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Panzerpioniere heißen Schwalben willkommen

Panzerpioniere heißen Schwalben willkommen

  • Umweltschutz
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Datum:
Ort:
Holzminden
Lesedauer:
2 MIN

54 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in der Pionierkaserne am Solling in Holzminden investiert, um  Gebäude zu modernisieren oder neu zu bauen. Mit dabei: Mehlschwalben. Sie verfolgen eigene Bauprojekte auf dem Gelände. Dass die Pioniere sie dabei unterstützen, dafür hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Soldaten jetzt ausgezeichnet.

An einer Hauswand hängt eine Plakette des NABU, darauf blaue Schrift und zwei schwarz gezeichnete Schwalben.

An Gebäuden der Pionierkaserne am Solling in Holzminden hängen jetzt mehrere Plaketten des Naturschutzbundes Deutschland, die auf den Nestbau von Mehlschwalben hinweisen.

Bundeswehr/Stephan Weeger

Die Holzmindener Soldatinnen und Soldaten freuen sich über Mitbewohner, die es sich ohne offizielle Baugenehmigung in der Kaserne gemütlich machen. Die Rede ist von Mehlschwalben (Delichon urbicum). Deren Bestände gehen bundesweit zurück. Seit 2002 steht die Mehlschwalbe in Deutschland auf der Vorwarnliste für bedrohte Vogelarten. Ihr Markenzeichen ist der leuchtend weiße Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt.

Ursprünglich baute die Mehlschwalbe ihre kunstvollen Nester an Feldwänden oder Küstenklippen. Doch schon seit Langem hat sie sich dem Menschen angeschlossen und nutzt rau verputzte Häuserwände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Nestbau. Hier brütet sie oft in großen Kolonien. Im Flug erbeuten die kleinen Vögel Mücken, Fliegen, Schmetterlinge und Eintagsfliegen. Schwalbennester bestehen aus unzähligen, eigens geformten Ton- und Lehmklümpchen.

Dem Kommandeur des Panzerpionierbataillons 1, Oberstleutnant Gunter Flach, ist es eine Herzensangelegenheit, den Schwalben, wo möglich, ein Zuhause zu bieten. „Es ist mir wichtig, dass die Maßnahmen, die in der Kaserne stattfinden, mit der Natur in Einklang gebracht werden. Artenschutz wird auch bei uns Pionieren großgeschrieben“, so Flach. „Hinter dem Stabsgebäude wird ein Blühbeet für Insekten angelegt, um so einen zusätzlichen Ort zur Förderung der biologischen Vielfalt zu schaffen“, kündigt der Kommandeur an.

Plaketten-Übergabe durch den NABU

Unter einem grauen Dachbalken hängen zwei Schwalbennester.

Die Mehlschwalben nutzen rau verputzte Häuserwände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Bau ihrer charakteristischen halbkugeligen Nester aus Lehm.

Bundeswehr/Stephan Weeger

Mit der Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ wird der Artenschutz der Panzerpioniere in Holzminden nun auch sichtbar. Die Vorstandssprecherin der Kreisgruppe Holzminden des NABU, Tanja Frischgesell, übergab die Plakette am 2. März 2020 in der Pionierkaserne am Solling offiziell. „Seit 2013 gibt es das Schwalbenschutzprojekt beim NABU Niedersachsen und mittlerweile die Plakette ,Schwalbenfreundliches Haus‘ sowie eine kostenlose Broschüre“, berichtet Frischgesell.

Nach der Übergabe der Plakette verrät sie: „Die Plaketten kommen sehr gut an und mittlerweile gibt es viele Bewerber, die hiermit auf die Schwalben aufmerksam machen wollen.“ Vom NABU Holzminden wurden seit 2013 insgesamt 74 Plaketten vergeben. „Toll, dass auch hier bei der Bundeswehr Wert auf den Artenschutz gelegt wird“, so die Vorstandssprecherin. Mehrere Plaketten werden nun in der Pionierkaserne an Gebäuden mit großen Mehlschwalbennestern angebracht.

von Daniel Barbarito

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