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Ministerin besucht Gebirgstruppe in den Alpen

Ministerin besucht Gebirgstruppe in den Alpen

  • Landes- und Bündnisverteidigung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
5 MIN

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 7. und 8. Oktober 2020 die Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ besucht. Sie erhielt einen umfassenden Einblick in das besondere Fähigkeitsprofil der Gebirgstruppe und wurde über Handlungsfelder, aktuelle Aufträge und Herausforderungen der Brigade informiert.

Eine Frau sitzt auf einem Haflinger. Ein Soldat mit einer umgehängten Waffe steht neben dem Tier.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf einem Haflinger: Sie besucht zwei Tage lang die Gebirgstruppe auf dem Gebirgsübungsplatz Reiteralpe in den Alpen.

Bundeswehr Sarah Hofmann

Wo lässt sich das besondere Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade 23 besser darstellen als auf dem Gebirgsübungsplatz der Reiteralpe auf 1.700 Metern über Normalhöhennull? An der Talstation der Seilbahn der Wehrtechnischen Dienststelle 52 in Oberjettenberg empfängt der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Maik Keller, die Verteidigungsministerin. „Es ist eine besondere Ehre für die Gebirgsjägerbrigade 23, der Verteidigungsministerin die eigenen Fähigkeiten über 24 Stunden lang präsentieren zu können“, so Keller.

Die Gebirgsjägerbrigade 23 der Bundeswehr informiert Annegret Kramp-Karrenbauer in den Alpen über ihre Fähigkeiten, Aufgaben und kommende Einsätze.

Anschließend geht es via Seilbahn über 1.000 Höhenmeter hoch auf die Reiteralpe. Im Lagevortrag durch den Brigadekommandeur auf der Bergstation informiert sich Kramp-Karrenbauer über die aktuellen Themen der Brigade. Neben den personellen, einsatz- und ausrüstungsbezogenen Aspekten kommen insbesondere das Fähigkeitsprofil, das System Gebirgsjägerbrigade 23, zur Sprache.

Blick auf das Übungsgelände

Ein Frau und ein Mann in Uniform stehen an einer Fensterfront und blicken hinaus.

Oberst Maik Keller erläutert Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Besonderheiten des Übungsgeländes.

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Beim anschließenden Marsch zu Fuß über das Hochplateau erhält die Ministerin einen Einblick in das außergewöhnliche Trainingsgelände der Gebirgstruppe, das 2018 und 2019 die Kulisse für die finale Phase der Übung Berglöwe war. Diese Übung bietet die Möglichkeit, das professionelle Zusammenspiel des Systems Gebirgsjägerbrigade 23 im typischen Einsatzgebiet der Gebirgstruppe zu trainieren.

Ausschließlich im System Gebirgsjägerbrigade wird die Kampftruppe durchhaltefähig von eigenen und externen Kräften der Kampf-, Einsatz- und Führungsunterstützung in die Lage versetzt, ihren Auftrag – den Kampf im schwierigen bis extremen Gelände einschließlich großer Höhen und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen – zu erfüllen.

Gespräch mit den Soldaten

Mehrere Personen in Uniform sitzen mit einer Frau an einem großen, quadratischen Tisch und unterhalten sich.

Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.l.) sucht immer wieder das Gespräch mit den Soldaten der Gebirgstruppe.

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Hierzu gehört auch die Nachtseh- und Nachtkampffähigkeit, die der Ministerin durch die Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 vorgeführt wird. Dabei probiert sie die Nachtsehgeräte selbst aus und lernt ihre Vor- und Nachteile kennen. Anschließend weist Oberstleutnant Martin Sonnenberger, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, auf die Bedeutung der Nachtsehmittel und deren mangelnde Verfügbarkeit in der Ausbildung hin. Die Ministerin entgegnet: „Die Botschaft habe ich verstanden und nehme sie als Hausaufgabe mit nach Berlin.“ Das Gebirgsjägerbataillon 232 soll mit über 200 Soldaten ab März 2021 zwei Schutzkompanien für den Stabilisierungseinsatz der UNUnited Nations-Mission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali sowie der Trainingsmission EUTMEuropean Union Training Mission in Mali stellen.

Der erste Tag bei den Gebirgsjägern endet auf dem Lenzenkaser, einer Berghütte auf der Reiteralpe, mit einem gemütlichen Beisammensein. Dabei sucht Kramp-Karrenbauer das Gespräch mit den Soldaten. „In den Gesprächen ging es vor allem um unsere Ansichten, Wünsche, aber auch Sorgen und Nöte. Das kostenfreie Bahnfahren für Soldaten war auch Thema“, erläutert Hauptmann Sandra Muth, Kompaniechefin der 6. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232.

Bei den Tragtieren

Eine Frau streichelt ein mit Material bepacktes Maultier, das von einem Soldaten gehalten wird.

Die Ministerin macht sich auch aus der Nähe ein Bild von den Tieren.

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Am nächsten Tag steht die Verteidigungsministerin schon frühmorgens bei den Feldstallungen – ein getarnter, improvisierter Stall mit Wetterschutz – auf 1.600 Metern über Normalhöhennull, um sich über die Fähigkeiten des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen 230 zu informieren. Nicht nur „gebirgsgängige“ Soldaten und Fahrzeuge sind für die Auftragserfüllung im schwierigen Gelände notwendig. Besonders Maultiere, eine Kreuzung aus Pferdestute und Eselhengst, kommen bei der Versorgung der Kampftruppe unter anderem mit Wasser, Waffen und Munition in entlegene Gebiete im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen. Je nach Alter, Größe, Trainings- und Ausbildungsstand, Gelände, Witterung und Art der Last können sie bis zu 120 Kilogramm Nutzlast transportieren.

