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Winterausbildung am Hohen Göll

Winterausbildung am Hohen Göll

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

Während die eine Hälfte der Verbandsführung in Mali kämpft, kämpft sich die „Homeforce“ über den Alpeltalsteig auf den Hohen Göll. Im Bataillonsstab ist die Winterausbildung der Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 in vollem Gange.

Soldaten in Schneetarnanzügen Rucksäcken und Skiausrüstung steigen einen sehr schmalen Pfad an einer Felswand entlang.

Der Aufstieg über das Felsband ist schmal, mit Rucksack und Skiausrüstung wird er noch schmaler.

Bundeswehr/Desirèe Sandow

Am frühen Morgen des Tages vor dem Aufstieg erkundet Hauptfeldwebel Desirèe Sandow einen Skibergmarsch. Für die angehende Heeresbergführerin eine ideale Vorbereitung auf ihren Heeresbergführerlehrgang. Ihr Auftrag: Die Verhältnisse des Alpeltalsteiges am Zustieg zum Hohen Göll zu prüfen und die Möglichkeiten eines Aufstieges zu erkunden.

Gute Vorbereitung ist das A und O

In einem sehr steilen Waldstücks seilen sich Soldaten mithilfe eines Seiles ab.

Bergauf und bergab: Wenn am Steilhang der sichere Halt fehlt, muss ein Seil her.

Bundeswehr/Desirèe Sandow

Das Ergebnis der Erkundung steht fest. Es wird nicht einfach werden, aber die Ausbildung und somit der Skibergmarsch werden stattfinden. In den ersten Morgenstunden des Folgetages versammeln sich die Soldaten der Bataillonsführung am Hinterbrand-Parkplatz, dem Ausgangspunkt der Tour. Von hier gilt es, die rund 1.450 Höhenmeter sowie fünf Kilometer bis zum Hohen Göll zu erklimmen.

Entlang des Alpeltalsteiges passieren die Teilnehmer zunächst ein durch ein Stahlseil gesichertes Felsband sowie eine felsig durchsetzte Schneise bis zu einer circa zehn Meter hohen Felsstufe. „Hier wird den Soldaten hohe Trittsicherheit und äußerste Konzentration abverlangt“, beschreibt der verantwortliche Heeresbergführer. Für einige sei dies die erste Skihochtour, bei der mit Skischuhen über Felsen geklettert werden müsse. Durch die gute Vorbereitung ist das keine größere Herausforderung.

Mit Eisen über den harten Schnee

Soldaten in Schneetarnanzügen steigen über eine Schneefläche auf den Gipfel.

Auf dem Gipfelhang geben die Gebirgsjäger nochmal alles.

Bundeswehr/Desirèe Sandow

Souverän durchqueren die Gebirgsjäger Felsstufe für Felsstufe und steigen kurze Zeit später bereits mit Skiern unter den Füßen den Steilhang des Alpeltals hinauf. Die Schneedecke ist, wie erwartet, stark vereist. Für die Soldaten geht es nur noch mit Harscheisen vorwärts. Mit diesen Eisen haben die Stiefel der Soldaten auch auf der glatten Oberfläche noch festen Halt.

Knapp nach der Hälfte der anvisierten Höhenmeter eröffnet sich der fantastische Ausblick in das riesige Alpeltal, das zurecht als eines der schönsten im Berchtesgadener Landes gilt. Unermüdlich durchqueren die Soldaten das von Mulden durchzogene Gelände und steigen weiter Richtung Göllscharte über den Vorgipfel bis auf hohen Hohen Göll in  2.522 Metern Höhe.

Auszeichnung und Ernennung

Zwei Soldaten stehen am Gipfelkreuz.

Beförderung mal anders: Streiche Appellplatz, setze Berggipfel. Auf dem Hohen Göll wird aus dem Oberleutnant Hauptmann Cornelius Riembauer.

Bundeswehr/Desirèe Sandow

Mit einer fantastischen Fernsicht und einem atemberaubendem Alpenpanorama werden alle Soldaten für die Anstrengung der vergangenen Stunden belohnt. Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, Oberstleutnant Dennis Jahn, hat noch eine besondere Überraschung im Rucksack. Am Gipfelkreuz im Angesicht des Bergkristalls wird Oberleutnant Cornelius Riembauer zum Hauptmann befördert. Für einen Offizier der Gebirgsjägertruppe wohl einer der eindrucksvollsten und einprägsamsten Momente. „Wir lassen dann wohl Oberleutnant Riembauer am Gipfel des Hohen Göll und nehmen dafür Hauptmann Riembauer mit zurück in die Kaserne“ scherzt der Kommandeur. Nach einer kurzen Gipfeleinweisung der angehenden Heeresbergführerin Sandow geht es auch schon wieder an den Abstieg.

Es wird weitergehen

Mehrere Soldaten stehen auf Skiern im Kreis.

Im Kreise der Kameradinnen und Kameraden wird Hauptmann Daniel Biedermann zum Berufssoldaten ernannt.

Bundeswehr/Desirèe Sandow

Das angekündigte schöne Wetter bleibt aus. Unter eisigen Verhältnissen geht es weiter in Richtung Tal. An einer Felsstufe kommen alle nur mit einem Seilgeländer weiter. So ist ein sicherer Abstieg über schroffes und absturzgefährdetes Gelände möglich. Und dennoch ist zum Ende der Tour noch einmal volle Konzentration gefragt.

Nachdem alle die Felsstufen und das Felsband überwunden haben, erreichen sie  wohlbehalten wieder den Ausgangspunkt der Tour. Sichtlich stolz auf die Leistungen des Stabes schließt Kommandeur Jahn den Tag mit lobenden Worten und einen Ausblick ab. Das Fähigkeitsprofil der Gebirgstruppe im Stab werde weiter ausgebaut und vertieft. Bereits im April sei eine weitere Skitour über das Sitterbachtal auf die Hochfeldscharte geplant.

von Desirèe Sandow

zum Bataillon

  • Ein Kletterseil rahmt das grüne, ovale Wappen. Spitzhacke und Gewehr kreuzen sich, darauf ein Edelweiß, unten rot die Zahl 231.
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    Gebirgsjägerbataillon 231

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