Heer

Luftrettung von einem Dach, einer Klippe oder Felswand

Luftrettung von einem Dach, einer Klippe oder Felswand

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bayern
Lesedauer:
2 MIN

Der Hochgebirgsjägerzug des Gebirgsjägerbataillons 233 ist kampferprobt in schwierigem Gelände. Als Spezialisten am Berg sind diese Soldatinnen und Soldaten vielfältig einsetzbar vom Transport von Personen ins und aus dem Gebirge bis zur Erschließung unbegehbarer Gegenden. Auch die Rettung von Verunglückten zählt zu ihren Fähigkeiten und das wird regelmäßig geübt.

Ein weißer Hubschrauberkörper hängt unter einem Hallendach. Ein Soldat sitzt in der geöffneten Tür, zwei hängen an einem Seil.

Training an einem Hubschraubersimulator in einer Halle: Beim Ablassen an der Winde müssen die Kommandos sitzen.

Bundeswehr/Lisa Petersen

07.30 Uhr morgens, Waffenempfang. Anschließend Abfahrt Richtung Bad Tölz. Für die Soldaten des Hochgebirgsjägerzuges geht es in das Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA). Es bietet einzigartige Möglichkeiten. Dort üben die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 aus Mittenwald das Bergen von Menschen und Material per Hubschrauber. Neben angebrachten Kletterelementen, einer Kältekammer und einem flutbaren Gängesystem für die Höhlenrettung ist das Bergwacht-Zentrum vor allem für die vollbewegliche Hubschraubersimulationsanlage bekannt. Sie ist weltweit einzigartig.

Vom Einfachen zum Anspruchsvollen

Vier Soldaten sitzen und liegen auf einem Übungsdach in einer Halle.

Die Soldaten üben in kleinen Gruppen den Einsatz von verschiedenen Rettungsmitteln, hier mit einem Rettungssitz, auch Rettungswindel genannt.

Bundeswehr/Lisa Petersen

Bevor die eigentliche Ausbildung in der Halle jedoch beginnen kann, werden die Basics wiederholt: Welche Sichtzeichen gibt es? Wie verhalte ich mich an der Rettungswinde? Wie lege ich die Kletter- und Bergeausrüstung an? „Wichtig ist es, die Handgriffe routiniert ausführen zu können, damit diese auch in stressigen Situationen klappen“, so einer der Ausbilder. Eine nützliche Hilfe sind hierbei Eselsbrücken, um die komplexen Abläufe auch unter zeitlichem Druck wieder abrufen zu können. Ein Beispiel dafür ist „Erst der Bauer (Retter), dann die Sau (Verwundeter)“, was die Reihenfolge beim Einklinken in die Winde angibt. Am Hubschrauber angekommen, wird in umgekehrter Reihenfolge wieder ausgeklinkt. „Das ist wichtig, um die zu rettende Person schnell im Hubschrauber abladen zu können, falls noch weitere Personen in Not sind“, erklärt der Luftrettungsmeister, ein einsatzerfahrener Hauptfeldwebel.

Die Ausbildung wird hierbei stufenweise an den Ausbildungsstand des Zuges angepasst. Zunächst werden die einzelnen Schritte einer Bergrettung im normalen Feldanzug geübt. Später kommen weitere Ausrüstungsgegenstände und die Waffen dazu. Es werden unterschiedliche Situationen, wie die Rettung von einem Dach, einer Klippe oder aus einer Felswand erprobt. Zusätzlich können auch Situationen eingebaut werden, die eine sanitätsdienstliche Versorgung eines Verwundeten erfordern.

Vorbereitung auf die Übung Berglöwe

Zwei Soldaten haben einen Soldaten auf einer Trage fixiert. Dieser soll per Winde in den Hubschrauber geladen werden

Der Verwundete wird auf der Universaltrage 2000 zum Abtransport vorbereitet.

Bundeswehr/Lisa Petersen

An diesem Tag durchlaufen die Soldatinnen und Soldaten eine Art Zirkeltraining, sodass jeder alle Rettungshilfsmittel wie den Rettungssitz, die Universaltrage 2000 oder das Roll-Up, eine zusammenrollbare Transporttrage, einmal einsetzen muss.

Das Training dient dem Hochgebirgsjägerzug vor allem als Vorbereitung für die anstehende freilaufende Übung Berglöwe, also auch in bewohntem Gelände. Hierbei übt die gesamte Gebirgsjägerbrigade 23 gemeinsam. Die Soldaten des Hochzuges sind bei der Übung primär für die Bergrettung eingeplant, daher muss jeder Handgriff hundertprozentig sitzen. 

von Lisa Petersen

zum Verband

  • Das quadratisch grüne Wappen zeigt ein modern stilisiertes, silbern-goldenes Edelweiß ähnlich einer Landkarte.
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    Gebirgsjägerbataillon 233

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