Heer

Kampfpanzer Leopard 2 A7V jetzt in der Truppe

Kampfpanzer Leopard 2 A7V jetzt in der Truppe

  • Modernisierung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Frankenhausen
Lesedauer:
3 MIN

Über die Straßen rund um Bad Frankenhausen schieben sich riesige Sattelauflieger mit mächtigen Stahlkolossen beladen. Es sind die neuen Kampfpanzer Leopard 2 A7V. Ihr Ziel: die Kyffhäuserkaserne. Nach der offiziellen Übergabe an die Bundeswehr im Oktober 2019 erreichen die ersten A7V nun die Truppe. Das V steht dabei für Verbesserung. Ab sofort verfügt das Panzerbataillons 393 über den modernsten Kampfpanzer der Welt.

Ein Panzer rollt über eine schmale Asphaltstraße, im Hintergrund Bäume.

Angekommen: Einer der ersten neuen Kampfpanzer Leopard 2 A7V rollt auf das Kasernengelände in Bad Frankenhausen.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Man möchte nochmal jung sein„, eröffnet Generalleutnant Stephan Thomas in seiner Rede die feierliche Übergabe. Er ist selbst ausgebildeter Panzeroffizier und heute Kommandeur Deutsche Anteile Multinationale Korps/Militärische Grundorganisation. Hinter ihm sind die ersten vier Kampfpanzer Leopard 2 A7V für den Übergabeappell aufgefahren. Geplant ist für dieses Jahr die Auslieferung von 36 Panzern an das Panzerbataillon 393, bis Anfang nächsten Jahres kommen noch einmal acht hinzu.

Bereit für den Einsatz

Zwei Panzer rollen auf das Kasernengelände, im Hintergrund hüglige Landschaft, rechts Bäume und weitere Panzer.

Zum Übergabeappell rollen die ersten A7V durch das Haupttor der Kyffhäuserkaserne. Das Bataillon ist angetreten und erwartet die Panzer.

Bundeswehr/Marco Dorow

Dieses Datum sei historisch, sagt Thomas. Vor genau fast zwei Jahren nahm der General den symbolischen Schlüssel zur Erprobung des Kampfpanzers von der Industrie entgegen. „Waffensysteme müssen tauglich sein, bevor sie in der Truppe zum Einsatz kommen“, so Thomas. Die zwei Jahre vom Rollout bis heute seien richtig und wichtig gewesen, „eine sinnvolle Investition“. Mit der neuen Panzerausstattung sei das Bataillon nun privilegiert. Die geplante Vollausstattung sei Voraussetzung für eine wirkungsvolle Abschreckung des NATO-Bündnisses und Grundlage der Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung, so Thomas in seiner Rede vor den angetretenen Soldaten.

Modern und jedem Gefecht gewachsen

Mehrere Soldaten stehen auf einer Betonfläche in Reihen nebeneinander, im Hintergrund stehen Panzer.

Die Soldatinnen und Soldaten des Panzerbataillons 393 sind zum Übergabeappell für den Kampfpanzer angetreten. Generalleutnant Stephan Thomas, Kommandeur Deutsche Anteile Multinationale Korps/Militärische Grundorganisation ist angereist.

Bundeswehr/Marco Dorow

Das V steht für Verbesserung. Der A7V gehört zu den modernsten, leistungsfähigsten und besten Kampfpanzern der Welt. Das Dreieck aus Feuerkraft, Beweglichkeit und Panzerschutz sind in dieser Weiterentwicklung vortrefflich ausbalanciert. Allen aktuellen Forderungen moderner Gefechte können die Panzersoldaten aus Bad Frankenhausen damit begegnen. „Doch Technik ist nicht alles. Nur in Kombination mit den richtigen Einsatzverfahren ist ein überlegener Einsatz möglich. Es liegt an Ihnen, sich dieses Waffensystem zu eigen zu machen, es zu beherrschen“, so die abschließende Forderung des Generals an die angetretenen Panzerbesatzungen.

Ein Auftrag, der fordert

Zwei Soldaten mit Helm und Sprechsatz schauen aus den Luken eines Panzers.

Viele Neuerungen verlangen auch eine neue Ausbildung. Einen Tag nach der Übergabe geht es bereits los.

