Der Schützenpanzer Puma ist das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere. Das Kettenfahrzeug verleiht den bis zu neun Grenadieren an Bord Beweglichkeit, hohe Feuerkraft und Schutz vor Beschuss. Mit dem Fahrzeug sind die Panzergrenadiere in der Lage, gemeinsam mit Leopard-Kampfpanzern der Panzertruppe zu operieren. Das ist eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der gepanzerten Kräfte.
Der Puma ist auf die Kampfweise der Panzergrenadiere optimiert. Neben dem Kommandanten, dem Richtschützen und dem Kraftfahrer bietet er im hinteren Kampfraum Platz für sechs weitere Soldatinnen und Soldaten. Im Gefecht können sie das Fahrzeug über eine Klappe am Heck des Panzers verlassen und zu Fuß mit ihren Handwaffen kämpfen – etwa im Wald oder im bebauten Gelände, wo Fahrzeuge nicht hinkommen oder besonders gefährdet sind.
Kämpfen die Panzergrenadiere abgesessen, sind sie über ihre digitalen Funkgeräte mit dem Schützenpanzer vernetzt. So können Schützen und Panzerbesatzung kommunizieren und sich zum Beispiel durch Feind- oder Lagemeldungen unterstützen.
Der Schützenpanzer Puma ist bewaffnet mit einer 30-Millimeter-Maschinenkanone vom Typ MK30-2/ABM, einem Maschinengewehr MG4A1 im Kaliber 5,56 Millimeter und einer Startplattform für zwei MELLS-Panzerabwehrlenkflugkörper. Alle drei Waffen befinden sich im unbemannten Turm des Panzers. Das bedeutet, dass alle Soldatinnen und Soldaten in der stark gepanzerten Wanne des Panzers untergebracht sind.
Die Feuerleitanlage des Puma ermöglicht es dem Kommandanten und dem Richtschützen, nach dem Hunter-Killer-Prinzip zu arbeiten. Dabei identifiziert der Kommandant (Hunter) mithilfe seines Periskops feindliche Ziele und übergibt diese durch das automatische Einschwenken der Waffenanlage schnell zur Bekämpfung an den Richtschützen (Killer).
Um mögliche Ziele überhaupt entdecken zu können, verfügt der Puma über optische und optronische Systeme. Damit kann die Besatzung den Raum rund um den Puma beobachten und Bedrohungen identifizieren – bei Tag und Nacht sowie bei allen Witterungsbedingungen. Zudem können die Grenadiere mit der Nebelmittelwurfanlage des Pumas innerhalb von Sekunden eine dichte Nebelwand erzeugen, sollten sie vom Feind entdeckt werden.
Die 30-Millimeter-Maschinenkanone vom Typ MK30-2/ABM ist die Hauptwaffe des Puma. Sie ist mit einem Doppelgurtzuführer ausgestattet, der es dem Richtschützen erlaubt, schnell zwischen zwei Munitionssorten hin und her zu wechseln. Dank der Waffenstabilisierungsanlage kann der Puma auch aus der Fahrt heraus Ziele mit hoher Präzision beschießen.
Die Munitionssorten sind panzerbrechende Treibkäfigmunition und programmierbare Mehrzweckmunition.
MELLS steht für Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem. In seinem Turm hat der Puma Platz für zwei solcher Flugkörper, die die Besatzung zur Bekämpfung von Kampfpanzern, gepanzerten Fahrzeugen oder befestigten Stellungen einsetzen kann.
Der Schütze kann MELLS per Lichtwellenleiter – einem dünnen Kabel zur Datenübertragung – in bis zu 4.000 Meter entfernte Ziele steuern. So kann er durch die dauerhafte Datenübertragung das Ziel bis zum Einschlag sehen und entsprechende Korrekturen vornehmen. Dazu muss der Puma am Abschussort bleiben. Alternativ ermöglicht die Fähigkeit „Fire and Forget“ („Feuern und Vergessen“) dem Puma, direkt nach dem Verschuss die Stellung zu wechseln. Dann fliegt der Flugkörper selbstständig in das erfasste Ziel.
