Luftwaffe
Weltraumlagezentrum

FAQFrequently Asked Questions: Wie die Luftwaffe Trümmer und Co. aus dem All erkennt

FAQFrequently Asked Questions: Wie die Luftwaffe Trümmer und Co. aus dem All erkennt

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

Vor den meisten Gefahren aus dem All wird unsere Erde durch die Erdatmosphäre natürlich geschützt. Doch gegen größere Trümmer und Gesteinsbrocken kann diese Hülle aus Gas nur wenig ausrichten. Schon bevor es zum Eintritt solcher Objekte in die Atmosphäre kommt, weiß das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe Bescheid. So ist effektiver Bevölkerungsschutz möglich.

Ein Offizier in Tarnuniform steht vor einem Monitor, auf dem das Erdnahumfeld visualisiert ist.

Ein Weltraumoffizier betrachtet im Weltraumlagezentrum eine Visualisierung der Erdnahumgebung. Deutlich erkennbar ist, dass die Erde von zahlreichen potenziell gefährlichen Objekten umrundet wird.

Bundeswehr/Jennifer Heyn

Welche Objekte bedrohen die Erde?

Im Weltraum gibt es natürlich vorkommendes Gestein. Wenn sich kleinere Brocken von Asteroiden lösen und auf die Erde zufliegen, nennt man sie Meteoriten. Das kommt jeden Tag vor, manche sind als Sternschnuppen sichtbar.

Aber auch künstliche Objekte können in die Atmosphäre eintreten. Das sind vor allem Trümmerteile von Satelliten, Trägerraketen oder Raumstationen, die von Menschen planmäßig abgestoßen oder aufgegeben wurden. Solche Eintritte bezeichnet man als Wiedereintritt.

Ist jeder Eintritt gefährlich?

Nein, die meisten Objekte erreichen die Erdoberfläche nie. Durch die Reibung in der Atmosphäre entstehen Licht und Hitze, sodass sie verglühen. Doch umso größer ein Objekt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es nicht vollständig verglüht. Deshalb können einzelne Eintritte für die Erdbevölkerung eine Bedrohung darstellen. Das ist allerdings höchst unwahrscheinlich.

Was tut das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe, um Eintritte zu erkennen?

Das Weltraumlagezentrum wird gemeinsam von der Luftwaffe und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLRDeutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Uedem betrieben. Mögliche Eintritte werden im Voraus aufgeklärt. Hierfür steht ein eigenes Teleskop zur Verfügung. Zudem werden Erkenntnisse mit internationalen Partnern geteilt, insbesondere die USUnited States-amerikanischen Streitkräfte stellen Informationen bereit. Auch greifen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine gemeinsame europäische Datenbank kosmischer Objekte zu, die European Union Space Surveillance and Tracking (EUEuropäische Union SST). Innerhalb dieser Gemeinschaft werden auch Sensordaten geteilt, die per Radar oder Laserentfernungsmessung gewonnen wurden.

Zwei Mitarbeiter überblicken zahlreiche Monitore mit Umlaufbahnen, Satelliten und Logos.

In der Operationszentrale des Weltraumlagezentrums überwachen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Weltraum

Bundeswehr/Jennifer Heyn

Ab wann können verlässliche Vorhersagen für Eintritte getroffen werden?

Etwa vier Tage im Voraus. Die Objektbahnen werden beeinflusst durch Faktoren wie Oberflächenbeschaffenheit, Gravitation und weitere Störkräfte. Auch das sogenannte Weltraumwetter nimmt Einfluss auf das Objekt. Dazu gehören Sonnenwind und galaktische Strahlung. Daher ist, ähnlich wie die Wettervorhersage von Meteorologinnen und Meteorologen, die verlässliche Bestimmung nicht beliebig lang berechenbar.

Wen informiert das Weltraumlagezentrum?

Wenn ein möglicher Einschlag kosmischer Objekte auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erwartet wird, gibt das Weltraumlagezentrum eine Eintrittswarnung heraus. Diese wird vom Bundesministerium der Verteidigung und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geprüft. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist einbezogen.

Und was passiert bei Gefahr für die Bevölkerung?

Ob eine Gefahr für die Bevölkerung besteht, bewerten die Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes. Insbesondere über die Warn-App NINA können lokal relevante Sicherheitswarnungen empfangen werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt diese zur Verfügung. Die Luftwaffe und das Weltraumlagezentrum sind dafür nicht die ersten Ansprechpartner.

von Jonas Herrmann