Luftwaffe

Indienststellung GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking - Der Weltraum rückt ein Stück näher

Indienststellung GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking - Der Weltraum rückt ein Stück näher

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

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Ein gewaltiger Meilenstein: auf dem Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe in Koblenz wurde das erste in Deutschland gebaute und entwickelte Weltraumüberwachungsradar feierlich in Betrieb genommen. Gerade für das Weltraumlagezentrum in Uedem sind die Daten des GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) von großer Bedeutung.

Fünf zivile und militärische Vertreter nehmen symbolisch das GESTRA in Betrieb. Sie zerschneiden alle ein rotes Band.

Gemeinsam: Ranghohe zivile und militärische Vertreter bei der Inbetriebnahme des GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking

Bundeswehr/Philippe Stupp

Der Weltraum rückt näher an die Erde – zumindest im übertragenen Sinne. Denn mit der Inbetriebnahme dem in Deutschland entwickelten und gebauten Weltraumüberwachungsradar GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking kann künftig Weltraumschrott im erdnahen Orbit, zwischen 200 und 2.000 Kilometern Höhe erfasst werden. Mehr als 900.000 teils kleinste Schrottobjekte ziehen neben tausenden Satelliten und Raumfahrzeugen ihre Bahnen durch den Weltraum. Das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLRDeutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Bonn hat GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWiBundesministerium für Wirtschaft und Energie ) vom Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) bauen und entwickeln lassen.

Über den Dächern von Koblenz, auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Schmidtenhöhe, steht das GESTRA.

Über den Dächern von Koblenz, auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Schmidtenhöhe, steht das GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking

Fraunhofer-Institut

Truppenübungsplatz als Standort

Seinen Platz hat das Radar auf dem Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe in Koblenz gefunden. Dieses seit Jahrzehnten von der Bundeswehr genutzte Gelände bietet sowohl hinsichtlich seiner Lage, als auch der Platzverhältnisse die besten Voraussetzungen für den Betrieb des GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking. Wichtigster Nutzer ist das gemeinsam vom DLRDeutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Luftwaffe betriebene Weltraumlagezentrum in Uedem. Erst kürzlich hatte diese einmalige Einrichtung überregionale Aufmerksamkeit erhalten, als die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Air and Space Operations Centre (ASOCAir and Space Operations Centre) in Dienst stellte.

In der Operationszentrale des Weltraumlagezentrum sind riesige Bildschirme auf denen die Daten des GESTRA angezeígt.

Hier werden die Daten, die das GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking liefert, benötigt: Die Operationszentrale des Weltraumlagezentrum in Uedem.

Bundeswehr/Pressestelle ZLO

Schutz kritischer Weltrauminfrastruktur

Im Weltraumlagezentrum beobachten zivile Experten gemeinsam mit den Spezialisten der Luftwaffe rund um die Uhr die Lage im erdnahen Orbit, warnen Betreiber von Satelliten vor möglichen Risiken einer Kollision mit Weltraumschrott, beurteilen Gefährdungen durch Einflüsse des sogenannten Weltraumwetters und stellen den Schutz der kritischen Weltrauminfrastruktur sicher. Denn: Gerade ein hochindustrialisiertes Land wie Deutschland ist enorm abhängig von moderner Satellitentechnik. 

Illustre Gäste

Angesichts der wichtigen Rolle, die die Luftwaffe beim Betrieb des Weltraumlagezentrums spielt, verwundert es nicht, dass sich zahlreiche ranghohe Offiziere unter den Gästen auf der Schmidtenhöhe während der feierlichen Zeremonie zur Inbetriebnahme des GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking befanden. Aus Uedem war der Kommandeur des Zentrum Luftoperationen, Generalleutnant Klaus Habersetzer, gemeinsam mit dem Leiter Nationale Führung und General Weltraumoperationen, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, nach Koblenz gekommen. Auch der Vizepräsident des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr), Generalmajor Gerd Nultsch, befand sich unter den Gästen. Politische Spitzenvertreter waren der Minister des Inneren und Sport des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, und der Koordinator für Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung, Thomas Jarzombek.

Generalleutnant Klaus Habersetzer bei seinem Grußwort an die Gäste.

General Habersetzer begrüßt die Gäste

Bundeswehr/Philippe Stupp

Gewaltiger Meilenstein

In seinem Grußwort an die Gäste bezeichnete Generalleutnant Habersetzer GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking als einen gewaltigen Meilenstein. „Wir legen damit den Grundstein zu einer eigenen deutschen Befähigung zur Weltraumüberwachung“, so der General. Diese Technologie gälte es nun operationell nutzbar zu machen. „Deutschland und die Bundeswehr“, so General Habersetzer, „bringen sich im internationalen Bereich als aktive Player ein“. Vor dem Hintergrund, dass sich der Weltraum zu einem Wirtschaftsraum und zugleich zu einer sicherheitspolitischen Dimension entwickelt, sei es von besonderem Interesse, die nationalen Grundlagen für eine umfassende Lagebeurteilungs- und Handlungsfähigkeit zu schaffen. „GESTRAGerman Experimental Space Surveillance and Tracking ist hier ein wesentlicher Baustein“, schloss Generalleutnant Habersetzer seine Ausführungen.  

Generalleutnant Klaus Habersetzer wird interviewt.

Generalleutnant Klaus Habersetzer stellt sich den Fragen der Presse

Bundeswehr/Philippe Stupp
von Klaus Sattler

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