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Die Eurodrohne ist auf dem Weg

Die Eurodrohne ist auf dem Weg

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

Gemeinsam mit Spanien, Italien und Frankreich arbeitet Deutschland am Programm MALEMedium Altitude Long Endurance: Medium Altitude Long Endurance Remotely Piloted Aircraft System – an der Eurodrohne.

Die Eurodrohne fliegt vor einer großen weißen Wolke und blauem Himmel.

Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – die vier Partnernationen des Projekts Eurodrohne

Airbus


Die Absicht, ein multinationales Drohnenprojekt zu realisieren, gibt es seit etlichen Jahren. Jetzt steht der deutsche Haushaltsbeschluss für die Finanzierung der Eurodrohne und ihrer Entwicklung kurz bevor. Daraufhin sollen noch Mitte dieses Jahres die Verträge zwischen den vier Partnernationen unterzeichnet werden. Die Gesamtleitung des Projekts hat die OCCAROrganisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement (Organisation Conjointe de Coóperation en Matière d’Arment – zu Deutsch: Gemeinsame Organisation für Rüstungskooperation) inne.

Entwicklung und Bau in Deutschland

Bereits am 3. Februar hatten sich die Regierungsparteien von CDUChristlich Demokratische Union/CSUChristlich-Soziale Union und SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands darauf geeinigt, die Entwicklung der Eurodrohne vertraglich zu unterstützen. „Der Industrievertrag umfasst keine Bewaffnung der Eurodrohne“, heißt es im Ergebnispapier des Koalitionsausschusses. Weiterhin betont das Bundesministerium der Verteidigung, dass die Entwicklung und Fertigung überwiegend in Deutschland stattfinden werde.

Die Eurodrohne steht in einem Hangar.

Der Großteil der Entwicklung und der Fertigung der Eurodrohne soll in Deutschland stattfinden

Airbus


Die Eurodrohne soll primär die Anforderungen der luftgestützten, abbildenden und signalerfassenden Aufklärung und Überwachung erfüllen. Sie wird sowohl über elektro-optische Sensoren, als auch über Infrarot und RADAR verfügen, und hochpräzise und reaktionsschnell zur Unterstützung von Bodentruppen zum Einsatz kommen. Die Eurodrohne wird ein unbemanntes Luftfahrzeug, das in mittlerer Höhe für eine lange Zeit operieren kann.

Die Eurodrohne aus der Rückansicht, während sie über ein Gewässer fliegt.

Aktuell führt der Heron – ein israelisches System – die Aufklärungsaufgaben aus, die später die Eurodrohne übernehmen soll

Airbus


Heron übernehmen aktuell die Aufklärung

Der Vertragsschluss wird noch in diesem Jahr angestrebt, sodass die ersten Eurodrohnen voraussichtlich 2029 ausgeliefert werden können. Für die luftgestützte und abbildende Aufklärung und Überwachung nutzt die Bundeswehr derzeit das israelische System Heron 1. Der leistungsfähigere Heron TP wird sein Vorgängermodell künftig ablösen. 

Die Eurodrohne fliegt im Dämmerlicht.

Im November 2020 übermittelte die internationale Rüstungsagentur OCCAROrganisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement dem Generalunternehmer Airbus Defence & Space den endverhandelten Vertragsentwurf zum Bau der Drohne

Airbus

Deutschland ist mit geplanten 21 Exemplaren aktuell der größte Abnehmer der neuen Aufklärungsdrohne. Mit der Eurodrohne wird Europa eigene Kompetenzen im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge erhalten und somit durch eine eigenständige technologische Basis die europäische Souveränität stärken. Zur weiteren Hebung von Synergieeffekten in der zukünftigen Nutzung ist das Vorhaben auch Teil der PESCOPermanent Structured Cooperation (Permanent Structured Cooperation; zu Deutsch: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit) der Europäischen Kommission. Der gemeinsame Ansatz im multinationalen Projekt „Eurodrohne“ spart damit nicht nur Kosten und steigert die Effizienz, es fördert auch die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit und Verteidigung.

von Sandra Süßmuth