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Infrastruktur

Moderne Unterkünfte für ein ganzes Bataillon

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Meilenstein für schnelle Bauprojekte in der Bundeswehr: Knapp sechs Monate nach Baubeginn zeigt der Baufortschritt die Vorteile der Vergabe mit funktionaler Leistungsbeschreibung an einen Totalunternehmer. Am 25. Juni 2026 war Richtfest für vier neue Unterkunftsgebäude in Walldürn. Seit Dezember 2025 entstehen hier 300 Unterkünfte in serieller Modulbauweise.

Vier Baustellen nebeneinander. Vorne ein fast fertiges mit Fassade, dahinter Rohbauten.

Vier Baustellen, vier Bauphasen, kein Stillstand: Serielle Modulbauweise und synchrone Bauausführung ermöglichen bei der Errichtung der neuen Unterkunftsgebäude für das Logistikbataillon 461 in Walldürn einen verzugslosen Bau

Bundeswehr/Ulrich Veen


Die Unterkunftsgebäude in der Nibelungen-Kaserne decken den gesamten Bedarf an Einzelunterkünften für das hier stationierte Logistikbataillon 461. Die neuen Stuben verfügen über ein eigenes Duschbad und die Einheit künftig über moderne und attraktive Unterbringungsmöglichkeiten für die Soldatinnen und Soldaten am Standort.

„Wir brauchen Infrastruktur – jetzt!“ Der Aufwuchs der Bundeswehr an Personal und der Fähigkeitsaufwuchs der Streitkräfte stehe und falle mit der Bereitstellung von Infrastruktur, unterstrich Oberst i. G. Thomas Lühring, Abteilungsleiter Infrastruktur im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw). Der ambitionierte Aufwuchsplan erfordere „massive Investitionen in Bestandskasernen sowie komplett neue Liegenschaften“, so Lühring weiter. Das Bauprojekt inklusive der Baufeldfreimachung umfasst ein Volumen von knapp 50 Millionen Euro.

Die dazu erforderliche hohe Geschwindigkeit bei der Umsetzung sichert unter anderem ein neues Vergabeverfahren, das der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Schwäbisch-Hall, Matthias Chavillier, als „wichtigen Baustein zur Beschleunigung militärischer Bauvorhaben“ beschrieb.

Klare Ziele durch funktionale Leistungsbeschreibung 

Möglich wurde der schnelle Bau durch die Beauftragung eines Totalunternehmers. Dabei verantwortet ein einzelnes Unternehmen die gesamte Planungs- und Bauleistung und erbringt diese auch zumindest teilweise selbst. Statt detaillierter Leistungsbeschreibungen für einzelne Gewerke und entsprechender Einzelausschreibungen erfolgen Planung und Bau auf Grundlage einer sogenannten funktionalen Leistungsbeschreibung. 

Diese definiert alle erforderlichen Parameter zur Sicherstellung von Qualität, Quantität und Funktionalitäten. Die vorteilhafteste Realisierung entscheidet dann das beauftragte Unternehmen selbst. Dieses Prinzip ist in der Bundeswehr nicht unbekannt, erinnert es doch an die in den Streitkräften praktizierte militärische Auftragstaktik. Ziele und Rahmenbedingungen werden vorgegeben, aber über den besten Weg dorthin entscheiden die Verantwortlichen vor Ort.

Ein weiterer Vorteil des Vergabeverfahrens ist, dass der Totalunternehmer auch die Verantwortung für die zeitgerechte Fertigstellung trägt. Und das bedeutet: innerhalb des Zeitrahmens oder sogar früher. Für den Totalunternehmer ist das ein wichtiger wirtschaftlicher Anreiz, um den Bau maximal zu beschleunigen, denn jede Minute Stillstand bindet die Ressourcen der Firma und kostet so bares Geld. Alle Gewerke arbeiten dafür parallel und synchron. Während auf der fertigen Außenfassade des ersten Gebäudes schon ein Richtbaum steht, reihen sich dahinter drei weitere Baustellen in unterschiedlichen Bauphasen.

Nachhaltiges Gesamtkonzept mit Holz- und Lehmbauweise

Neben der hohen Baugeschwindigkeit steht das Projekt auch für ein nachhaltiges Gesamtkonzept. Lediglich tragende Wände sind aus Beton gefertigt. Die Außenfassade besteht aus vorgefertigten Holzbauelementen in Tafelbauweise, für die nicht tragenden Innenwände werden innovative Baustoffe wie Lehm verwendet. Das reduziert den Einsatz des extrem energieintensiven Baustoffs Beton.

Das ist gut für die Umwelt, angenehm für das Raumklima und flexibel in der langfristigen Nutzung. Bei Bedarf können die Zwischenwände für alternative Raumzuschnitte leicht entfernt werden. Darüber hinaus wird Regenwasser in einer Zisterne zur Nutzung durch das örtliche Bundeswehr-Dienstleistungszentrum gesammelt, energetische Effizienz umgesetzt und das Dach mit Photovoltaikpanels bedeckt.

Pilotprojekte für schnelle Infrastruktur

Der Neubau der Unterkunftsgebäude in Walldürn ist eines von mehreren wegweisenden Pilotprojekten, mit denen das BAIUDBw den schnellen Aufbau der Infrastruktur für den Aufwuchs der Bundeswehr vorantreibt. Neben der in Walldürn praktizierten Beauftragung eines Totalunternehmers werden weitere Varianten des Verfahrens getestet. Ein Quick-Guide Funktionale Leistungsbeschreibungen für Totalunternehmerleistungen (PDF, 1,4 MB) beschreibt diese ausführlich, auch für potenzielle Auftragnehmer aus der Privatwirtschaft.

von Ulrich Veen  E-Mail schreiben

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