Heer

Mit fünf NATO-Partnern am Geländesandkasten

Mit fünf NATO-Partnern am Geländesandkasten

  • Multinationalität
  • Heer
Datum:
Ort:
Gotha
Lesedauer:
2 MIN

Die Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 werden innerhalb der Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ), der Schnellen Eingreiftruppe der NATO, 2023 das multinationale Aufklärungsbataillon führen. Um sich darauf vorzubereiten, hat das Bataillon in Gotha einen Workshop mit Teilnehmenden aus fünf Ländern organisiert.

Auf dem Boden sind weiße Striche gemalt, stehen Pappkarten mit militärischen Symbolen, kleine Häuser und liegt grünes Moos.

Am Geländesandkasten, einer Miniaturausgabe des Gefechtsgeländes mit Naturmaterialien, werden allen Workshop-Teilnehmern Einsatzgrundsätze verdeutlicht.

Bundeswehr/Tim Barthelmeh

Die VJTFVery High Readiness Joint Task Force ist Teil der NATO Response Force (NRFNATO Response Force), an der sich Deutschland zwischen 2022 und 2024 mit einem hohen Personalansatz beteiligt. Ein Großteil der Soldatinnen und Soldaten für den Landanteil der NRFNATO Response Force kommt aus der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“, die als Leitverband den Kern der Landstreitkräfte stellen und zu der das Aufklärungsbataillon 13 aus Gotha gehört.

Dieses Bataillon stellt für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force den Kopf und Rahmen für das multinationale Aufklärungsbataillon. Das bedeutet, Aufklärer aus sechs Nationen agieren vereint unter Führung eines deutschen Bataillonskommandeurs, der wiederum durch seinen Stab unterstützt wird. Um für 2023 eine bessere Koordinierung zu gewährleisten, lud das Aufklärungsbataillon 13 im Oktober seine multinationalen Aufklärungspartner zu einem internationalen Workshop nach Gotha ein. Aus Norwegen, Tschechien, Luxemburg, Litauen und Lettland reisten die Teilnehmer an, um das erste Mal ihre deutschen Kameradinnen und Kameraden persönlich kennenzulernen.

Erste Gemeinsamkeiten identifiziert

Mehrere Soldaten hören einem Vortrag zu. Im Vordergrund stehen auf einem Tisch aus Pappe gebaute militärische Symbole.

Soldaten aus sechs Ländern werden in den nächsten zwei Jahren für ihren Auftrag als Schnelle Eingreiftruppe der NATO zusammenarbeiten.

Bundeswehr/Tim Barthelmeh

Ziel des Workshops war es, ein gemeinsames Verständnis für die unterschiedlichen Einsatzgrundsätze, Fähigkeitsprofile und Führungsprinzipien zu schaffen: Arbeitet eine tschechische Aufklärungskompanie wie eine deutsche? Kann der baltische Kompaniegefechtsstand Aufklärungsergebnisse, also Informationen über das Gelände, die Lage, Stärke und Ziele des Feindes analysieren und auswerten? Welche Führungsmittel nutzen die Litauer? In welcher Tiefe und mit welcher Durchhaltefähigkeit klären die norwegischen Kameraden auf? Sind die Luxemburger mit dem Intelligence Cycle (Nachrichtenmanagementkreislauf) vertraut?

Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen wurden die Teilnehmenden in ein Szenario versetzt und hatten die Gelegenheit, am Geländesandkasten ihren Kameraden ihre nationalen Führungsprozesse und Fähigkeiten zu erläutern. Viele Fragen wurden während des Workshops beantwortet, erste Gemeinsamkeiten identifiziert. Geblieben ist das Gefühl, dass es eine herausfordernde Aufgabe für alle Beteiligten sein wird, die nationalen Einzigartigkeiten so aneinander anzupassen, dass am Ende alle gemeinsam zum Erfolg kommen.

Der Grundstein ist gelegt

Drei Soldaten in verschiedenen Uniformen stehen neben einem mit grünen Zweigen getarnten Gefechtsfahrzeug.

Interessiert inspizieren internationale Soldaten des Gothaer Workshops den Spähwagen Fennek, das Hauptwaffensystem der Heeresaufklärer.

Bundeswehr/Tim Barthelmeh

„Eine enge Einbindung unserer nationalen und internationalen Partner im Vorfeld der anstehenden Übungsvorhaben ist für die erfolgreiche Auftragserfüllung essenziell. Den Grundstein dafür haben wir mit diesem Workshop gelegt. Das war der Auftakt für eine enge Zusammenarbeit in den kommenden Jahren“, so das Urteil des Kommandeurs des Aufklärungsbataillons 13, Oberstleutnant Friedrich Biebrach.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum voll einsatzfähigen Multinational ISRIntelligence, Surveillance and Reconnaissance Battalion, also einem Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungsbataillon, bilden die computergestützte Gefechtsstandübung des Aufklärungsbataillon 13 im Januar in Hammelburg sowie die Übung Stolzer Wettiner im März, bevor im Mai die Übung Wettiner Heide beginnt, bei der das Bataillon für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force zertifiziert wird. Dort werden alle Soldaten des Bataillons erstmals gemeinsam mit der Kampftruppe, während einer sogenannten Volltruppenübung, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen.

von Tim Barthelmeh

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