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Unter den Top Five bei Europas härtestem Hindernislauf

Unter den Top Five bei Europas härtestem Hindernislauf

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Datum:
Ort:
Thüringen
Lesedauer:
2 MIN

„Nach den ersten beiden Wasserhindernissen mit fünf Grad Wassertemperatur und bis zur Hüfte im Wasser stehend, wurde mir bewusst, das Rennen wird hart.“ Hauptfeldwebel Markus Manfred Meißgeier hat beim „Getting Tough Race” im thüringischen Rudolstadt einen der Spitzenplätze belegt.

Ein Soldat springt mit Sportkleidung ins Wasser.

Hauptfeldwebel Markus Manfred Meißgeier beim Sprung in fünf Grad kaltes Wasser. Anschließend durchtaucht er sieben Hindernisse.

Bundeswehr/Markus Manfred Meißgeier

3.000 Sportler sind auf eine Gesamtdistanz von 24 Kilometern gestartet. Die Herausforderung: 1.000 Höhenmeter und 150 unterschiedlichste Hindernisse überwinden. Dazu ein Gegner, den keiner auf dem Schirm hat – das Wetter.

Von Anfang an in der Spitzengruppe

Ein Soldat in Sportkleidung steht auf einem Panzer.

Panzerhindernis: Nicht nur die schiere Größe auch das kalte und glitschige Metall machen das Überwinden für die Wettkämpfer schwierig.

Bundeswehr/Markus Manfred Meißgeier

Knapp acht Grad Außentemperatur, Wasserhindernisse, Traktorenreifen, Panzerhindernisse und Baumstämme stellen sich den Läuferinnen und Läufern entgegen. Einer von ihnen: Der 37-jährige Hauptfeldwebel Markus Manfred Meißgeier vom Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillon 1 aus Sondershausen. „Ich konnte mich von Anfang an in der Spitzengruppe halten“, erinnert sich Meißgeier.

Er habe sich gut vorbereitet, blickt der ehemalige Langstreckenläufer zurück. In sieben Wochen lief er pro Woche 100 Kilometer, war zusätzlich schwimmen und absolvierte ein abgestimmtes Krafttraining. Diese Anstrengungen sollten sich auszahlen.

Bereits nach zwei Kilometern musste Meißgeier zum Beispiel einen Autoreifen über eine Strecke von 1.000 Meter tragen. Auf dem weiteren facettenreichen und anspruchsvollen Streckenprofil galt es, Kräfte genau einzuteilen. Zu diesem Zeitpunkt des Wettkampfes musste Meißgeier nur den Vorjahressieger Charls Franzke und den späteren Sieger Hagen Brosius passieren lassen. Es hieß dranbleiben.

Durch fünf Grad kaltes Wasser

Ein Soldat überwindet an der höchsten Stelle eine Hinderniswand.

Hoch und wieder runter: Die vielen Eskaladierwände kosten richtig Kraft.

Bundeswehr/Markus Manfred Meißgeier

Nach 18 Kilometer über Stock und Stein wartete die nächste Aufgabe auf den Hauptfeldwebel: Fünf Grad kaltes Wasser auf einer Distanz von etwa 300 Metern zu durchwaten. „Das Wasser stand teilweise bis zum Hals. Raus aus dem Wasser spürte ich meine Beine nicht mehr. Aber dann ging es erst richtig los“, so Meißgeier.

Die nächste Station war eine Sturmbahn der ehemaligen Nationalen Volksarmee. Über die gesamten 400 Meter des Hindernisses schleppten die Teilnehmer einen Sandsack mit sich.

An den körperlichen Grenzen

Ein Soldat klettert an einem Gerüst über Wasser.

Hangelhindernis: Über einem Schwimmbecken an Traversen hangelnd überwinden die Teilnehmer rund zehn Meter.

Bundeswehr/Markus Manfred Meißgeier

Weitere Wasserhindernisse, die vom Technischen Hilfswerk aufgebaut worden waren, brachten die Teilnehmer an ihre körperlichen Grenzen, auch an die von Meißgeier. „Das Highlight war in einem Schwimmbad. Ich musste unter Baumstämmen hindurch tauchen.“ Durch die Kälte und die körperliche Anstrengung sei sein Körper fast steif gewesen. „Als ich aus dem Wasser herauskam, waren es nur noch 50 Meter, die es aber in sich hatten.“

Wie Bundeswehr nur härter

Hauptfeldwebel Markus Manfred Meißgeier während des Wettkampfes, dahinter Stapel aus Traktorenreifen.

Ein Hindernis von vielen: Zwei Meter hohe Stapel aus Traktorenreifen müssen schnellstmöglich überwunden werden.

Bundeswehr/Markus Manfred Meißgeier

„Gleiten, Klettern und Hangeln, alles, was ich auch bei der Bundeswehr gelernt hatte, aber eben viel härter“, erinnert er sich. Nach zwei Stunden und neun Minuten kam Hauptfeldwebel Meißgeier völlig erschöpft aber überglücklich ins Ziel. Die Belohnung für die vielen Strapazen – der 4. Platz. „Das habe ich mir im Vorfeld nie erträumt“, so der 37-jährige stolz.

von Steffen Holler