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Aufklärung, Warnung, Feuerkraft – MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System ist einsatzbereit

Aufklärung, Warnung, Feuerkraft – MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System ist einsatzbereit

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  • Ausbildung
Datum:
Ort:
Schleswig-Holstein
Lesedauer:
4 MIN

Einsatzübung und scharfer Schuss in Putlos: Die Flugabwehrraketengruppe 61 sorgt mit MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System für Sicherheit am Boden. Beim Einsatz im Vollsystem kommt es besonders auf die Geschützführer an. 

Die Geschütze werden auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein für den Schießtag vorbereitet.

Vorbereitung der Geschütze. Das C-RAMRolling Airframe Missile-Schießen MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System findet jedes Jahr auf dem Truppenübungsplatz Putlos statt.

Bundeswehr/Raphael Baekler

Mörserangriff an der Ostsee

Ein feindliches Geschoss fliegt Richtung Truppenübungsplatz Putlos, Sensoren richten sich aus, Sirenen ertönen. Oberstabsgefreiter (OStGefr) Roman T. und die Mannschaftssoldaten der Geschütz-Crews schauen gespannt aus der Deckung in den Himmel, nach wenigen Sekunden brechen die Salven ihrer Geschütze. Es ist nur noch Rauch zu sehen. „Ziel bekämpft und vernichtet“, meldet die Bedien- und Feuerleitzentrale (BFZ) des Flugabwehrwaffensystems MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System.

OStGefr Roman T. ist erleichtert. Sein Geschütz hat getroffen und die Bedrohung für dieses Mal abgewehrt. Der 29-Jährige befindet sich mit 78 weiteren Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 61 beim C-RAMRolling Airframe Missile-Schießen (C-RAMRolling Airframe Missile steht für Counter Rocket, Artillery and Motar) auf dem Truppenübungsplatz Putlos.

Ein Soldat munitioniert ein MANTIS-Geschütz auf.

OStGefr T. bereitet ein Geschütz für das Schießen vor. Die vier Geschütze werden von den „Gun-Crews“ aufmunitioniert.

Bundeswehr/Raphael Baekler

Der Flugabwehrverband aus dem schleswig-holsteinischen Panker verbindet das Schießen mit einer zweiwöchigen Einsatzübung. Im Mittelpunkt steht der Schutz eines (fiktiven) Luftumschlagpunkts gegen Angriffe mit Raketen und Mörsern. Anders als im MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Einsatz, wo MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System in der Konfiguration „Sense and Warn“ ohne Geschütze eingesetzt wird, übt die Truppe hier das Gefecht mit dem Vollsystem. 

Geschütz voll aufmunitioniert und bereit zur Übergabe

OStGefr Roman T. ist mit seiner Geschütz-Crew für das Herstellen der Einsatzbereitschaft der Geschütze und somit die Vorbereitung des scharfen Schusses verantwortlich. Mit sicheren Handgriffen führt er die erforderlichen Tätigkeiten durch. Erst, wenn alle Einstellungen am Geschütz passen, können die Waffen an die Kampfführungsbesatzung in der BFZ übergeben werden. „Wir sorgen dafür, dass das Geschütz einsatzbereit ist. Dazu gehört alles von der Verlegung bis zum Aufmunitionieren.“

Kurz vor dem Schiessen unterrichtet der Staffelchef, Major Simon Rüschkamp, den Inspekteur der Luftwaffe über den Ablauf.

Der Inspekteur der Luftwaffe wird vom Staffelchef, Major Simon Rüschkamp, über das Schießen gebrieft

Bundeswehr/Raphael Baekler

Die bei MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System genutzten 35-Millimeter-Patronen verhindern, dass Mörser, Artilleriegeschosse und Raketen im Feldlager einschlagen. Nach den Bekämpfungsabläufen bereiten Roman T. und seine Crew das Geschütz nach. Dabei sind höchste Vorsicht, technisches Verständnis und Schnelligkeit gefordert. Das alles bringt Roman T. mit. Das C-RAMRolling Airframe Missile-Schießen 2021 ist das dreizehnte Schießen, an dem der Oberstabsgefreite teilnimmt. Er gehört damit zu den erfahrensten Soldaten seiner Einheit. „Ich bin schon seit meinem Diensteintritt 2013 bei MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System. Trotzdem ist jedes Schießen für mich etwas Besonderes. Dieses Jahr sogar noch mehr, weil wir im letzten Jahr wegen Corona kein C-RAMRolling Airframe Missile-Schießen durchführen konnten.“

Üben unter erschwerten Bedingungen

Das gesamte Vorhaben der FlaRakGrp 61 wird mit einer Kohortenregelung und einem umfassenden Hygienekonzept durchgeführt. Die Soldatinnen und Soldaten aus Panker verlassen Putlos im gesamten Übungszeitraum nicht und bleiben streng getrennt von anderen Einheiten auf dem Truppenübungsplatz. „Ähnlich wie im Einsatz leben wir 14 Tage in der Lage und stellen die Einsatzbereitschaft MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System 24/7 sicher“, erklärt OStGefr Roman T.

