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Mit Druck gegen den Dreck

Mit Druck gegen den Dreck

Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
3 MIN

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Flugbenzin, Schmierstoffe, banales Speisefett und Sinkstoffe – das sind die Gegner der Männer des Kanalspültrupps des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Wunstorf. Mit zwei leistungsstarken Spezialfahrzeugen sind sie im Dauereinsatz, damit diese Stoffe nicht zur Gefahr für die Umwelt werden.

Ein Mann mit orangener Arbeitsbekleidung flanscht einen Schlauch an einen Lkw-Aufbau

Stefan B. bei der Arbeit mit dem Saugwagen – ein harter Job

Bundeswehr/Marius Vu


Oft ist es das Unscheinbare, das etwas Besonderes ist und das so wichtig ist. Für die Arbeit der Männer des Kanalspültrupps vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum) Wunstorf trifft das zweifelsohne zu. Sie machen den Dreck weg, damit die Umwelt und das Grundwasser sauber bleiben. Eine der größten Liegenschaften, die das BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf betreut, ist der Fliegerhorst Wunstorf. Ein ganzer Flughafen. Neben der offensichtlichen Infrastruktur, wie Gebäude, elektrische Einrichtungen oder etwa Straßen, befindet sich unter der Erde ein kilometerlanges Regen- und Abwassersystem. Doch gerade dieses muss regelmäßig gereinigt und instandgehalten werden, damit keine Umweltgefahren hiervon ausgehen.

Druck bei der Arbeit? Gut!

Eine Aufgabe für die Männer in Orange und ihre beiden Sonderfahrzeuge. Mit zusammen über 800 PS Leistung rücken sie dem Dreck im Abwassersystem zu Leibe. Eine schwierige Aufgabe, die Respekt verlangt. Mit ihren Spezialfahrzeugen, einem Spül- und einem Saugwagen, sind sie fast täglich im Einsatz. Der Spülwagen verfügt, wie der Name schon andeutet, über spezielle Einrichtungen mit denen der Schmutz in den Leitungen „weggespült“ wird. Bis zu 160 Meter kann der Spülschlauch in die unterirdischen Anlagen eindringen. Für die Fortbewegung sorgt ein spezieller Spülkopf am Schlauchende und der entsprechende Wasserdruck. Mit 170 Bar Druck werden selbst hartnäckigste Verschmutzungen gelöst, während der Schlauch durch die Leitungen schießt. Martin B., einer der Maschinisten, verrät wie es geht: „Wir spülen mit der Fließrichtung. Dann kommt der Dreck auch leichter raus. Der Wasserdruck zieht die Spüldüse durch ebendiesen Dreck und mit der hydraulischen Haspel wird der Schlauch mitsamt dem Dreck wieder zurück in Richtung LKW gezogen.“ Gespült wird in erster Linie mit normalem Frischwasser, welches der 440 PS starke Lkw in seinem Tank mitführt. Alles Weitere erledigt der ungeheuer hohe Wasserdruck des Spülwagens.

Ein Mann in orangener Arbeitsbekleidung steht an einer Schalttafel eines Lkw

Martin B. überwacht die Spülfahrt und behält so den Überblick über das, was in der Tiefe vor sich geht

Bundeswehr/Marius Vu

Wichtig für das Grundwasser 

Die Reinigung des Kanalsystems ist nur eine der vielen Aufgaben des Kanalspültrupps. Auf dem Gelände des Fliegerhorstes befinden sich auch Tanklager und -stationen für die Flugzeuge des Lufttransportgeschwaders 62. Bei den dortigen Arbeiten können trotz größter Vorsicht immer Schmier- und Betriebsstoffe austreten. Durch speziell beschichtete Betonflächen werden diese aufgefangen und gelangen in sogenannte Öl-Abscheider. Dort werden diese gefährlichen Abfälle gesammelt, damit sie nicht in das Grundwasser gelangen können. Fett- und Öl-belastete Abwässer produzieren aber auch die Verpflegungseinrichtungen. Auch deren Abwasser wird mit Fett-Abscheidern gereinigt. Zudem sammeln sich sogenannte Sinkstoffe in den Abscheidern, sprich Sand und Schlamm. Sind die Abscheider voll, rückt der Saugwagen an. Das passiert alle paar Wochen einmal, dann haben sich in den Abscheidern 2 bis 6 Kubikmeter an Abfällen angesammelt. Um ein Überlaufen zu verhindern, sind diese mit einem elektronischen Sensor ausgestattet, der in der Zentrale des Kanalspültrupps Alarm auslöst. Die Abfälle werden dann von Stefan B. und seinen Kollegen abgeholt. Dazu wird der Abscheider wortwörtlich leer gesaugt. Das Spezialfahrzeug, mit 400 PS Leistung, kann bis zu 10m³ aufnehmen – voll beladen wiegt er dann satte 26 Tonnen. Anschließend wird der Abscheider noch von den Männern, ein Kanalreiniger und vier Maschinisten, gereinigt. „Sauberes Arbeiten sorgt dafür, dass keine Schadstoffe in die Erde, das Grundwasser oder allgemein in die Umwelt gelangen“, erklärt Stefan B., der Fahrer des Saugwagens, seine Arbeit. Er und seine Kollegen leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Ein Kernauftrag des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBwBundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr).

Ein orangener Lkw mit Spezialaufbauten, im Hintergrund ein weiterer

Die zwei Spezialfahrzeuge des Kanalspültrupps aus Wunstorf

Bundeswehr/Marius Vu


Entsorgt werden die Abfälle gesondert, bei spezialisierten Partnern des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf in der Region. Neben dem Fliegerhorst Wunstorf gehören noch andere Liegenschaften zu den Einsatzgebieten des Kanalspültrupps. Unter anderem das internationale Hubschrauberausbildungszentrum und die Jägerkaserne in Bückeburg, der Fliegerhorst Diepholz und selbst Liegenschaften aus dem Verantwortungsbereich des BwDLZBundeswehr-Dienstleistungszentrum in Leer. Insgesamt sind die Männer so im Schnitt an vier von fünf Tagen mit der Reinigung und Instandhaltung der Regen- und Abwassersysteme beschäftigt. Die übrige Zeit widmen sie der Pflege ihres Arbeitsgerätes, den beiden Lkw. Und natürlich fällt auch Büroarbeit an. Ein Fulltime-Job also. Und ein wichtiger noch dazu.

von Marius Vu  E-Mail schreiben

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