Bundeswehr/Marco Dorow

Oberstleutnant Andy Weißenborn, Kommandeur des Panzerbataillons 393, verfügt ab sofort über die neuen Leoparden. Dass in seinem Bataillon mit der Vollausstattung der Kampfpanzer begonnen wird, ist kein Zufall. „Zeitgleich mit dem geplanten Einsatz als Schnelle Eingreiftruppe der NATO 2022/24 freut es mich sehr, die Soldatinnen und Soldaten meines Bataillons mit diesem Panzer auszustatten und in die Vollausstattung zu führen. So kann jede Panzerbesatzung nun sagen: Das ist unser Kampfpanzer“, so Weißenborn. Doch aus diesem Privileg, der modernen Vollausstattung, leitet Weißenborn auch eine sehr hohe Verantwortung ab. „Jeder Kommandant, jede Besatzung und jeder Kompaniechef ist für seinen Panzer verantwortlich“, so werde er als Kommandeur jeden deutlich in die Pflicht nehmen.

Vorfreude auf die Ausbildung

Ein Soldat mit schwarzem Barett schaut freundlich in die Kamera.

Oberleutnant Ingo Schlumberger hat bereits viel Erfahrung mit den Vorgängern des A7 V und freut sich nun auf die Ausbildung auf dem neuen Kampfpanzer.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Die Motivation und der Schub, den alle im Bataillon erfahren, ist täglich spürbar“, sagt Oberleutnant Ingo Schlumberger. Er ist seit zwei Jahren Zugführer im Panzerbataillon 393. Der 30-Jährige hat 2011 als Panzerfeldwebel seine Ausbildung auf dem Leopard 2A5 begonnen. Seitdem hat er mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen und viel Erfahrungen auf Kampfpanzern gesammelt. „Viele kleine und große Dinge, die mich bislang gestört haben, sind jetzt beseitigt. Es wurden viele Kleinigkeiten verbessert, aber auch aufwendigere technische Neuerungen sind angegangen worden, wie der Panzerschutz oder die Kommunikation. Das macht für uns Besatzungen den neuen A7V aus.“ Schlumberger bringt diesen Tag für das Panzerbataillon 393 auf den Punkt: „Wir sind froh, dass er endlich da ist und wir ab morgen mit der Ausbildung auf dem Kampfpanzer Leopard 2 A7V beginnen können.“

Die Übergabe des neuen A7V

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Ein Schwerlasttransporter mit Kampfpanzer fährt im Dunkeln über eine Straße, im Hintergrund geht die Sonne auf.

Nach 500 Kilometer Nachtfahrt erreichen die ersten Kampfpanzer das thüringische Bataillon.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat spricht, im Hintergrund die Deutschlandfahne

Mit diesem Panzer ist die Truppe technisch hoch modern ausgestattet. Die Ausbildung und der Umgang mit dem System bringen nun den Erfolg.

Bundeswehr/Marco Dorow
Zwei Soldaten stehen auf den Appellplatz mit einem Kompaniewimpel, im Hintergrund zwei Panzer.

Die Kompanien sind angetreten, um die Panzer in Empfang zu nehmen. Die ersten Leoparden gehen an die 3. Kompanie des Panzerbataillons 393.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat mit schwarzem Barett schaut freundlich in die Kamera.

Kommandeur Oberstleutnant Andy Weißenborn freut sich über die neuen Panzer. Er weiß, es ist auch eine enorme Verantwortung.

Bundeswehr/Marco Dorow
Soldaten sind in Reihen neben- und hintereinander angetreten, am Ende der Formation steht ein Panzer.

Die Ausstattung mit dem neuen Kampfpanzer bringt auch eine große Verantwortung mit sich. Das Bataillon ist für die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ), die Schnelle Eingreiftruppe der NATO, geplant.

Bundeswehr/Marco Dorow
Seitliche Aufnahme eines Soldaten mit schwarzem Barett. Neben ihm hält ein Soldat einen Wimpel.

Die Kompanie von Kompaniechef Tim Sacha bekommt die ersten neuen Kampfpanzer.

Bundeswehr/Marco Dorow
Drei Soldaten stehen vor einem Panzer und halten einen symbolischen, großen, hellen Schlüssel in den Händen.

Der symbolische Schlüssel für die neuen Kampfpanzer: Oberstleutnant Andy Weißenborn (v.l.n.r.), Hauptmann Tim Sacha und Generalleutnant Stephan Thomas

Bundeswehr/Marco Dorow

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.

von René Hinz

mehr zum Thema