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Heer
Training für den Ernstfall

Pistorius erlebt Gefechtsführung der Zukunft in Munster

Landes- und Bündnisverteidigung

Pistorius erlebt Gefechtsführung der Zukunft in Munster

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Verteidigungsminister Boris Pistorius zu Besuch beim Heer in Munster. Schon nach wenigen Minuten wird klar: Hier geht es nicht um Theorie, sondern um das, was im Ernstfall zählt. Unter dem Leitmotiv „Wie das Heer in Zukunft kämpfen wird“ verschafft er sich ein Bild davon, wie das Heer plant, ausbildet und trainiert – heute und mit Blick auf morgen.

Verteidigungsminister Pistorius schüttelt einem Soldaten die Hand.

Verteidigungsminister Boris Pistorius wird von den Soldatinnen und Soldaten freundlich begrüßt und tauscht sich während seines Besuchs in Munster mit ihnen aus

Bundeswehr/Mario Bähr

Auf dem Übungsplatz läuft die Vorführung an. Drohnen und Fahrzeuge setzen sich in Bewegung, Befehle werden gegeben, Funkgeräte knacken. Es wirkt eingespielt – und muss es auch sein. Denn im Gefecht bleibt keine Zeit, lange zu überlegen. Soldatinnen und Soldaten zeigen, wie verschiedene Kräfte zusammenwirken: Führung, KI-unterstützte Aufklärungs- und Wirkmittel greifen ineinander, Informationen werden weitergegeben, Entscheidungen fallen schnell.

Verantwortlich für die gezeigte Vorführung ist die Panzerlehrbrigade 9, insbesondere das Panzergrenadierlehrbataillon 92. Die Brigade stellt einen wesentlichen Anteil der Kräfte, die das Zusammenspiel moderner Gefechtsführung hier praktisch demonstrieren. Alles ist geordnet, Ergebnis intensiver Ausbildung – und zahlreicher Abläufe, die sitzen.

Dabei spielt Technik eine immer größere Rolle. Digitale Systeme helfen, den Überblick zu behalten und schneller zu reagieren. Daten werden in kurzer Zeit verarbeitet und weitergegeben. Besonders sichtbar wird das bei unbemannten Systemen: Drohnen liefern Aufklärung in Echtzeit, unterstützen die Führung und erweitern die Wirkung im Gefechtsraum.

Ziel: Eigene Kräfte besser schützen

Minister Pistorius begleitet Soldaten auf einem GTK Boxer während eines Gegenangriffs in Munster

Verteidigungsminister Boris Pistorius begleitet Soldatinnen und Soldaten auf einem Gepanzerten Transport-Gefechtsfahrzeug Boxer während eines Gegenangriffs auf dem Übungsplatz in Munster

Bundeswehr/Mario Bähr

„Wir sehen eine rasante Weiterentwicklung in allen Bereichen – vor allem bei Drohnen und unbemannten Systemen“, sagt Pistorius. Die Erfahrungen aus aktuellen Konflikten zeigen, wie schnell sich das Gefechtsfeld verändere. Entscheidend sei deshalb, neue Technologien nicht nur zu entwickeln, sondern schnell in die Truppe zu bringen und dort zu erproben.

Damit verändert sich auch das Gefechtsbild grundlegend. Der Minister macht deutlich, dass es heute kaum noch geschützte Räume gäbe und Reaktionszeiten immer kürzer würden. „Das Gefechtsfeld ist nicht mehr transparent – und gleichzeitig deutlich schneller geworden“, sagt er. Für die Truppe bedeutet das: Entscheidungen müssen früher getroffen, Abläufe noch besser abgestimmt werden. Besonders unbemannte Systeme übernehmen dabei zunehmend Aufgaben, etwa bei der Aufklärung oder der Überwindung gefährdeter Räume. Ziel ist es, eigene Kräfte besser zu schützen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit im Gefecht zu erhöhen.

Auch die Art zu kämpfen verändert sich. „Überlegenheit entsteht heute nicht mehr nur durch Hochtechnologie“, so der Minister. „Der Einsatz von Drohnenschwärmen und kostengünstigen Systemen kann eine entscheidende Rolle spielen.“ Ziel sei es, Fähigkeiten so weiterzuentwickeln, dass Abschreckung glaubwürdig bleibt – auch unter veränderten Rahmenbedingungen.

Nachfragen und zuhören

Die „Heereshauptstadt“ Munster ist genau dafür da. Hier wird geübt, bis Abläufe funktionieren – auch dann, wenn die Lage unübersichtlich wird. Es geht darum, Sicherheit in Entscheidungen zu gewinnen und im richtigen Moment handlungsfähig zu sein. Moderne Technik ist dabei fester Bestandteil der Ausbildung – genauso wie das Zusammenspiel aller Kräfte.

Pistorius nimmt sich Zeit für Gespräche mit der Truppe. Abseits der Vorführung fragt er nach, hört zu. Es geht um ganz konkrete Themen: Ausrüstung, Ausbildung, Belastung im Alltag. Gleichzeitig zeigt er sich beeindruckt vom Ausbildungsstand: „Die Soldatinnen und Soldaten des Heeres zeigten sich top ausgebildet und top motiviert“, so Pistorius.

Am Ende bleibt ein klarer Eindruck: Das Heer geht professionell voran, wird schneller und flexibler. Innovative Entwicklungen befördern das. 

Drohnen, Daten, Dynamik – so trainiert das Heer

von PIZ Heer

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