OStGef T. bei den Nachbereitungen am Geschütz.

Das Schießen ist beendet. OStGef T. bereitet mit seiner Crew eines der Geschütze nach.

Bundeswehr/Raphael Baekler

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen in diesem Jahr war die Vorfreude darauf, „üben zu könne und zu dürfen“ genauso groß wie die Anspannung kurz vor dem Moment, in dem der erste Schuss bricht. Seine langjährige Erfahrung und Fachkenntnis gibt er während der Schießvorbereitung in Aus- und Weiterbildungen am Gerät an die weniger erfahrenen Soldaten weiter. „Wenn ich eine Frage habe, weiß ich, dass ich jederzeit zu Kamerad T. gehen kann“, erklärt ein Soldat aus seiner Crew, der T. ebenso wie die anderen Soldatinnen und Soldaten der MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System-Abschussgruppe als kompetenten Geschützspezialisten mit Führungsqualitäten schätzt. 

An den Herausforderungen wachsen

Zusätzlich zu seiner Funktion in der Geschütz-Crew nimmt OStGefr Roman T. weitere Herausforderungen an. Neben der Führungsverantwortung als stellvertretender Gruppenführer war er mit dem Waffensystem MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System in Mali und ist einer der ersten Soldaten, der die Ausbildung am Kleinstdrohnenabwehreffektor HP 47 absolviert hat. „Meine Tätigkeit als Soldat in der Flugabwehr – wir nennen uns „FlaRaki“ –  macht mir Spaß, weil sie abwechslungsreich ist und ständig neue Herausforderungen bereithält.“ OStGefr Roman T. hat seinen Dienst als freiwillig Wehrdienstleistender begonnen. Mittlerweile ist er Soldat auf Zeit und hat konkrete Pläne für seine Zukunft: „Ich habe den Wunsch, in naher Zukunft den neuen Dienstgrad Korporal tragen zu dürfen.“

Ein Soldat ist mit einem anderen Soldaten im Gespräch.

Der Inspekteur Lw informiert sich ausführlich beim OStGef T. über die Tätigkeiten der „Gun Crews“

Bundeswehr/Raphael Baekler

Diese Aussage greift der Staffelchef der MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System-Staffel, Major Simon Rüschkamp, auf und hebt hervor, warum der Dienstgrad Korporal in seiner Staffel sinnvoll verortet ist: „Unsere Mannschafter sind absolute Profis. Wenn wir jetzt hier in Putlos den scharfen Einsatz mit Geschützen üben, dann hängt die schnelle Einsatzbereitschaft und die Feuerkraft unseres Waffensystems maßgeblich an ihnen. Für genau solche Fachspezialisten in Truppenfunktion bieten sich die neuen Dienstgrade an – als gezielte Förderung der besonders leistungsstarken Mannschaftssoldatinnen und -soldaten.“

Einsatz im Vollsystem als Schwerpunkt

Dass die komplexe Übung neben der Einsatzverpflichtung in Mali und den Covid-19-Auflagen in diesem Jahr wieder möglich ist, bedurfte reichlicher Vorbereitungen im Hintergrund. Sinnvoll investierte Zeit, konstatiert der Kommandeur der FlaRakGrp 61, Oberstleutnant Stefan Plagge: „Genau wie die Fähigkeit Sense and Warn, die wir mit MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System aktuell bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali bereitstellen, gehört der Waffeneinsatz – also das Vollsystem – zu unserem Auftragsportfolio. Gerade vor dem Hintergrund unserer Aufgaben in der Landes- und Bündnisverteidigung zeigen wir mit diesem Schießen, dass der Einsatz in Mali diese wichtige Fähigkeit nicht verdrängt. Ob in den Einsatzgebieten der Bundeswehr oder die Verteidigung im Bündnis – wir als FlaRakGrp 61 stellen mit vergleichsweise geringem Personalansatz eine wichtige Fähigkeit. Mit diesem Schießen stellen wir erneut unter Beweis: Wir sind flexibel. motiviert. einsatzbereit!“

Das sieht auch OStGefr Roman T. so: “Wenn MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System gebraucht wird, sind wir da.“ 

Ein Geschütz des Waffensystems MANTIS bei der Bekämpfung eines Zieles.

Das Geschütz des Waffensystems MANTISModular, Automatic and Network capable Targeting and Interception System beim Schuss

Bundeswehr/Raphael Baekler
von Chiara Glöckner