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Oberfeldveterinär Heike Henseler, Leiterin des Zentrums, erklärt der Ministerin, dass das Tragtierwesen und das militärische Reiten keineswegs Relikte vergangener Tage seien, sondern ein bewährtes Element bei militärischen Operationen. Dabei würden die Fähigkeiten vom begleitenden Einsatz im Angriff, über die Versorgung von abgesetzt eingesetzten Gebirgsjägern bis zur Erkundung, Aufklärung oder Überwachung von schwer zugänglichen Geländeabschnitten reichen. Anschließend nimmt die Ministerin selbst am berittenen Spähtrupp auf einem der elf Haflinger des Tragtierzentrums teil.

Dynamische Vorführung

Zwei Soldaten mit Gepäck und Waffen klettern an einer Felswand hinauf.

Die Soldaten in der Annäherung im schwierigen Gelände während der dynamischen Vorführung

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Danach geht es für die Verteidigungsministerin via Seilbahn zurück ins Tal. Dort übernimmt der Kommandeur des Gebirgsversorgungsbataillons 8, Oberstleutnant Sascha Müller, und gibt ihr einen kurzen Überblick über den logistischen Auftrag und die Einbindung und Rolle des Verbandes innerhalb der Gebirgsjägerbrigade 23. Das Bataillon mit Hauptsitz in Füssen ist für logistische Aufgaben wie Transport und Verteilung von Material jeglicher Art und Instandsetzung, auch im schwierigen Gelände, unerlässlich. In einem Schwerlasttransporter SLT 50 wird die Ministerin in den Steinbruch „Wachterl“ gebracht.

Bei der dynamischen Vorführung des Gebirgsjägerbataillons 231 unter Beteiligung der Gebirgsaufklärer, Gebirgspioniere und Sanitäter überzeugt sich Kramp-Karrenbauer in Auszügen vom System Brigade und der professionellen Ausbildung sowie dem Leistungsvermögen der Soldaten. Die Ausbildung in der Gebirgstruppe ist vielfältig, denn nicht nur der Kampf- und die Kampfunterstützung, sondern auch das bergtechnische Handwerk müssen die Gebirgssoldaten beherrschen.

Bessere Ausrüstung für alle

Eine Frau in Zivil und eine Soldatin schauen sich Bekleidung und Ausrüstungsgegenstände von Soldaten an.

Hauptfeldwebel Beatrice Soyter erläutert der Ministerin die gebirgsspezifische Ausstattung für die Soldaten.

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Die Ministerin erhält durch Hauptfeldwebel Beatrice Soyter, die einzige aktive Heeresbergführerin, eine ausführliche Einweisung in das Berggerät und die Ausrüstung der Gebirgstruppe.

Statement der Ministerin auf der Reiteralpe

Vor den anwesenden Medienvertretern und der Truppe bedankt sich die Ministerin „für die eineinhalb Tage bei der Gebirgstruppe“. In diesem Zusammenhang weist sie auch auf die Einsatzerfahrung der Gebirgsjägerbrigade 23 hin. Die Gebirgstruppe sei in sehr vielen Einsätzen der Bundesrepublik Deutschland beteiligt gewesen. Zudem stellt sie die besondere Anforderung an Ausrüstung und Bekleidung in dem Operationsgebiet der Gebirgsjäger heraus. „Dabei sichern aber besonders die kleinen Ausrüstungsgegenstände die hohe Einsatzbereitschaft der Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23, wie Nachtsichtgeräte, Kälteschutzbekleidung, Zelte, Rucksäcke, Ski-Ausrüstung und Kletterausstattung“, so die Verteidigungsministerin weiter. „Ich muss mich jetzt darum kümmern, dass diese Ausrüstungsgegenstände auch in der Breite ankommen“, verspricht sie abschließend.

90 Millionen Euro für den Kasernenausbau

Eine Frau in Zivil und ein Mann in Uniform stehen links und rechts neben einem großen Stein.

Der 24-Stunden-Besuch endet in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall: Ministerin Kramp-Karrenbauer und Kommandeur, Oberst Maik Keller.

Bundeswehr/Sarah Hofmann

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und Gesprächen mit Soldaten geht es für die Verteidigungsministerin mit einem Gruppentransportkraftfahrzeug Boxer zur Hochstaufen-Kaserne nach Bad Reichenhall. Mit dem Boxer ist in der Brigade lediglich das Gebirgsjägerbataillon 231 ausgestattet. Dies ändert jedoch das Auftrags- und Aufgabenspektrum der 850 Soldaten und Soldatinnen des Bataillons nicht. Der infanteristische Einsatz im Gebirge bleibt auch in diesem Verband das bestimmende Merkmal der Gebirgsjäger.
Zum Abschluss wird die Ministerin über die Bauvorhaben in der Hochstaufen-Kaserne informiert. Bis 2024 werden rund 90 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um die geplanten Baumaßnahmen zu realisieren. Dabei entstehen neue Funktions- und Wohnbereiche für die Soldaten. Eine hochmoderne Schießhalle und ein vielseitiger Kletterturm sollen gebaut werden. Die Verteidigungsministerin resümiert: „Das war für mich ein wirklich beeindruckender Besuch.„

von Sarah Hofmann

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