Indienststellung GESTRA - Der Weltraum rückt ein Stück näher
- Datum:
- Ort:
- Koblenz
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Ein gewaltiger Meilenstein: auf dem Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe in Koblenz wurde das erste in Deutschland gebaute und entwickelte Weltraumüberwachungsradar feierlich in Betrieb genommen. Gerade für das Weltraumlagezentrum in Uedem sind die Daten des GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) von großer Bedeutung.
Gemeinsam: Ranghohe zivile und militärische Vertreter bei der Inbetriebnahme des GESTRA
Bundeswehr/Philippe StuppDer Weltraum rückt näher an die Erde – zumindest im übertragenen Sinne. Denn mit der Inbetriebnahme dem in Deutschland entwickelten und gebauten Weltraumüberwachungsradar GESTRA kann künftig Weltraumschrott im erdnahen Orbit, zwischen 200 und 2.000 Kilometern Höhe erfasst werden. Mehr als 900.000 teils kleinste Schrottobjekte ziehen neben tausenden Satelliten und Raumfahrzeugen ihre Bahnen durch den Weltraum. Das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn hat GESTRA mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) bauen und entwickeln lassen.
Über den Dächern von Koblenz, auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Schmidtenhöhe, steht das GESTRA
Fraunhofer-InstitutSeinen Platz hat das Radar auf dem Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe in Koblenz gefunden. Dieses seit Jahrzehnten von der Bundeswehr genutzte Gelände bietet sowohl hinsichtlich seiner Lage, als auch der Platzverhältnisse die besten Voraussetzungen für den Betrieb des GESTRA. Wichtigster Nutzer ist das gemeinsam vom DLR und Luftwaffe betriebene Weltraumlagezentrum in Uedem. Erst kürzlich hatte diese einmalige Einrichtung überregionale Aufmerksamkeit erhalten, als die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Air and Space Operations Centre (ASOC) in Dienst stellte.
Hier werden die Daten, die das GESTRA liefert, benötigt: Die Operationszentrale des Weltraumlagezentrum in Uedem.
Bundeswehr/Pressestelle ZLOIm Weltraumlagezentrum beobachten zivile Experten gemeinsam mit den Spezialisten der Luftwaffe rund um die Uhr die Lage im erdnahen Orbit, warnen Betreiber von Satelliten vor möglichen Risiken einer Kollision mit Weltraumschrott, beurteilen Gefährdungen durch Einflüsse des sogenannten Weltraumwetters und stellen den Schutz der kritischen Weltrauminfrastruktur sicher. Denn: Gerade ein hochindustrialisiertes Land wie Deutschland ist enorm abhängig von moderner Satellitentechnik.
Angesichts der wichtigen Rolle, die die Luftwaffe beim Betrieb des Weltraumlagezentrums spielt, verwundert es nicht, dass sich zahlreiche ranghohe Offiziere unter den Gästen auf der Schmidtenhöhe während der feierlichen Zeremonie zur Inbetriebnahme des GESTRA befanden. Aus Uedem war der Kommandeur des Zentrum Luftoperationen, Generalleutnant Klaus Habersetzer, gemeinsam mit dem Leiter Nationale Führung und General Weltraumoperationen, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, nach Koblenz gekommen. Auch der Vizepräsident des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Generalmajor Gerd Nultsch, befand sich unter den Gästen. Politische Spitzenvertreter waren der Minister des Inneren und Sport des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, und der Koordinator für Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung, Thomas Jarzombek.
General Habersetzer begrüßt die Gäste
Bundeswehr/Philippe StuppIn seinem Grußwort an die Gäste bezeichnete Generalleutnant Habersetzer GESTRA als einen gewaltigen Meilenstein. „Wir legen damit den Grundstein zu einer eigenen deutschen Befähigung zur Weltraumüberwachung“, so der General. Diese Technologie gälte es nun operationell nutzbar zu machen. „Deutschland und die Bundeswehr“, so General Habersetzer, „bringen sich im internationalen Bereich als aktive Player ein“. Vor dem Hintergrund, dass sich der Weltraum zu einem Wirtschaftsraum und zugleich zu einer sicherheitspolitischen Dimension entwickelt, sei es von besonderem Interesse, die nationalen Grundlagen für eine umfassende Lagebeurteilungs- und Handlungsfähigkeit zu schaffen. „GESTRA ist hier ein wesentlicher Baustein“, schloss Generalleutnant Habersetzer seine Ausführungen.
Generalleutnant Klaus Habersetzer stellt sich den Fragen der Presse
Bundeswehr/Philippe Stupp