine muss sofort eine Rundumsicherung erfolgen. Parallel hierzu müssen sich die Soldaten nach einem geeigneten Unterschlupf umsehen, der sie vor der feindlichen Aufklärung und somit vor Beschuss schützt. Hinzukommt die Standortbestimmung, denn die Soldaten müssen ihren militärischen Führern schnellstmöglich die eigene Position mitteilen. Das ist für die weitere Operationsführung sehr wichtig. „Verbindung halten“ ist eines der Schlüsselwörter für die Gefechtsführung, denn Informationsaustausch ermöglicht schnelles, lageabhängiges Handeln.

Übung am Simulator

Mehrere PC-Bildschirme in einem dunklen Raum, in der Mitte einer mit der Satellitenaufnahme einer Landschaft.

Das Durchexerzieren komplexer Gefechtssituationen kann im sogenannten Virtual Battle Space immer wieder geübt werden.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Doch bevor die jungen Soldaten das erste Mal mit dem Transporthubschrauber NHNATO-Helicopter-90 abheben, steht das Üben der Abläufe auf dem Virtuellen Gefechtsfeld, dem Virtuell Battle Space (VBS), an. Das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle dient in erster Linie der Einsatzausbildung von Verbänden und Einheiten der luftbeweglichen Kräfte des Heeres. Hier können Verfahrensabläufe und einsatznahe Situationen tageszeit- und wetterunabhängig an Computern geübt werden. Jeder Soldat übt drinnen im VBS so, wie er später draußen im Gefechtsfeld eingesetzt wird. Doch weder gibt es genug Luftfahrzeuge noch ausreichend Flugstunden, um all die notwendigen Handlungsabläufe mit echten Hubschraubern proben zu können. Daher ist das Trainieren im VBS eine gute Alternative, bevor es endlich zu den praktischen Übungen am Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 übergeht.

Ein- und Aussteigen im Drill

Mit zügigen Schritten gehen einige Soldaten an Bord eines Transporthubschraubers, der mit laufenden Rotoren auf sie wartet.

Immer wieder wird das schnelle Anbordgehen, das sogenannte Aufsitzen in den Hubschrauber, trainiert.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Beim sogenannten Cold Load wird das Auf- und Absitzen ohne laufende Triebwerke geübt. Immer wieder, auch drillmäßig. Jeder Kamerad muss schnellstmöglich auf seinem Platz sein. Der Gurt muss schnell angelegt, die Ausrüstung und Waffen richtig verstaut werden. Dann das abschließende Handzeichen an den Bordtechniker. Hat das alles mehrmals geklappt, geht es zum Hot Load, also zum Auf- und Absitzprozedere mit laufenden Triebwerken des Hubschraubers. Schnelligkeit beim An- und Vonbordgehen sowie sicheres Verhalten in der Maschine sind Grundvoraussetzungen für den ersten Flug im NHNATO-Helicopter-90-Transporthubschrauber. Auch für die Besatzungen der Luftfahrzeuge sind die langen Übungstage am Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit anstrengend. Doch am Ende stehen das erfolgreiche Zusammenspiel und Zusammenwachsen zwischen Fallschirmjägern und Heeresfliegern.

Gründlich und sicher

Mehrere Soldaten reinigen sich, ihre Waffen und Ausrüstung in mehreren auf den Boden gestellten schwarzen Wannen.

Gründlichkeit sichert Gesundheit: Die Soldaten der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr dekontaminieren ihre Kameraden der Fallschirmjägertruppe.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Der Übungsabschnitt „Versorgung eines Verwundeten“ ist im Ernstfall überlebenswichtig. Am Patiententraumasimulator Caesar, einer menschengleichen Übungspuppe, müssen die Soldaten schwere Verwundungen mit verschiedenen Erste-Hilfe-Maßnahmen zielgerichtet behandeln. Caesar blutet und spricht, stets unterstützt durch seinen Bediener, Kai L., auch ein ehemaliger, gefechtserfahrener Notfallsanitäter der Fallschirmjäger, der weiß, worauf es als Ersthelfer ankommt.

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Hannemann, zur Bedeutung des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit in Celle für die Ausbildung

In einem weiteren Übungsabschnitt wird das Zusammenspiel zwischen Fallschirmjägern und der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe geübt. Hier im Speziellen die Dekontamination (Entgiftung) mehrerer Soldaten, die während der Kampfhandlungen mit verdächtigen Chemikalien in Berührung gekommen sind. Für diesen wichtigen Teil der Ausbildung sind die Soldaten des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750 aus Höxter angereist. Auch für sie ist diese Ausbildung ereignisreich, denn die Module der Dekontaminierungsanlage werden mit den NHNATO-Helicopter-90 per Außenlast an den Ort des Geschehens gebracht. Bei strömendem Regen werden die Soldaten der Fallschirmjägertruppe gründlich und sicher dekontaminiert. Kein Geschenk, wenn man sich hierfür fast komplett entkleiden muss.

Schweiß spart Blut

Ein Militärhubschrauber hebt ab, unter ihm die soeben abgesetzten Soldaten, die auf dem Boden liegen.

Beim Landepunkt-Hopping wird den jungen Fallschirmjägern an körperlicher Leistung und Konzentration viel abverlangt. Getreu dem Motto: Übe, wie Du kämpfst.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Hat jeder Soldat die Ablaufprozesse verinnerlicht, geht das Training in die Praxis über – dem sogenannten Landepunkt-Hopping, wie der Kompaniechef der 4. Kompanie, Major Philipp Uppenkamp sagt. „Das Landepunkt-Hopping ist ein bisschen drillmäßig-stumpf, wird aber die Fallschirmjäger und Besatzungen definitiv auf Touren bringen“, ergänzt er verschmitzt. Die Hubschrauber landen immer wieder an verschiedenen Punkten, die Fallschirmjäger müssen schnell absitzen, sichern, unterziehen, Standort melden, in den gerade gelandeten Hubschrauber wieder schnell aufsitzen. Und das alles mehrmals hintereinander, bis die Abläufe sitzen. Dieser in die Länge gezogene Trainingsabschnitt verlangt den jungen Fallschirmjägern einiges ab, denn das ständige Durchexerzieren fordert die Soldaten körperlich wie geistig: Konzentration ist stets notwendig, denn Unachtsamkeit kann im Ernstfall Verwundung oder Tod bedeuten. Uppenkamp weiß, wovon er redet: Er hat in seinen ersten Afghanistaneinsätzen an mehreren Gefechten teilgenommen, ist von der Notwendigkeit einer möglichst realitätsnahen, schweißtreibenden Ausbildung überzeugt. 

von Lance Gira

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