Heer

Pumas bewähren sich im Heidestaub

Pumas bewähren sich im Heidestaub

  • Ausbildung
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Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
2 MIN

Um Punkt zwölf Uhr bricht das Inferno los. Spannungsgeladene Atmosphäre auf dem Truppenübungsplatz Munster: Ein Schützenpanzer Puma eröffnet als erster das Gefecht. Seine 30-Millimeter-Kanone kracht, der Gegner hat keine Chance. Die abgesessenen Grenadiere rücken vor und eröffnen das Feuer. Dann gelingt ihnen der Einbruch in die gegnerischen Stellungen. Was dramatisch klingt, ist nur eine Übung.

Ein Panzer steht am Waldrand und hat seine Kanone auf das freie Gelände gerichtet.

Nah an der Realität: Im Schießübungszentrum üben die Panzergrenadiere das Gefecht.

Bundeswehr/Klaus Reschke

Angriff, Verteidigung und Verzögerung stehen auf dem Dienstplan der Grenadiere. Die 2. Kompanie sowie der 1. Zug der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 33 aus Neustadt am Rübenberge trainieren im Schießübungszentrum. Getreu dem Motto: Wer verzagt, sich vorzubereiten, ist vorbereitet zu versagen. Gemeinsam mit der 2. Kompanie des Panzerbataillons 203 bilden die Panzergrenadiere eine verstärkte Kompanie, Schützenpanzer und Kampfpanzer kämpfen zusammen. Gefechtsaufklärung, Angriff und Verteidigung mit auf- und abgesessenen Kräften, also vom Panzer aus und zu Fuß. Das Ausbildungsziel ist das effektive Zusammenwirken zwischen Panzerzug und Panzergrenadierzug im engen Schulterschluss.

Dauerstress: Ausbildung und Corona

Zwei Soldaten liegen und knien mit ihrer Waffe im Wald und zielen ins Gelände.

Abgesessene Panzergrenadiere liegen in ihrer Stellung und geben dem Schützenpanzer Puma mit einem Maschinengewehr Deckungsfeuer für das weitere Vorgehen.

Bundeswehr/Klaus Reschke

Die Soldaten stehen ständig unter der Beobachtung von Ausbildern und Schiedsrichtern, die jeden Fehler, jede Nachlässigkeit akribisch festhalten und ansprechen. Zehn Tage dauert der Durchgang, der den Grenadieren viel abverlangt. Trotzdem stellt Hauptfeldwebel Kevin Bauer* von der 4. Kompanie fest: „Die Stimmung ist gut, die Motivation groß.“ Dabei hatten auch die Panzergrenadiere bereits vorher mit einem besonders heimtückischen Feind zu kämpfen, dem Coronavirus. „Das wirkte sich auch auf die Ausbildung unserer Soldaten aus“, erklärt ein Verantwortlicher aus dem Bataillon. „Viele unserer Soldaten leisteten vorab Amtshilfe in verschiedenen zivilen Einrichtungen und haben daher nicht für die Vorausbildung zur Verfügung gestanden.“

Raubkatzen der Grenadiere sind einsatzbereit

Mehrere Panzer fahren hintereinander durch das Gelände.

Die 2. Kompanie und der 1. Zug der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 33 bei einer kurzen Übungspause im Gefechtsfeld

Bundeswehr/Klaus Reschke

Neben den Leistungen der Soldaten war die Bataillonsführung auch mit dem eingesetzten Großgerät des Bataillons, dem Schützenpanzer Puma, dem neuesten Waffensystem der Grenadiere, sehr zufrieden. Man brauche den Vergleich mit anderen Waffensystemen nicht zu scheuen, auch in Sachen Verlässlichkeit. „Während der gesamten Übung hatten von unseren 17 Pumas nur zwei technische Probleme“, so ein Ausbilder. Zu kämpfen hatten die Grenadiere in Munster aber nicht nur gegen den Gegner, sondern vor allem auch gegen Sand und Staub – beides setzt Mensch und Material merklich zu.

Am Ende aber können Soldaten und Ausbilder stolz melden: Ausbildungsziel erreicht! Das freut auch den Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, Brigadegeneral Christian Freuding, der den Wert der Gefechtsausbildung besonders hervorhebt. „Nur durch ständiges Üben bleibt die Lehrbrigade auch künftig kriegstauglich und siegfähig.“

*Name redaktionell geändert

von Klaus Reschke

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