Durch seine Konstruktion schützt der Puma seine Besatzung vor Angriffen mit Panzerabwehrhandwaffen, Splittern von Artilleriegranaten und Minen. Dazu verfügt er über eine leistungsstarke Panzerung, die durch eine
Zudem hat der Puma das abstandsaktive Soft-Kill-Schutzsystem MUSS (Multifunktionales Selbstschutz-System) an Bord. Es schützt das Fahrzeug vor Angriffen mit Laser oder Infrarot gelenkten Panzerabwehrlenkflugkörpern. Die Sensoren des Systems erfassen eine Bedrohung und melden diese an eine Recheneinheit, die automatisch Gegenmaßnahmen auslöst, etwa den Ausstoß von Nebelkörpern.
Zur Ausstattung des Schützenpanzers Puma gehört darüber hinaus eine ABC-Sammelschutzanlage. Diese erlaubt den Einsatz des Fahrzeugs in verstrahltem und vergiftetem Gelände, ohne die Besatzung zu gefährden.
Der Zehnzylinder-Dieselmotor des Puma mit Abgasturbolader, Ladeluftkühlung und Direkteinspritzung produziert 1.088 PS. Zusammen mit dem sechsgängigen Schalt-, Lenk- und Bremsgetriebe beschleunigt das Fahrzeug auf bis zu 70 Kilometer pro Stunde. Das entkoppelte Fahrwerk umfasst hydropneumatische Federdämpfungselemente und verleiht dem Puma auch abseits der Straße im schweren Gelände eine hohe Mobilität.
Trotz seines Gesamtgewichts von bis zu 43 Tonnen kann der Puma von einem A400M -Transportflugzeug transportiert werden. Um die Ausmaße sowie das Gewicht des Fahrzeugs zu reduzieren, werden die äußeren Panzerungsmodule abgenommen. Anschließend kann der Puma, fest verzurrt im Laderaum des A400M, weltweit eingeflogen werden.
| Gewicht | 43 t |
|---|---|
| Länge | 7,54 m |
| Breite | 4,08 m |
| Höhe | 3,62 m |
| Motor | Zehnzylinder-Dieselmotor mit Abgasturbolader, Ladeluftkühlung und Direkteinspritzung |
| Getriebe | Schalt-, Lenk- und Bremsgetriebe mit 6 Gängen |
| Nennleistung | 1.088 PS (800 kW) |
| Höchstgeschwindigkeit | 70 km/h |
| Bewaffnung | 30-mm-Maschinenkanone MK30-2/ABM, koaxiales 5,56-mm-Maschinengewehr MG4A1, Startplattform für zwei MELLS-Lenkflugkörper |
| Besatzung | 9 Soldatinnen und Soldaten: Kommandant, Richtschütze, Kraftfahrer und sechs Panzergrenadiere |
Der Schützenpanzer Puma (vorn) ist das Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere. Er löst Stück für Stück den in die Jahre gekommenen Schützenpanzer Marder 1 (hinten) ab.
Bundeswehr/Marco Dorow
Der Schützenpanzer Puma verleiht den Panzergrenadieren taktische Beweglichkeit, hohe Feuerkraft und bietet ihnen Schutz vor der Wirkung feindlicher Waffen
Bundeswehr/Jana Neumann
Beim Puma S1 handelt es sich um die modernste Variante des Schützenpanzers
Bundeswehr/Marco Dorow
Zur Ausstattung der Schützenpanzer Puma VJTF und Puma S1 gehört eine Startplattform für zwei MELLS-Lenkflugkörper. Mit MELLS (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem) kann der Puma Ziele in bis zu einer Entfernung von 4.000 Metern bekämpfen.
Bundeswehr/Maximilian Schulz
Gemeinsam ins Gefecht: Die Panzergrenadiere üben regelmäßig mit den Leopard-Kampfpanzern der Panzertruppe. Im Ernstfall kämpfen sie Schulter an Schulter als gepanzerte Truppe des Heeres.
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